Essen-Werden.

Paul Beckmann wird 75

Paul Beckmann, ehemaliger Direktor des Gymnasiums Essen-Werden, wird anlässlich seines 75. Geburtstages ein kleines Konzert in der Basilika St. Ludgerus geben.

Paul Beckmann, ehemaliger Direktor des Gymnasiums Essen-Werden, wird anlässlich seines 75. Geburtstages ein kleines Konzert in der Basilika St. Ludgerus geben.

Foto: WAZ FotoPool

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Essen-Werden. Wenn es im Leben mehr auf die Qualität als auf Quantität ankommen soll, so trifft auf Paul Beckmann wohl beides zu: Einmal wird er am 18. Mai 75 Jahre alt – und zweitens gleicht sein Leben einem Füllhorn. Gefüllt mit beruflichen und privaten Engagements, Interessen und Hobbys.

Deshalb wird es beim Sektempfang in Haus Fuhr wohl recht eng werden. 300 Gratulanten aus 15 Nationen werden dem langjährigen Lehrer und Leiter des Werdener Gymnasiums zu seinem Ehrentag die Hände schütteln.

Neben den Familienmitgliedern, Nachbarn und Freunden werden Klassenkameraden, Mitglieder von Vereinen, Kirchengemeinden, Chören, Schüler, Eltern und Mitglieder des Lions-Club Essen-Werethina, dessen Präsident er war, erwartet. „Auch Schüler, die nicht persönlich eingeladen worden sind, sind herzlich willkommen“, sagt Paul Beckmann.

Die Familie von Paul Beckmann musiziert in Haus Fuhr

Es musizieren in Haus Fuhr die Familie am Klavier und Cello sowie zwei besonders talentierte Folkwang-Studenten mit Gesang und Akkordeon. Zuvor präsentiert der Jubilar zu Ehren seiner Gäste ein persönlich gespieltes Orgelkonzert an der Klais-Orgel in der Basilika St. Ludgerus.

Die Orgel ist eine der Leidenschaften des geborenen Fischlakers, dessen Vater Polsterermeister war. Die Königin der Instrumente spielt Paul Beckmann seit 60 Jahren. Fast regelmäßig in Werden, Fischlaken, Heidhausen, Hamm. „Im Laufe der Jahre habe ich auf den Bänken von mehr als 40 Orgeln gesessen, unter anderem in der Basilika in Kevelaer, im Dom zu Paderborn und in dem von Vilnius.“ In der litauischen Landeshauptstadt hat er sich sogar gewagt, als das Land noch zur damaligen Sowjetunion gehörte, im Palast des Volkes über die „Freiheit der Litauer“ zu referieren.

Chöre hat der Oberstudiendirektor im Ruhestand auch geleitet: den Kirchenchor in Hamm als Schüler, den in Oekoven als Student und die Werdener Sangesfreunde in deren Anfangsjahren. Paul Beckmann ist nicht nur ein formidabler Orgelspieler vor dem Herrn, sondern auch ein geografisch neugieriger Reisender und Leser, der die lateinische, italienische, französische und englische Sprache spricht. „Ich fahre fast immer mit dem eigenen Auto und individuell ohne Fertigpaket eines Reiseveranstalters.“

Er durchfuhr Ägypten, die USA, Island, Griechenland und alle südosteuropäischen Länder. Seine jüngsten Lektüren: mittelalterliche Epen, Dramen, Minnegesang und Mystik in mittelhochdeutscher Sprache, auch Vergils Äneis und Dantes Comedia in der Urfassung.

Paul Beckmann, dessen erste Frau früh verstarb, der in zweiter Ehe mit der Klavierlehrerin Janine Boesecke verheiratet ist, mit der er eine Klavier- und Nachhilfeschule unterhält, ist Vater von Michael, Stefan, Dafne und Marina.

Was er von der heutigen Jugend hält? „Sie hat es schwerer, die Welt ist komplizierter geworden. Als ich Abiturient war, gab es fünf Fakultäten plus Musik-, Kunst- und Ingenieurschule – gegenwärtig müssen die Absolventen aus mehr als 2000 Studiengängen wählen.“ Das Leben stelle sich unübersichtlicher und orientierungsloser dar. „Wir hatten damals noch Identifikationspunkte, zum Beispiel die Katholische Pfarrjugend in Werden. Weil vieles anonymer geworden ist, verstehe ich das Schwanken und die Unsicherheit der jungen Leute.“ Von „Turbo 8“ hält er nicht viel: „Die Schüler haben durch den Nachmittagsunterricht wenig Zeit für Sport, Spielen, Musik, stolpern von einer Klausur zur anderen.“

Es gibt zu wenig Lehrer, unddie Studienabbrecher werden mehr

Seine Kritik: Es gibt zu wenig Lehrpersonal, die Abiturienten mit der verkürzten Schulzeit sind unreifer, und die Studienabbrecher werden mehr. Gern will er noch lange Orgel spielen und wünscht sich , dass seine beiden Töchter gut durchs Studium kommen und danach eine wünschenswerte Anstellung finden.

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