Landwirtschaft

Kettwiger Landwirte setzen sich aktiv für Bienenschutz ein

Constantin Stein und Ann-Kathrin Steinmann möchten mit den Bürgern in Kontakt treten und einen Beitrag für den Umweltschutz leisten: Die Landwirte säen Bienenweiden ein, an denen man sich für einen Euro beteiligen kann.

Constantin Stein und Ann-Kathrin Steinmann möchten mit den Bürgern in Kontakt treten und einen Beitrag für den Umweltschutz leisten: Die Landwirte säen Bienenweiden ein, an denen man sich für einen Euro beteiligen kann.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Kettwig.   Ann-Kathrin Steinmann und Constantin Stein vom Kettwiger Hessenhof legen Bienenweiden an. Wie jeder Teil des Umweltschutz-Projekts werden kann.

Idylle pur. Der Kettwiger Hessenhof in der früheren Honschaft Oefte liegt eingebettet in die Natur. Der Blick ist offen, die Botschaft klar: Ann-Kathrin Steinmann und Constantin Stein möchten Landwirtschaft zukunftsorientiert gestalten. Sie bewirtschaften gemeinsam den Hessenhof in dritter Generation und möchten hier innovative Ideen verwirklichen.

Im Sommer übernahm Stein den elterlichen Hof mit einem landwirtschaftlichen Betrieb mittlerer Größe. Gemeinsam mit Freundin Ann-Kathrin kämpft er engagiert für mehr Verständnis: „Ein Landwirt muss die Chance haben, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Unser Berufsbild wird oft falsch eingeschätzt. Man wird geradezu an den Pranger gestellt. Doch wir arbeiten nie gegen die Natur, sondern mit ihr.“

Landwirte wollen auf die Bevölkerung zugehen

Wichtiges Element eines modernen Agrarmanagements ist die Ackerfolge. Anders als bei der Monokultur werden die Böden geschont. Beim Hessenhof wechseln sich Getreide wie Weizen, Gerste und Triticale ab. Dazu Raps für die Gewinnung von Öl und Ackerbohnen. Die werden in der Tierfütterung, aber auch für das angesagte Eiweißbrot verwendet.

Nach dieser Aufzählung sagt der studierte Agrarwissenschaftler: „Naturzerstörung wäre also gar nicht in unserem Interesse. Die Leute müssten einfach mehr um die Hintergründe wissen.“ Da helfen aufgedeckte Skandale etwa in der Schweinemast nicht weiter, weiß Steinmann: „Aber schlechte Nachrichten verkaufen sich halt besser.“ Immer mehr Agrarproduzenten versuchen deshalb, auf die städtische Bevölkerung zuzugehen.

Ziel ist, die Artenvielfalt zu erhalten

Und wie können Normalbürger helfen? Gar nicht so schwer, findet Stein: „Mal den Rasen wachsen lassen.“ Doch wenn nun mal kein Garten da ist? „Dann kommen wir mit unserer Bienenweide ins Spiel. Für diejenigen, die selbst keine Möglichkeiten haben.“ Man habe immer schon Blühflächen vorgehalten: „Warum nicht einen Schritt weiter gehen in Richtung Umweltschutz?“ Die beiden wollen ihren Teil leisten, gleichzeitig aber Mitmenschen ins Boot holen.

Constantin Stein arbeitet beratend für die Genossenschaft und weiß daher genau, was Bienen so mögen. Er stellte eine bunte Saatgutmischung aus etwa 46 Arten zusammen. Da finden sich unter anderem Hainblume, Kalifornischer Mohn, Ringelblume, Bartnelke, Jungfer im Grünen, Schleifenblume oder Malven. Eine Fläche von 20.000 Quadratmetern wurde ausgeguckt und zum Teil schon eingesät. Wer möchte, kann ganz einfach neuen Lebensraum für Insekten schaffen und so die Artenvielfalt erhalten: Pro Quadratmeter einen Euro spenden und so Teil des Projekts werden.

Insektenhotels helfen den Wildbienen

Bisher lief die Aktion sehr gut an. Das Engagement ist also vorhanden, und doch gibt es Missverständnisse: „Wir wurden gefragt, ob wir nicht auch Bienenvölker setzen wollen. Doch diese kultivierten Honigbienen verdrängen die Wildbiene. Das ist auch ein Teil des Problems.“ Also werden noch ein paar Insektenhotels aufgestellt.

Die kann man mittlerweile sogar im Discounter kaufen. Da ist Constantin Stein aber etwas aufgefallen: „Einige dieser Hotels sehen zwar ganz toll aus, aber ihre Löcher sind zu schmal für die Tiere.“ Ein Bienenhotel könne man aber auch leicht selbst basteln. Hauptsache, so ein Insekt finde Rückzugsmöglichkeiten.

>>EINE BROSCHÜRE INFORMIERT ÜBER DEN HOF

  • Für alle Neugierigen wurde die Broschüre „Wir aktiv für den Bienenschutz -Hessenhof“ in den Kettwiger Geschäften verteilt. Es gibt sie auch an der Einfahrt des Hofes (Oefte 5). Wer mehr über Bienen- und Insektenschutz erfahren möchte, kann das Projekt bei Facebook verfolgen oder unter Hessenhof.kettwig@gmail.com den Kontakt aufnehmen.
  • Die Bienenweiden-Spenden können auf das Konto DE 97 3605 0105 0001 4666 30 von Constantin Stein bei der Sparkasse Essen überwiesen werden.

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