Schülerkabarett

Kettwichte präsentieren ihr 44. Programm „Lachen am Limit“

Viel Spaß haben die Mitglieder der Kabarettgruppe „Kettwichte“: Gerade bereiten sie im Jugendhaus St. Altfrid ihr 44. Programm vor.

Viel Spaß haben die Mitglieder der Kabarettgruppe „Kettwichte“: Gerade bereiten sie im Jugendhaus St. Altfrid ihr 44. Programm vor.

Foto: Julia Tillmann

Essen-Kettwig.  Das 44. Programm des Schülerkabaretts hat am 6. September im Alten Bahnhof Kettwig Premiere. Ein Besuch bei den Proben im Jugendhaus St. Altfrid.

Das Digitalpaket für jede Essener Schule: Ohne iPad und Smartphone kommt kein Schüler durchs Drehkreuz, überall gibt es WLAN und interaktive Tafeln. Nur in Kettwig gehen die Uhren anders, sprich das Dorf ist aus der Zeit gefallen.

Hausmeister Schimanski vom Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) jedenfalls sieht das alles ganz locker und macht erst mal Pause… Die Lacher auf seiner Seite haben wird der junge Mann im blauen Kittel, der von Leo Fischer gespielt wird, bestimmt. Der fünfminütige Sketch ist Teil des neuen Programms der „Kettwichte“. Das heißt „Lachen am Limit“ und wird erstmals am nächsten Freitag, 6. September, der Öffentlichkeit präsentiert.

„Kettwichte“ proben im Jugendhaus St. Altfrid

Geübt haben die elf Akteure der elften und zwölften Jahrgangsstufe schon in der Schule. Den letzten Schliff bekommen die Szenen und Lieder, 16 an der Zahl, aber erst in einem viertägigen Probenmarathon im Jugendhaus St. Altfrid. Dorthin begeben sich die „Kettwichte“ regelmäßig in Klausur, wenn es an den Endspurt geht.

Constantin Rube und Sean Nölle waren schon im vergangenen Jahr dabei, „die Anspannung hält sich da in Grenzen“, sagt Constantin. „Vorerst“, ergänzt sein Kumpel und zwinkert verschmitzt: „Hauptsache, wir haben Spaß.“

Texte und Lieder stammen von Lehrer Christian Reindl

Und das ist unverkennbar. Die Stimmung ist gut, auch wenn die eine oder andere Passage noch nicht so richtig sitzt und Regisseur Christian Reindl öfter mal dazwischen geht mit einem „nicht so schnell, mach mal ne Pause“. Joel König, er spielt den Azubi von Hausmeister Schimanski, weiß, „dass ich dann mehr auf meine Artikulation und Betonung achten muss“. Die Texte lernen, dass falle ihm hingegen leicht.

Diese stammen in der Hauptsache aus der Feder von Christian Reindl. Er gibt Latein und Geschichte am THG und ist seit 2013 Leiter der „Kettwichte“. Wie stets baut er das Gerüst mit seinen ironischen Texten und Liedern, die dann in der Probenwoche diskutiert werden. „Wir probieren viel aus, stellen Passagen um. Die Schüler schreiben auch selbst Szenen.“ Das kreative Miteinander kulminiert in der Premiere, die – auch das ist Tradition – im Alten Bahnhof Kettwig stattfindet.

Dort präsentieren die „Kettwichte“ in „Lachen am Limit“ u.a. einen Polit-Talk und lassen die Spitzen der deutschen Parteien mit unvorhersehbaren Meinungen überraschen. Kritisch hinterfragt wird Greta Thunberg, die Erfinderin der Fridays for Future. Immer wieder werden zudem Schulthemen eingeflochten – wie etwa der Zusammenbruch eines Pennälers durch G8.

Kein Open Space, kein WLAN in der Kirche

Im You-Tube-Kanal Kett-Ti-Vi klärt Moderatorin Lara-Mara mit einem hochkarätigen Gast die Frage, was das Problem der katholische Kirche ist: „Kein Open Space, kein WLAN, die Räume schlecht isoliert.“ Deshalb greife jetzt Pep, der Pfarreientwicklungsplan: „Wirtschaftlichkeit statt Seelsorge.“ Die durchaus ernsten Töne sind gewollt. Reindl, selbst Katholik, zeigt sich bestürzt über Entwicklungen in Essen, „wo Gemeinden um jede Kirche kämpfen“.

So ist auch im 44. Programm eine Konstante im Schülerkabarett gewahrt: Mit den „Kettwichten“ kann man viel lachen – aber immer mit Hintersinn.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben