Serie „Helfende Hände“

Helma Winkelhardt ist mit Leib und Seele Übungsleiterin

Als Gastmutter ist Helma Winkelhardt (Mitte) seit vielen Jahren für die Aktion Tschernobyl aktiv. Anyuta Doroshenko aus Kiew (rechts) war schon mehrere Male bei ihr.

Foto: Heinz-Werner Rieck

Als Gastmutter ist Helma Winkelhardt (Mitte) seit vielen Jahren für die Aktion Tschernobyl aktiv. Anyuta Doroshenko aus Kiew (rechts) war schon mehrere Male bei ihr. Foto: Heinz-Werner Rieck

Essen-Kettwig.   Bei Helma Winkelhardt haben viele Kettwiger als Kind das Turnen gelernt. Seit elf Jahren engagiert sie sich außerdem bei der Aktion Tschernobyl.

Selbst hoch zu Ross zu sitzen – das ist für Helma Winkelhardt nicht mehr ganz so erstrebenswert. Aber wenn ihre Gasttochter Anyuta Doroshenko auf dem Carolinenhof in Isenbügel dieser Tage einen kleinen Ausritt macht, ist die 76-jährige Kettwigerin an ihrer Seite. Ihre Gelenke haben aufgrund des Alters zwar ein wenig an Elastizität eingebüßt, aber die Übungsleiterin und langjährige Vorsitzende des Turnvereins Kettwig hält die Zügel noch fest in der Hand. „Solange es die Gesundheit zulässt, mache ich mit dem Sport weiter“, sagt sie lächelnd.

Auf dem Carolinenhof verbringen die Kinder der Aktion Tschernobyl Heiligenhaus einen unterhaltsamen Nachmittag. Wer von den Gasteltern Zeit hat, ist ebenfalls mit dabei. So wie Helma Winkelhardt. Sie lebt zwar in Kettwig, ist der Initiative (die dieses Jahr übrigens zum 25. Mal Gäste aus der Ukraine für drei Wochen nach Heiligenhaus geholt hat), aber seit vielen Jahren verbunden.

Engagement für die Aktion Tschernobyl

2006, erinnert sich Helma Winkelhardt, hat sie zum ersten Mal ein Gastkind aufgenommen – und war bis auf zweimal immer dabei. 2012 war sie sogar zum Gegenbesuch mit einer kleinen Gruppe Gasteltern in Kiew. „Inzwischen habe ich meinen Kettwiger Turnfrauen so viel darüber erzählt, dass die eine oder andere schon Lust hat, mitzumachen.“

Sie selbst ist über Gaby Slotta, Mitbegründerin der Aktion Tschernobyl in Heiligenhaus, dazugestoßen. „Gaby Slotta war bei mir in der Sportgruppe und hat über die Kiewer Kinder erzählt. Ich selbst hatte schon rumänische Kinder unterrichtet und wollte mich bei so einer Hilfsaktion auch gerne einbringen, um Gutes zu tun.“ Die Zeit vor den Sommerferien hat sie sich dazu weitgehend frei gehalten.

Was nicht immer so einfach war. Denn Helma Winkelhardt ist mit Leib und Seele Übungsleiterin und Sportlehrerin. Aus dem Münsterland kam sie 1958 nach Kettwig. „Eigentlich wollte ich Lehrerin werden, aber das Gymnasium kostete damals noch Geld und das klappte bei mehreren Geschwistern nicht.“ Also machte Helma eine Friseurlehre – für Damen und Herren, „wie das so üblich war“. 1960 heiratete sie, zwei Töchter und ein Sohn wurden geboren.

Organisation von Turnwettkämpfen

Schon damals war sie im Sportverein, bei den Eisenbahnern Grün-Weiß. Dann kamen der Turnverein Vor der Brücke, der Turnverein Kettwig, schließlich die Fusion mit dem Kettwiger Sportverein. Helma Winkelhardt organisierte ehrenamtlich Wettkämpfe, führte ihre Turnküken zu Höchstleistungen am Barren und auf dem Balken. In der Brücker Schule gab sie nach absolvierter Lehrerprüfung Sport in AGs. Gleichzeitig leitete und leitet sie Kurse beim TuS Unterilp in Heiligenhaus. „Heute ist alles etwas reduzierter“, sagt sie. Aber sie steckt noch voller Ideen: Mit dem Bauverein Kettwig entwickelt sie ein Alltagstrainingsprogramm für Senioren. Und bei der Aktion Tschernobyl ist sie 2018 auch wieder dabei.

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