Altenpflege

Ministerbesuch im Altenheim St. Josefshaus in Essen-Kettwig

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (Dritter von links) schaute im St. Josefshaus auch in der Gymnastikstunde vorbei.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (Dritter von links) schaute im St. Josefshaus auch in der Gymnastikstunde vorbei.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Kettwig.   NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann schaute sich das Präventionsprojekt „Gesunde Pflegeeinrichtung“ in der Praxis an. Die Hintergründe.

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Gelegentlich müssen auch Minister bei Außenterminen Körpereinsatz zeigen: So wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Mittwoch bei einem Rundgang durch das St. Josefshaus in Kettwig. In der Gymnastikgruppe griff Laumann zu den Hanteln und bewegte sich nach den Aufforderungen der Musiktherapeutin gemeinsam mit den Senioren im Rhythmus der Hintergrundmusik. Allen Beteiligten machte es sichtlich Spaß.

Die Lebensqualität von Pflegeheimbewohnern verbessern und gleichzeitig die Gesundheit von Pflegekräften stärken – um dieses Thema ging es beim Ministerbesuch im katholischen Altenheim. Die AOK Rheinland/Hamburg stellte gemeinsam mit der Heimleitung das Präventionsprogramm „Gesunde Pflegeeinrichtung“ in der Praxis vor.

Stärkung kognitiver Ressourcen

Das Präventionsangebot umfasst die Handlungsfelder Ernährung, körperliche Aktivität, Stärkung kognitiver Ressourcen, psychosoziale Gesundheit sowie Prävention von Gewalt und die Betriebliche Gesundheitsförderung. „Wir haben in unserer Einrichtung bereits viel Erfahrung mit unterschiedlichen Präventionsprojekten gesammelt. Dieses Konzept überzeugt besonders durch seinen ganzheitlichen Ansatz und dadurch, dass Bewohner ebenso wie Beschäftige erreicht werden“, so Andreas Beck, Geschäftsführer des St. Josefshaus.

Zum einen wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, damit die Bewohner sich im Heim wohlfühlen. Dazu gehören das breite Angebot an Aktivitäten (u.a. Bingo, Chor, Spielerunden und kreatives Gestalten) sowie die Bereitstellung medizinischer Hilfsmittel (wie etwa bis zum Boden absenkbare Betten, um die Sturzgefahr zu vermindern). Zum anderen wurde das Pflegepersonal auf gerontosozialem Gebiet weitergebildet, „um das Miteinander zu verbessern und aggressives Verhalten auf beiden Seiten zu vermeiden.“

Hohe Belastung für Pflegekräfte

Pflegekräfte seien in ihrer Tätigkeit hohen Belastungen ausgesetzt, hätten oftmals zuhause auch die Kinderbetreuung zu bewältigen, führte Beck weiter aus. Hier habe das St. Josefshaus eine flexible Dienstplangestaltung, die diesen Erfordernissen Rechnung trage.

„Wir arbeiten daran, dass sich die Maßnahmen für beide Gruppen im Alltag ergänzen und einen positiven Effekt auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen insgesamt entfalten“, so Andreas Beck.

„Mit dem Präventionsprogramm werden nicht nur Strukturen geschaffen, die das Wohlbefinden und die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten verbessern. Es berücksichtigt gleichermaßen die Verbesserung der Lebensqualität und der Lebensbedingungen für die Bewohner. Dies wirkt sich positiv auf die Pflegekräfte aus“, zeigte sich Minister Laumann beeindruckt. Er hoffe, dass dieser Ansatz Schule mache, in anderen Einrichtungen wie auch im Bereich der privaten Pflege von Angehörigen.

>> Reha-Beratung soll verstärkt werden

Um die privaten Pflegekräfte weiter zu stärken und durch Reha-Maßnahmen zu unterstützen, möchte Minister Laumann die Beratung ausbauen. Sie soll beim Müttergenesungswerk angesiedelt werden.

Denn es sei unmöglich, bei steigendem Bedarf alle pflegebedürftigen Menschen in Heimen unterzubringen.

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