25 Jahre Kettin

Interessengemeinschaft Kettin vor 25 Jahren gegründet

Premiere in Kettwig: 1995 fand zum Brunnenfest der erste verkaufsoffene Sonntag statt.

Premiere in Kettwig: 1995 fand zum Brunnenfest der erste verkaufsoffene Sonntag statt.

Foto: H.W.Rieck

essen-Kettwig.   Vor 25 Jahren: Am 1. April 1993 gründeten 27 Kettwiger die Interessengemeinschaft für Handel, Handwerk und Dienstleistung und nannten sie Kettin.

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Es ist ein Jubiläum ohne Feier: Am Ostersonntag, 1. April, ist es genau 25 Jahre her, dass die Interessengemeinschaft Kettin gegründet wurde. „Das Fest holen wir ganz sicher im Sommer nach“, sagt Gerd Kolbecher, der aktuelle Vorsitzende der Händlervertretung. „Wir haben Pläne fürs Programm, aber noch keinen Termin.“

Acht Jahre lang war Annegret Borgs Vorsitzende und Motor des Vereins. An den 1. April 1993 hat sie viele intensive Erinnerungen. „Der Name entstand direkt bei der Gründungsversammlung. Der Kettwiger Werbering hatte sich drei Jahre vorher aufgelöst, und die Händler wollten unbedingt wieder eine Weihnachtsbeleuchtung. Das war der Anfang.“

Keine Innenstadtkirmes in Kettwig

Und am 17. September 1995 wartete das erste Brunnenfest mit einer besonderen Premiere auf: Kettwigs Geschäfte luden zum verkaufsoffenen Sonntag ein. Annegret Borgs: „Damals war ein Antrag für eine Innenstadtkirmes in Kettwig gestellt worden – das wollten wir auf keinen Fall, und so entstand das Brunnenfest.“

Was in den Jahren danach folgte, war oftmals ein ständiges Auf und Ab. Immer wieder stand der Verein kurz vor dem Aus, doch er hat sich über die Zeit gerettet. Annegret Borgs: „Wir haben uns damals alle mit viel Spaß und Herzblut engagiert, viele Aktionen gemacht, um Schwung in den Stadtteil zu bringen. Und wir hatten mit ‘Gemeinsam sind wir stark’ ein Motto, dass auch heute noch gilt.“

Digitales mit dem Einkaufserlebnis vor Ort verbinden

Zahlreiche Infoveranstaltungen für die Händler und regelmäßige Stammtische habe es gegeben, aber „wir haben auch gemeinsam die Kettwiger Ruhrbrücke gestrichen, ein Seifenkistenrennen veranstaltet, einen riesigen Weihnachtsbaum geschmückt und den Weihnachtsmarkt ausgerichtet, eine öffentliche Toilette betrieben, Parkplätze geschaffen und einen Einzelhandels- und Dienstleistungspreis vergeben.“ Früher sei sicherlich nicht alles besser gewesen, die Probleme wie einheitliche Öffnungszeiten und fehlende Parkplätze seien geblieben, „aber es gibt heute mehr Möglichkeiten als je zuvor. Ich fände es schlimm, wenn alles übers Internet laufen würde – man muss das Digitale mit dem Einkaufserlebnis vor Ort verbinden können“, sagt Annegret Borgs.

Im Jahr 2018 zeichnet Kettin an erster Stelle als Ausrichter der großen Veranstaltungen verantwortlich, ist Ausrichter des Frühlingsfestes, des Brunnenfestes und des Kürbisfestes. Für Wolfgang Bieger, der den Verein drei Jahre lang führte, zu wenig: „Viele der Aktionen, zum Beispiel das Adventsfenster, sind einfach eingeschlafen. Und warum bezieht man bei den großen Veranstaltungen nicht auch die attraktive Ruhrstraße mit ein? Die engagierten Anwohner, die sich zu einer Initiative zusammengeschlossen haben, bieten sich doch immer wieder an.“

Zusammenarbeit mit dem HVV suchen

Eine Daseinsberechtigung habe eine Werbegemeinschaft nach wie vor. „Das braucht man, um sich im Konzert der anderen Stadtteilgemeinschaften Gehör zu verschaffen und die Interessen des Handels zu vertreten. In Kettwig sollte man die Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Verkehrsverein suchen. Nach dem Motto ‘getrennt marschieren, vereint schlagen’“.

Die Bezeichnung Werbegemeinschaft hört Gerd Kolbecher allerdings nicht allzu gern, denn „wir sind eine Interessengemeinschaft, die weitaus mehr Funktionen hat. So gehört die Mitarbeit an der Infrastruktur eines Ortes zu unseren Aufgaben.“

Richtungsweisende Jahreshauptversammlung

Im Kreis von Vertretern anderer Essener Werbegemeinschaften hat er sich jüngst dennoch gut gefühlt. „Wir hatten ein Gespräch mit dem Chef der Essener Marketing Gesellschaft, Richard Röhrhoff. Und der will sich in Zukunft verstärkt für die Stadtteile, für die Mittelzentren einsetzen.“

Richtungsweisend wird die nächste Kettin-Jahreshauptversammlung sein. Intern wird derzeit intensiv über inhaltliche und personelle Veränderungen diskutiert – ein Termin steht allerdings auch in diesem Fall noch nicht fest.

Kettin, die Interessengemeinschaft für Dienstleistung, Handel und Handwerk, ging am 1. April 1993 im Schmachtenbergshof mit 27 Gründungsmitgliedern an den Start.

Die bisherigen Vorsitzenden des Kettwiger Vereins waren Christian Heller, Annegret Borgs, Rolf Gampe (†), Roger Kessler, Wolfgang Bieger. Aktuell ist Gerd Kolbecher der Chef der Interessengemeinschaft.

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