Grün und Gruga

Joachim Jahn ist fürs Grün im Bezirk zuständig

Joachim Jahn auf der kleinen Holzbrücke, die zur Brehminsel in Werden führt.

Foto: André Hirtz

Joachim Jahn auf der kleinen Holzbrücke, die zur Brehminsel in Werden führt. Foto: André Hirtz

essen-Werden.   Bei einem Spaziergang über die Brehminsel in Werden haben wir mit Joachim Jahn geredet – dem neuen Mann fürs Grün im Süden und Westen der Stadt.

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Schon der Blick von der kleinen Holzbrücke auf die Brehminsel hat einiges zu bieten. Das Schwanenpaar gleitet mit dem Nachwuchs übers Wasser, nebenan putzt ein Graureiher sein Gefieder. Eine Kindergruppe aus Wuppertal kommt von der Jugendherberge herunter gewandert. Joachim Jahn gefällt, was er sieht: „Der Brehm ist schon ein Highlight.“

Seit April ist Joachim Jahn bei Grün und Gruga als Bereichsleiter für die Grünflächen im Essener Süd-Westen zuständig. Von Kettwig über Haarzopf bis nach Holsterhausen. Nach der Gärtnerausbildung studierte er Landschaftsarchitektur und arbeitete über 20 Jahre lang in einem mittelständischen Betrieb im Kreis Wesel.

Großes Lob für Vorgänger Dirk Heimeshoff

Hat sein Vorgänger große Fußstapfen hinterlassen? „Ja, denn aus vielen Gesprächen habe ich oftmals Lob für Dirk Heimeshoff mitgenommen. Da wurden hohe Maßstäbe gesetzt. Ich meine aber, den Aufgaben gewachsen zu sein. Die südlichsten Stadtteile kenne ich gut, da ich meine Gärtnerlehre bei Lelgemann in Heidhausen gemacht habe. Da waren wir oft in Kettwig und Werden unterwegs.“

Joachim Jahn umreißt, wofür Grün und Gruga zuständig ist. Und wofür nicht. „Das Amt steht für Planung, Ausführung und Unterhaltung der Grünflächen und Spielplätze.“ Und Jahn weiß um die Kritik, Grün und Gruga vernachlässige die Pflege und gehe nicht gezielt den Anregungen aus der Bevölkerung nach: „Der Bürgerwille sollte Vorrang haben. Aber wir können leider nicht alle Vorschläge umsetzen. Dafür fehlen uns die Finanzmittel.“ Beim Grünschnitt hinke man auch hinterher.

Viele engagierte Spielplatzpaten im Süden

Viel Positives hat er indes auch schon ausgemacht: „Der Spielplatz auf dem Brehm mit seiner Ruhraake ist schon sehr attraktiv, und der am Heidhauser Brosweg ist einer der am besten mit Spielgeräten ausgestatteten in ganz Essen. Hier im Süden der Stadt haben wir sehr viele engagierte Paten.“

Vor einem gekappten Platanenstamm bleibt Jahn stehen: „Hier ist ein Werk des Bildhauers Roger Löcherbach geplant. Von uns gibt es da grünes Licht. Wir haben dem Forst den Hinweis gegeben, diesen Baum nicht zu fällen.“

Vandalismus und Notdurft

Man lerne: Für stehende Bäume ist nicht Grün und Gruga zuständig, sondern der Forstbetrieb. Im Wald, an der Straße oder eben auch hier im Park. In den nächsten Jahren wird es eine neue Brücke auf den Brehm geben, mit deutlich erhöhter Traglast. Auch hier sind andere zuständig: „Das ist Sache des Amtes für Straßen und Verkehr. Wir werden da erst für Wegangleichungen und Neupflanzungen mit eingebunden.“

Die Runde ist fast beendet, da wird Jahn von einem Hundebesitzer angesprochen. Seine Themen: Vandalismus und Notdurft. Es fehle an WCs, gerade wenn die Wiese komplett mit grillenden Gruppen belegt sei. Da würden halt die Gebüsche aufgesucht: „Das stinkt im Sommer.“ Und sein Hund ist schon wieder in eine Scherbe getreten. Eine weitere Unart: Da wurde noch glühende Grillkohle einfach an einen Baum gekippt.

Wie gedankenlos einige Menschen mit dem Gemeingut umgehen, erschüttert Joachim Jahn immer wieder: „Nicht nachvollziehbar, wie man sich sein eigenes Umfeld so verschandeln kann.“

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