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Hobbyhistoriker Günter Voss erkundet Kettwiger Straßennamen

Günter Voss an der Ruhrstraße. Diese ist eine der ältesten Straßen in Kettwig. Nachzulesen ist die Geschichte in dem Buch „Kettwiger Straßen“, das Voss jetzt neu herausgebracht hat.

Günter Voss an der Ruhrstraße. Diese ist eine der ältesten Straßen in Kettwig. Nachzulesen ist die Geschichte in dem Buch „Kettwiger Straßen“, das Voss jetzt neu herausgebracht hat.

Foto: Carsten Klein

Essen-Kettwig.  Günter Voss hat sein 2007 erschienenes Nachschlagewerk um Neuzugänge ergänzt. Der Vorsitzende der Museumsfreunde hat fein Jahr lang recherchiert.

Von A wie Akademiestraße über K Kringsgat und R wie Rehfußhang bis Z wie Zur Kanzel gibt die überarbeitete und erweiterte Ausgabe von „Kettwiger Straßen und ihre Geschichten“ Auskunft über mehr als 150 Straßenbenennungen in der Gartenstadt. Es ist ein Nachschlagewerk für alteingesessene Kettwiger wie auch Neubürger.

Elf Jahre nach dem Erscheinen seines ersten Nachschlagewerks sah es Autor Günter Voss als geboten an, „das Ganze doch mal zu aktualisieren“. Schließlich habe sich gerade in den vergangenen fünf Jahren vieles getan in Kettwig. „Neue Wohngebiete sind entstanden und damit auch neue Straßennamen“, erklärt der Vorsitzende der Kettwiger Museums- und Geschichtsfreunde.

Das alte Scheidt’sche Fabrikgelände

Rund ein Jahr habe er für die Recherche gebraucht, erzählt der 79-Jährige. „Die meisten Sachen waren ja schon bekannt. Das eine oder andere habe ich dann noch ergänzt.“

Wo allerdings neue Häuser gebaut wurden, forschte der Hobbyhistoriker intensiver nach. Für die Straße Am Wollboden war es einfach, schließlich ist die alte Scheidt’sche Textilfabrik an der Ringstraße bekannt. „Auf dem Wollboden wurde die ankommenden Wolle aussortiert und gewaschen“, berichtet Voss.

Zeittafel zum Kettwiger Ruhrbogen

Weiter ausholen musste der Autor da schon bei der Benennung Am Kettwiger Ruhrbogen: Hier geht es weit zurück bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als die Fläche noch industriell genutzt wurde. Eine Zeittafel klärt über die verschiedenen Eigentümer auf. Eine Ziegelei gab es dort zunächst, die aber im Frühjahr 1911 ihren Betrieb einstellte. Nach dem Streik im Ruhrbergbau lagerte das Ruhrkohlensyndikat 1000 Tonnen Steinkohle dort ab. Viele Kettwiger holten sich dort ihre Kohlen.

1911 verzeichnet die Chronik auch das Vorhandensein einer Naturbühne. Von Schillers „Wallenstein“ ist da die Rede, der mit 150 Komparsen aus Kettwig aufgeführt wurde.

Fotos und Karten als Ergänzung

Ab 1920 wurde das Gelände dann wiederum industriell genutzt: Die Firma Markmann & Moll errichtete einen Weichenbau – und blieb für lange Zeit dort dominanter Eigentümer – bis 1994. Die Bebauung der Industriebrache erfolgte ab 2013.

Diese und andere Einzelheiten sind mit Fotos und Karten auf 212 Seiten nachzulesen. In Flothmanns „Kettwig in Geschichte und Sage“ werden dann noch etliche Anekdoten zum Besten gegeben – und wer es noch nicht kennt: Am Ende ist das „Kettwiger Heimatlied“ abgedruckt.

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