Schulen

Stadt plant Neugründung der Realschule Kettwig im Jahr 2020

Im Stadtteil Essen-Kettwig besteht seit drei Jahren der Zweitstandort der Albert-Einstein-Realschule. Die Schülerzahlen lassen es zu, dass die Kettwiger wieder eine selbstständige Realschule bekommen könnten.

Im Stadtteil Essen-Kettwig besteht seit drei Jahren der Zweitstandort der Albert-Einstein-Realschule. Die Schülerzahlen lassen es zu, dass die Kettwiger wieder eine selbstständige Realschule bekommen könnten.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Kettwig.  Die Stadt Essen will aus dem Teilstandort Kettwig der Albert-Einstein-Realschule wieder eine eigene Schule machen. Das sind die Hintergründe.

Der Stadtteil Kettwig soll zum 1. August 2020 wieder eine eigenständige Realschule bekommen. Die Entwicklung der Schülerzahlen spreche auf jeden Fall dafür, teilt die Stadt Essen mit und hat eine entsprechende Verwaltungsvorlage für den Schulausschuss erstellt. Diese wird in der Sitzung am heutigen Mittwoch, 9. Oktober, in das Gremium eingebracht.

Zur Erinnerung: Seit dem Schuljahr 2016/2017 befindet sich in Kettwig ein Teilstandort der Albert-Einstein-Realschule (AES) aus Rellinghausen. Knapp ein Jahr zuvor hatte der Rat beschlossen, die Städtische Realschule für Jungen und Mädchen Essen Kettwig zum 31. Juli 2016 zu schließen. Die Anmeldezahlen waren mehrere Jahre hintereinander sehr gering gewesen und lagen schließlich unterhalb der gesetzlich vorgegebenen Mindestzahl von 52 Schülerinnen und Schülern.

Aktuell gibt es wieder sechs Eingangsklassen

„Es drohte, dass Kettwig gar keine Realschule mehr gehabt hätte“, sagt Wolfgang Neuhaus, kommissarischer Leiter der Albert-Einstein-Realschule. Insofern habe sich dann doch eine gute Lösung mit der Rellinghauser Schule gefunden. „Wir haben damals gemeinsam mit den Kettwiger Kollegium den Übergang ein Jahr lang vorbereitet, damit alle Unterrichtsangebote, selbst die AGs, auch in Kettwig vorhanden sind.“ Das Schulprogramm der Rellinghauser Realschule sei am Kettwiger Teilstandort übernommen worden „und läuft ganz prima“.

Prima verläuft inzwischen auch die Entwicklung der Anmeldezahlen. Es wurden seit der Zusammenlegung pro Schuljahr jeweils insgesamt fünf Eingangsklassen gebildet, im vergangenen Jahr musste aufgrund der Schülerzahlentwicklung erstmalig eine sechste Eingangsklasse eingerichtet werden. „In den Jahrgangsstufen 5 bis 8 sind wir auch in Kettwig dreizügig, in den Stufen 9 und 10 zweizügig“, so Neuhaus. Die Anmeldezahlen bezeichnet er als stabil. „Das wird wohl auch für die nächsten Jahre so bleiben.“

416 Kinder besuchen die Kettwiger Zweigstelle

Diese Entwicklung ist nicht nur den Zuzügen in den neuen Wohngebieten von Kettwig zu verdanken. Insgesamt verzeichne Essen wieder wachsende Bevölkerungs- und Schülerzahlen. Inzwischen sei erkennbar, erklärt die Stadtverwaltung, dass viele zugewanderte Familien auf Dauer in Deutschland bleiben werden. Ihre Kinder gingen inzwischen in die Regelklassen der Schulen.

Auch die Integration von Schülern mit Handicap erfordere, dass zunehmend Kinder, die bislang Förderschulen besuchten, in der Regelschule (sprich auch in Realschulen) beschult würden. Seit 2019/2020 werden in allen 5. Klassen der Realschulen kleinere Klassen gebildet.

Den Kettwiger Teilstandort besuchen derzeit 416 Kinder. Was bedeutet eine Neugründung nun für ihre Schullaufbahn? In den Räumen an der Brederbachstraße werden alle am Standort gebildeten Klassen übernommen, ist in der Verwaltungsvorlage zu lesen. Und auch Wolfgang Neuhaus beruhigt: „Die Klassenverbände bleiben erhalten.“ Die Realschule Kettwig sei von Beginn an eine vollständige Schule mit Klassen aller Jahrgangsstufen. „Die Bezirksregierung wird folglich eine eigene Schulleitung bestimmen.“

Abzweig im Stadtteil Kettwig wird bald eigenständig

Durch die Teilung der Schule bleibe die Albert-Einstein-Realschule an ihrem ursprünglichen Standort erhalten, während der Abzweig abgetrennt und als eigenständige Schule errichtet werde, informiert die Verwaltung. „Die Lehrer allerdings werden sich wohl rückversetzen lassen müssen nach Kettwig“, ist Neuhaus’ Vermutung. Sie seien im Rellinghauser Kollegium integriert, arbeiteten jedoch in Kettwig. Nur ein Lehrerkollege pendele, so Neuhaus.

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