Vereine

Heidhauserin sucht Partner für karitative Hilfe in Ghana

Krankenschwester Heike Asmuth engagiert sich für ländliche Krankenstationen in Ghana. Benötigt werden medizinische Geräte.

Krankenschwester Heike Asmuth engagiert sich für ländliche Krankenstationen in Ghana. Benötigt werden medizinische Geräte.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Heidhausen.  Die Heidhauserin Heike Asmuth ist Vorsitzende von „Ghana Rural Health Care Support“. Im Essener Süden sammelt sie jetzt Spenden für Projekte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Jedes fünfte Kind in Ghana unter fünf stirbt an Malaria. Aids ist auch ein großes Thema.“ Die Heidhauser Krankenschwester Heike Asmuth ist Vorsitzende des Vereins „Ghana Rural Health Care Support“ und hat schon einiges bewegt. Unter anderem hat sie die Unterstützung von Staatsministerin Michelle Müntefering im Auswärtigen Amt. Nun sucht Asmuth einen Partner im Essener Süden.

Der soll sich am Startkapital für eine größere Hilfsaktion beteiligen. Natürlich sind auch Ärzte, Geschäftsleute, Schulen oder Privatleute für kleinere Aktionen wie Flohmärkte, Spendendosen oder ähnliches gesucht: „Jede Hilfe ist willkommen.“

Heike Asmuth kümmert sich um ländliche Krankenstationen

Die gebürtige Katernbergerin kam vor 30 Jahren nach Werden und arbeitet in der ambulanten OP-Anästhesie mit Schwerpunkt bei Kindern. In Ghana leben ihre angeheirateten Neffen Kelvin und Kingsley. Die Mutter tot, der Vater kümmert sich nicht: „Da bin ich mit den beiden zur Schule gelaufen und habe sie angemeldet. Ihnen Schuluniformen besorgt, für Essen und Schulgeld gesorgt. Sie leben jetzt bei einer Tante. Aber ich bin praktisch ihre Mutter.“ Dort in der „Eastern Region“ kümmert sich Heike Asmuth nicht nur um die Neffen, sondern um die ländlichen Krankenstationen.

Vor drei Jahren lernte sie bei einer familiären Trauerfeier das Dorf Aseseeso kennen. Das nächste Krankenhaus ist weit weg und Ärzte gibt es auch keine. Heike Asmuth kam ins Gespräch mit dem örtlichen Krankenpfleger und war beeindruckt: „Er ist nach WHO-Richtlinien sehr gut ausgebildet.“ Doch über die Krankenstation selbst war sie entsetzt: „Dort fehlte selbst medizinische Grundausstattung. Es gab nicht mal fließendes Wasser.“

Ersthilfe mit Fieberthermometern, Blutdruckgeräten und Babywaagen

Da war gezielte Hilfe gefragt. Schnell war eine Liste erstellt mit dem Notwendigsten. Kein „High-Tech“, sondern Fieberthermometer, Blutdruckgeräte und Babywaagen. Einen Sterilisator und einen Tank für die Wasserversorgung.

„Wieder zuhause, habe ich alle bekloppt gemacht.“ Sie sprach Freunde und Verwandte an, Kollegen und Ärzte. Ein Rüttenscheider Gynäkologe spendete zum Beispiel ein Ultraschallgerät. Heike Asmuth gründete dann den Hilfsverein „Ghana Rural Health Care Support“ mit Sitz in Heidhausen und ist seine Vorsitzende.

In dieser Funktion lernte sie nun Michelle Müntefering kennen, Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Die war begeistert vom Engagement und vermittelte den Kontakt zur deutschen Botschaft in Ghana. Dort in Accra war man ebenfalls überaus interessiert. Heike Asmuth brachte ihr Herzensprojekt vor: „Aktuell sammeln wir Spenden für einen Schulbau im Dorf Akim Bantama.“

In der Regenzeit fällt Unterricht wegen des undichten Dachs aus

Die Schule besteht bisher nur aus einem undichten Dach. In der Regenzeit fällt also für die 300 Schulkinder der Unterricht aus. Es gibt weder Wasserversorgung noch Toiletten. Die Botschaft würde 25.000 Euro beisteuern, größer ist deren Budget nicht. „Die restlichen 15.000 Euro müssen wir zusammen bekommen. Bildung ist so wichtig in diesen Ländern. Wer gut ausgebildet ist, der flüchtet nicht nach Europa. Ebenso wollen wir ein Dorf unterstützen, das durch eine Flutwelle unbewohnbar geworden ist.“ Dafür trommelt sie um Spenden im Essener Süden.

Damit diese Spenden nicht versickern, werden Materialien vor Ort gekauft und ansässige Handwerker beauftragt. „Um alles wird gefeilscht. Ich habe dafür ein wenig die Landessprache Twi erlernt.“

Ihre Bemühungen wurden landestypisch belohnt. Okorase ist ein kleiner Ort mit 2671 Einwohnern und Asmuth wurde dort zur Königin ernannt: „Natürlich bin ich nicht Mitglied der Royal Family, sondern zuständig für Bildung und Gesundheit.“ Ostern 2020 wird sie die Menschen dort wieder besuchen und hofft, weitere Hilfsgelder und Geräte mitbringen zu können.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben