Juni-Unwetter

Kettwiger Rathaus: Unwetter zerstört im Keller 5000 Bücher

Sie sichten die Bücher: Dierk Lamm, Bernhard Bandura und Aloyse Blasius (v.l) vom Förderkreis der Stadtteilbibliothek Kettwig.

Sie sichten die Bücher: Dierk Lamm, Bernhard Bandura und Aloyse Blasius (v.l) vom Förderkreis der Stadtteilbibliothek Kettwig.

Foto: Marie Heibach

essen-Kettwig.   Das Unwetter vom 7. Juni hat den Bücherkeller im Kettwiger Rathaus unter Wasser gesetzt. Der Förderkreis konnte nur 5000 von 8000 Büchern retten.

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Am 7. Juni klingelte bei Dierk Lamm das Telefon. Die schlechte Nachricht: Der Bücherkeller, den der Förderkreis der Kettwiger Stadtteilbücherei im Rathaus betreibt, stand komplett unter Wasser. Lamm, Vorsitzender des Vereins, war sehr schnell vor Ort. „Das Wasser kam direkt aus den Wänden. Da war kaum noch etwas zu machen.“

Das Unwetter, das an diesem Donnerstag gerade in Kettwig besonders heftig tobte, hinterließ auch im Bücherkeller enorme Schäden. „Von den 8000 Büchern, die dort lagerten, müssen wir 5000 entsorgen“, sagt Dierk Lamm. „Wir stehen quasi vor dem Nichts, denn auch den Raum werden wir nicht mehr nutzen können. Es wird endlos lange dauern, bis die Wände wieder trocken sind. Und der Gestank dort ist unerträglich.“ Nicht nur für die Kunden, die zu den Öffnungszeiten in den Regalen stöbern, sondern besonders für die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die seit rund 30 Jahren gebrauchte Literatur zu Schnäppchenpreisen verkaufen – „und der Erlös kommt immer der Stadtteilbücherei zugute“.

Vielleicht ein Raum mit Licht und Luft

Aufgeben wollen Lamm und sein Team aber nicht. „Wir haben jetzt einen Brief an den Bezirksbürgermeister Michael Bonmann geschrieben und bitten um Unterstützung. Vielleicht kann man uns einen der leerstehenden Räume im Rathaus zur Verfügung stellen. Dann hätten wir vielleicht künftig Licht und Luft im Bücherkeller.“

Mit der Immobilienwirtschaft, die für alle städtischen Gebäude zuständig ist, will er in der kommenden Woche ins Gespräch kommen. „Bedanken müssen wir uns bei Brigitte Harti, Die Verwaltungsbeauftragte, die ihr Büro im Kettwiger Rathaus hat, hatte uns spontan einen Raum unweit des Bücherkellers angeboten. Dort können wir die geretteten Bücher zumindest zwischenlagern.“

Zerstörte Bücher wandern in den Container

Dabei war besonders das Fachwissen von Aloyse Blasius hilfreich. Er ist Schatzmeister des Fördervereins – und gelernter Drucker. Dierk Lamm: „Er konnte uns gut den Unterschied zwischen Holzpapier und gestrichenem Papier erklären und zeigen. Holzpapier wird von Feuchtigkeit angegriffen und von Schimmel befallen. Gestrichenes Papier hingegen ist von einer hauchdünnen Wachsschicht überzogen und unempfindlicher.“ Heute werden die restlichen unbrauchbaren Bücher entsorgt. Dafür hat die Stadt einen Container zur Verfügung gestellt.

„Wenn alles geklärt ist, werden wir sicherlich zu einer großen Spendenaktion aufrufen – wir brauchen auf jeden Fall eine Menge neue Bücher.“

Raum eignet sich nur noch für Champignonzucht

An diesem Wochenende wird der feuchte Kellerraum komplett leergeräumt sein. An die Immobilienwirtschaft hat Dierk Lamm einen Brief zur Übergabe geschrieben. Darin empfiehlt er, natürlich mit einem Augenzwinkern, „dass man den Raum künftig gut für eine Champignonzucht verwenden könnte...“

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