Ausstellung

„Kunstspur“ auf dem Wollboden der Scheidt’schen Hallen

Die lKünstlergruppe "Betreten verboten" stellt auf dem Wollboden und im Kunstraum im Rahmen der „Kunstspur“ aus: Carola Engels, Lida Bräter, Wolfgang Kleber, Agnes Wallek, Christiane Bockx und Sebastian Walter-Lilienfein sind dabei.

Foto: Christof Köpsel

Die lKünstlergruppe "Betreten verboten" stellt auf dem Wollboden und im Kunstraum im Rahmen der „Kunstspur“ aus: Carola Engels, Lida Bräter, Wolfgang Kleber, Agnes Wallek, Christiane Bockx und Sebastian Walter-Lilienfein sind dabei. Foto: Christof Köpsel

Essen-Kettwig.   Kettwig: Die Künstlergruppe „Betreten verboten“ bespielt am 16./17. September die alte Kammgarnspinnerei in den Scheidt'schen Hallen. Ein Besuch.

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Mehrere hundert Meter zieht sich die einstige Kammgarnspinnerei der Scheidt’schen Tuchmacherfabrik von der Ringstraße die Bachstraße entlang. Einst wurden unter dem Dach die Schafsfelle für die Produktion sortiert. Daher der Name Wollboden.

Mitte der 1970er-Jahre gab die Familie Scheidt den Betrieb auf. Das Relikt aus der Zeit der Industrialisierung in Kettwig blieb Jahrzehnte für die Öffentlichkeit unzugänglich – bis eine Künstlergruppe 2007 diesen Ort für sich entdeckte und ihn anlässlich der Aktion „Kunstspur“ einem breiten Publikum öffnete.

„Betreten verboten“ nannte sich die Gruppe – und einige der Künstler sind auch zehn Jahre später wieder mit ihren Kunstwerken präsent. wenn am kommenden Wochenende (16./17. September) die „Kunstspur“ im Essener Süden erneut zu Atelierbesuchen einlädt. Dann wird der riesige, still daliegende Dachboden, in dem das diffuse Licht heute nur noch erahnen lässt, wo Menschen ihre mühevolle Arbeit verrichteten, wieder mit Leben gefüllt sein.

Malerei, Fotografie, Installationen

„Die Leute drängelten sich, darunter waren viele ehemalige Arbeiterinnen“, erinnert sich Lida Bräter noch gut an das erste Mal, als sie mit ihren Kollegen ihre Kunstwerke auf den alten Holzdielen ausgebreitet hatte. Für die Kettwiger Künstlerin ist es auch zehn Jahre später noch etwas Besonderes, hier auszustellen. Christiane Bockx, Carola Engels und Klaus Hesselmann hat sie als Gäste dabei. Wolfgang Kleber, Agnes Wallek und Sebastian Walter-Lilienfein werden ebenfalls ihre Werke bei der „Kunstspur“ präsentieren – allerdings im „Kunstraum“ der Scheidt’schen Hallen.

Malerei, Fotografie, Installationen – die alten und neuen Akteure von „Betreten verboten“ zeigen Beispiele ihres künstlerischen Schaffens der jüngsten Vergangenheit. Die Arbeiten sind abstrakt und realistisch, in bunten Farben und Schwarz-Weiß, aus verschiedenen Kunststoffen, auf Papier und Leinwand. Eine vielfältige Mischung, die – vermutlich zum vorletzten Mal – die Kammgarnspinnerei beleben wird.

Weitere Wohnbebauung geplant

Denn am Stauseeufer wird die Wohnbebauung weiter wachsen. „Irgendwann wird dieser Teil der Scheidt’schen Hallen abgerissen“, sagt Heinz Schnetger, Geschäftsführer des Eigentümers, der Grundstücksgesellschaft Kettwig. Wann, könne er noch nicht sagen. „Vielleicht in zwei, drei Jahren. Vielleicht müssen wir den Bebauungsplan ändern, das dauert ja alles seine Zeit.“ Leider, so Schnetger, habe das Konzept, Misch- und Gewerbenutzung in den ausgedienten Industriehallen zu etablieren, nicht geklappt. Das Interesse sei einfach zu gering gewesen. Schnetger: „Schade, denn die Kunstspur zeigt immer wieder, dass gerade der Wollboden viel Potenzial hat.“

>> Ateliers in Kettwig und Werden geöffnet

Die „Kunstspur“ findet am 16. und 17. September im Essener Süden statt. In Kettwig sind zehn Atelier- bzw. Ausstellungsräume geöffnet und in Werden sind es 19 Kunstorte. Einzelheiten sind dem Flyerzu entnehmen, der an öffentlichen Stellenausliegt und auf der Homepage www.kunstspur.essen.de der Stadt Essen heruntergeladen werden kann.

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