Kirchenmusik

Neuer Kantor will Kettwigern die Freude am Gesang vermitteln

Der Kirchenmusiker und Organist Thomas Haverkamp an seinem neuen Arbeitsplatz: vor der Harald-Strutz-Orgel (von 1963) der evangelischen Kirchengemeinde in Essen-Kettwig.

Der Kirchenmusiker und Organist Thomas Haverkamp an seinem neuen Arbeitsplatz: vor der Harald-Strutz-Orgel (von 1963) der evangelischen Kirchengemeinde in Essen-Kettwig.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Kettwig.  Thomas Haverkamp ist neuer Kantor in der evangelischen Gemeinde Essen-Kettwig. Im Gespräch mit der Redaktion erzählt er von seinen Plänen.

Von der Landeshauptstadt Düsseldorf ins eher dörfliche Kettwig ist Thomas Haverkamp gewechselt: Seit Jahresbeginn ist er der neue Kantor in der evangelischen Kirchengemeinde Kettwig. Es ist die erste Stelle des 26-Jährigen als Kantor – und er kommt mit vielen neuen Ideen in die Gemeinde an der Ruhr.

Obwohl er so jung ist und gerade erst seinen Bachelor-Abschluss an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf gemacht hat, bringt er einige berufliche Erfahrungen mit. Mehrere Jahre war er als Assistent des Kantors in der Johanneskirche Düsseldorf tätig. Und hat auch in dem Kirchengebäude gewohnt.

Marktkirche strahlt Ruhe und Beschaulichkeit aus

„Das ist Düsseldorfer Innenstadt pur“, sagt Thomas Haverkamp über die quirlige urbane Lage der evangelischen Stadtkirche an der Berliner Allee.

Die Kirche am Markt in Kettwig dagegen strahle doch eher Ruhe und Beschaulichkeit aus – er wisse das wohl zu schätzen, gesteht der gebürtige Hildener. Aufgewachsen ist er übrigens in Langenfeld, mit 58.000 Einwohnern auch eher eine übersichtliche Stadt.

Die Eltern sind ebenfalls Kirchenmusiker

Das Elternhaus habe seine Berufswahl durchaus geprägt, fährt Thomas Haverkamp fort. Sowohl Vater als auch Mutter sind selbst Kirchenmusiker, „und der Opa war es auch schon“, schmunzelt er. Mit sechs Jahren lernte er deshalb ganz selbstverständlich Klavier. Später kamen die Instrumente Orgel und Cembalo hinzu.

„Ich hätte auch Musiklehrer werden können, aber habe mich dann doch für die Kirchenmusik entschieden.“ Den Master-Titel möchte Thomas Haverkamp möglichst schnell folgen lassen. Er hofft, dass ihm die neue Stelle dazu genug Raum lasse. Denn der 26-Jährige hat in und mit der Kettwiger Gemeinde viel vor.

Mehrmalige Besuche in Südafrika

Haverkamp erklärt: „Während des Studiums war ich ein Semester in Südafrika. Danach war ich noch drei weitere Male dort, weil ich da einen ganz anderen Umgang mit Musik und vor allem mit dem Singen kennengelernt habe.“

Dass ein tankender Kunde vom Tankwart mit einem Lied begleitet wird, komme in Deutschland wohl nicht vor. „In Südafrika ist das ganz normal.“

Überhaupt würden die Menschen dort immer und überall singen. „Einer fängt auf der Straße an – und die anderen stimmen mit ein. Singen ist für die Menschen etwas ganz Selbstverständliches.“ Dieses Lebensgefühl schwinge bei ihm immer noch mit, sagt der Kantor. Auch den Kettwigern möchte er ein wenig davon vermitteln.

Ergänzung bestehender Ensembles

„Ich denke, Singen ist bei den jungen Leuten wieder im Trend. Nur halt nicht in einem Chor mit größtenteils älteren Leuten. Ein Chor braucht auch Fluktuation.“ Mit verschiedenen Aktionen möchte Thomas Haverkamp jungen wie älteren Gemeindemitgliedern wieder die Freude am Gesang schmackhaft machen.

Er könne sich auch ein neues Ensemble neben den bestehenden – Kantorei und Flötenkreis (die leitet er selbst) sowie Posaunenchor und Gospelchor – gut vorstellen. „Langfristig plane ich die Gründung eines Kammerchors.“

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