Kinderheim

Kettwiger Kinderheim plant eine große „Sommersause“

Das Team mit (v.l.) Heike Wagner, Susanne Krämer, Bettina Branges-Wissing, Michael Scheiermann, Frederik Schmülling, Claudia Westmeyer und Pfarrer Sven Goldhammer.

Das Team mit (v.l.) Heike Wagner, Susanne Krämer, Bettina Branges-Wissing, Michael Scheiermann, Frederik Schmülling, Claudia Westmeyer und Pfarrer Sven Goldhammer.

Foto: Ramona Richter

essen-kettwig.   Das Kettwiger Kinderheim St. Josefshaus schafft nach 24 Jahren den Benefizabend ab – jetzt gibt’s eine Sommersause. Und personelle Veränderungen.

Aufbruchstimmung im Kettwiger Kinderheim St. Josefshaus. Ideen gibt es viele, und Veränderungen prägen das Bild. So wird im August bei Erlebniswoche und Sommersause einiges los sein.

Daniela Westmeyer spürt die lange Geschichte des Hauses, möchte aber auch neue Ideen einbringen. Seit dem 1. September 2018 ist sie Geschäftsführerin der Kinder- und Jugendhilfe St. Peter und des Kinderheims St. Josefshaus. Eine fachliche Umstrukturierung stelle die Einrichtung gut auf, erläutert die Diplom-Sozialpädagogin: „Die Einrichtung wurde sehr groß, die Leitungsebene wuchs aber nicht mit. Da haben wir nun nachgerüstet und die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt.“

Abrupte personelle Wechsel wären ein Rückschlag

Im Kinderheim sind das die Schultern der neuen pädagogischen Bereichsleiter Bettina Branges-Wissing, Heike Wagner und Frederik Schmülling. Der betont die Kontinuität: „Alle hier auf der Leiterebene sind langjährige Mitarbeiter, die ihre beruflichen Wurzeln hier haben, das Leitbild kennen und verinnerlicht haben.“ Denn eines dürfe man nie vergessen: Das Kinderheim ist eine traumapädagogische Intensiveinrichtung. Da wären abrupte personelle Wechsel ein Rückschlag gewesen, sagt Daniela Westmeyer: „Kinder sind da wie Seismographen.“

Die Bedarfe für immer jüngere Kinder wachsen. Ein deutliches Beispiel sei die Geschichte eines kleinen Jungen aus Rumänien: „Er ist im wahren Sinne des Wortes mutterseelenallein in Deutschland. Ihm wollen wir hier eine langfristige Perspektive bieten.“ Da hilft natürlich die große Bandbreite. Bettina Branges-Wissing erzählt von den Mintarder Gruppen. „Die sind idyllisch gelegen und besonders für unsere Kleinen ideal. Sie sind bestens im Dorf integriert, es gibt sogar Patenschaften von Mintardern.“

Außenwohngruppe in Altendorf zur Verselbstständigung

Irgendwann sind Kinder aber keine Kinder mehr. Den Jugendlichen wird dann gezielt angeboten, im Sinne der Verselbstständigung umzuziehen. Zum Beispiel nach Altendorf. Frederik Schmülling: „Dort in unserer Außenwohngruppe sollen die jungen Menschen lernen, sich selbst zu organisieren.“

Heike Wagner ist schon Feuer und Flamme für eine große Aktion. „Wir starten im Sommer unsere zweite Erlebniswoche.“ Die soll vom 19. bis 23. August die Kinder und Jugendlichen noch mehr zusammenschweißen. In verschiedenen Modulen geht es im Abenteuercamp bei Bauer Kammesheidt zum Beispiel um Bogenschießen, Tanzen oder Schnitzen. Für Aktivitäten wie Drachenbootfahren, Wildwasserkajak oder Rafting geht es dann auf Tour. Ebenfalls fürs Klettern: „Im vergangenen Jahr waren wir im Landschaftspark Duisburg-Nord und in der Kletterkirche Mönchengladbach.“ Jede Menge Action ist also angesagt, der Schwerpunkt liegt auf dem gemeinsamen Erleben.

Nach 24 Jahren gibt es keinen Benefizabend mehr

Auch Pastor Sven Goldhammer hat da seine Erfahrungen gemacht: „Wenn wir im Sommer mit der Gemeindejugend nach Juist fahren, sind besonders die Kinder aus dem St. Josefshaus diejenigen, die auf die anderen achten.“

Eine weitere Änderung: Es wird keinen Benefizabend mehr geben. „Das war 24 Jahre lang gut. Aber nun möchten wir Neues probieren.“ Am Sonntag, 25. August, wird eingeladen zur großen „Sommersause“. Den Namen fürs Sommerfest haben die Jugendlichen übrigens selbst ausgesucht. Auf der großen Wiese von Bauer Kammesheidt soll es von 15 bis 20 Uhr rund gehen bei diesem Familienfest für die Kettwiger, zu dem auch Freunde und Förderer herzlich eingeladen werden: „Dort können wir unsere Arbeit präsentieren. Da können junge Familien teilnehmen und Spaß haben.“

Dass die Witterung mitspielt, könnte doch der Pastor garantieren? Goldhammer gibt sich diplomatisch: „Da ist in der Regel immer schönes Wetter.“


>>DAS KINDERHEIM ST. JOSEFSHAUS BESTEHT SEIT 1857


  • Die Kinder- und Jugendhilfe St. Peter gGmbH wurde am 18. August 2004 durch die Kirchengemeinde St. Peter Essen-Kettwig gegründet.
  • Mittlerweile gehören zur Gesellschaft das Kinderheim St. Josefshaus, die Kindertagesstätte St. Matthias, der Kindergarten St. Joseph und das Kinder- und Familienzentrum Kettwig im Verbund mit der evangelischen Kirchengemeinde Kettwig.
  • Das Kinderheim St. Josefshaus besteht seit 1857 und war eine Einrichtung der Kirchengemeinde St. Peter unter der Leitung der Schwesternschaft „Arme Dienstmägde Jesu Christi“ aus Dernbach. Seit 1988 ist die Einrichtung unter weltlicher Leitung.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben