Schule

„Momo“-Darstellerin zu Gast im Gymnasium Essen-Werden

Radost Bokel (l.) und Jean-Marc Birkholz lesen in der Aula des Werdener Gymnasiums nicht nur aus dem Roman „Momo“ von Michael Ende, sondern erzählen auch über die Dreharbeiten zum Film.

Radost Bokel (l.) und Jean-Marc Birkholz lesen in der Aula des Werdener Gymnasiums nicht nur aus dem Roman „Momo“ von Michael Ende, sondern erzählen auch über die Dreharbeiten zum Film.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Werden.  Die Schauspielerin Radost Bokel und ihr Kollege Jean-Marc Birkholz entführten die Schüler mit einer Lesung in die Welt von Michael Endes „Momo“.

Radost Bokel, die Darstellerin von „Momo“, kommt ins Gymnasium Werden! Diese Nachricht machte schnell die Runde in der Schule. Und so waren neben den fünften, sechsten und achten Klassen am Mittwoch etliche ältere Jugendliche und auch interessierte Lehrer in der Aula, als die Schauspielerin Radost Bokel und ihr Kollege Jean-Marc Birkholz über die Dreharbeiten zu Michael Endes „Momo“ erzählten und Passagen aus dem Klassiker der modernen Kinder- und Jugendbuchliteratur vortrugen.

Das Geheimnis um die Locken von Momo

Das kleine Mädchen mit dem Lockenschopf und den großen Augen, das den „grauen Herren“ die Stirn bietet, beeindruckte den damals zwölfjährigen Jean-Marc Birkholz. Er sei „ziemlich verknallt“ in Radost Bokel gewesen, gibt der Schauspieler bei seinem Auftritt vor den Werdener Schülern mit einem Lächeln zu.

Jahre später spielten Radost und Jean-Marc gemeinsam bei den Karl-May-Festspielen in Elspe – als Winnetou und Nscho-tschi. „Und ich wunderte mich, wo Momos Locken geblieben waren“, sagt Birkholz. Eine wohl häufig gestellte Frage, die die heute 44-jährige Radost Bokel aber immer wieder gerne beantwortet: „Ich habe glatte Haare. Für die Rolle trug ich eine Perücke.“

Und auf der Leinwand erscheint zugleich ein Foto aus dem Jahr 1985 von der elfjährigen Radost mit Lockenperücke. „Die Klebestreifen am Haaransatz sind schon gut zu erkennen“, erklärt die Schauspielerin. Das Geheimnis ist gelüftet.

Warum „Kassiopeia“ ein Double bekam

Im Verlauf der eineinhalbstündigen Veranstaltung werden noch weitere Rätsel gelöst. Zum Beispiel das mit der Schildkröte. Dressieren lassen sich die gepanzerten Urzeittiere nämlich nicht. Schildkröte „Kassiopeia“, die mit Momo den Kampf gegen die bösen Zeitdiebe aufnimmt, hatte ein Double. „Es wurde eine Roboter-Schildkröte gebaut, die ganz genauso aussah wie das Original“, berichtet die Hauptdarstellerin der „Momo-“Verfilmung.

Radost Bokel selbst wurde bei einem Casting unter 1000 Bewerberinnen herausgesucht. Und flog wenig später für dreieinhalb Monate zu den Dreharbeiten nach Rom. Ohne Familie. Die Schauspielerin Rosemarie Fendel wurde die Mentorin des Teenagers und zeigte ihr einige Tricks, die Schauspieler beherrschen sollten. Die Profis Mario Adorf und Armin Mueller-Stahl halfen der jungen Darstellerin ebenfalls am Set. Für Unterhaltung sorgte ein Besuch Otto Waalkes in Rom. „Ich war ein absoluter Fan von ihm“, sagt die Schauspielerin. Das junge Werdener Publikum kann das gut verstehen – viele kennen seine lustigen Filme.

Die Kraft des Zuhörens hilft gegen die grauen Herren

Wie die kleine Momo den Kampf gegen gegen die grauen Herren aufnimmt, die durch das Stehlen von Zeit die Herrschaft über die Welt an sich reißen wollen, das erfahren die Zuhörer in den Lesepassagen. Mut, Fantasie und die Kraft des Zuhörens spielen dabei eine wichtige Rolle.

Jean-Marc Birkholz und Radost Bokel bekamen viel Applaus. Es dürfte nicht verwundern, wenn der eine oder andere Schüler „Momo“ demnächst wieder liest.

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