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Nächtlicher Fluglärm bleibt ein Dauerthema im Essener Süden

Ein Flieger über einem Turm von Schloss Hugenpoet in Essen-Kettwig. Auch nachts sorgen verspätet in Düsseldorf eintreffende Flieger oft für Verdruss.

Ein Flieger über einem Turm von Schloss Hugenpoet in Essen-Kettwig. Auch nachts sorgen verspätet in Düsseldorf eintreffende Flieger oft für Verdruss.

Foto: STEFAN AREND

Essen-Kettwig.  Die Initiative „Bürger gegen Fluglärm“ möchte auf dem Brunnenfest in Kettwig über ihre Aktionen informieren. Hier die Einzelheiten.

Die Sommerferien in NRW sind vorbei. Die in den Nachtstunden eintreffenden Flüge aus den Feriengebieten sollten also definitiv zurückgehen – und damit die Lärmbelastung für die Kettwiger Bürger. Doch das sei reines Wunschdenken, erklären Georg Regniet und Jürgen Weichelt, Vorstandsmitglieder der Initiative „Bürger gegen Fluglärm“. Auf dem Brunnenfest (6. bis 8. September) wollen sie über die aktuellen Aktionen des Vereins informieren.

Neben der Verhinderung einer Betriebserweiterung des Flughafens Düsseldorf, die nach Ansicht der Initiative im ganzen Essener Süden noch mehr Fluglärm bringen würde, stehen vor allem die Nachtflugregelungen auf der Agenda. „Wir arbeiten aktuell intensiv daran, die sehr schwammigen und großzügigen Nachtflugregelungen zu verschärfen, damit die vielen Verspätungen eingedämmt werden“, erklärt Georg Regniet im Gespräch mit dieser Redaktion.

Hohes Verkehrsaufkommen im Sommer

Momentan dürfen in Düsseldorf Flieger bis 23 Uhr abends landen. „Treffen die Flieger verspätet ein, ist die Landung auch bis Mitternacht erlaubt“, erläutert Regniet. „Und bei dem hohen Verkehrsaufkommen gerade im Sommer kommt es so gut wie jeden Tag zu Verspätungen.“ Die Fluglärmgegner erfassen seit Jahren die Flugbewegungen des Airports und haben festgestellt, dass die Tendenz bezüglich der Nachtflüge steigend ist – alleine zwischen 2013 und 2016 hätten die Nachtflüge um 27,5 Prozent zugenommen.

2017 starteten beziehungsweise landeten zum Beispiel mehr als 11.600 Maschinen nach 22 Uhr. Die Initiative „Bürger gegen Fluglärm“ kritisiert hier insbesondere die Hannoveraner Fluglinie „Tuifly“: Im Jahr 2018 landeten nicht weniger als 2436 Maschinen dieser Linie zwischen 23 und 6 Uhr in Düsseldorf.

Postkartenaktion läuft erfolgreich

Mit einer Postkartenaktion unter dem Motto „Um 22 Uhr muss Schluss sein“ geht der Verein bereits seit dem vergangenen Sommer in die Offensive: Jeder Bürger, der sich in seiner Nachtruhe gestört fühlt, soll mit dieser Karte seinen Protest an den Verkehrsminister des Landes, Hendrik Wüst, schicken. Mehrere tausend Menschen hätten sich sich schon auf diese Weise gemeldet, sagt Jürgen Weichelt. Die Aktion werde weiter geführt.

Ein weiteres großes Thema ist für die Initiative der Klimaschutz. „Immer stärker rückt er in den Vordergrund, weshalb wir eine EU-Bürgerinitiative zur Einführung von Kerosinsteuer unterstützen“, sagt Weichelt. Denn: Immer effizientere Treibstoffe führten zu mehr Ultra-Feinstaub in der Luft, „der direkt in den Organismus gelangen kann“, ergänzt Regniet.

Informationen und Diskussion auf dem Brunnenfest

„Wir sind nicht generell gegen das Fliegen“, betont er weiter, „aber nur über einen gewissen Kostendruck können wir etwas ändern – bei den Herstellern, den Airlines und letztlich bei allen, die Flugzeuge als Fortbewegungsmittel nutzen.“

Auf dem Brunnenfest wollen die Mitglieder den Bürgern auch dazu Rede und Antwort stehen, angeregt diskutieren und über ihre Aktivitäten informieren.

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