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Geschichtsbuch erzählt das dunkle Kapitel der Abtei Werden

Die Mitwirkenden an der 17. Ausgabe der „Geschichten aus der Werdener Geschichte“: Die meisten der Autoren sind Hobbyhistoriker, die Recherche ist für sie mit viel Aufwand verbunden. Dennoch haben sie Spaß daran – und planen bereits den nächsten Band.

Die Mitwirkenden an der 17. Ausgabe der „Geschichten aus der Werdener Geschichte“: Die meisten der Autoren sind Hobbyhistoriker, die Recherche ist für sie mit viel Aufwand verbunden. Dennoch haben sie Spaß daran – und planen bereits den nächsten Band.

Foto: Carsten Klein

Essen-Werden/Kettwig.  Der 17. Band aus der Reihe „Geschichten aus der Werdener Geschichte“ liegt vor. Ein Aufsatz beschäftigt sich mit der Strafanstalt in der Abtei.

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Weder gehen den Autoren die Ideen aus, noch ist schon alles über die Geschichte der Abteistadt Werden berichtet worden: Der nunmehr 17. Band aus der Reihe „Geschichten aus der Werdener Geschichte“ liegt vor. „Und der folgende Band ist bereits in Vorbereitung“, sagt Klaus Höffgen vom Geschichts- und Kulturverein Werden.

Er hat als Schriftleiter seit vielen Jahren die Koordination der Beiträge und das Lektorat inne. Für den aktuellen Band hat er eine erneut eine gute Mischung ausgewählt – von archäologischen Entdeckungen über literarische Auswertungen und Porträts historischer Persönlichkeiten sowie Beschreibungen alter Gebäude und Gastronomien bis hin zu kleinen Histörchen.

117 Jahre prägte die Strafanstalt das Stadtbild

Den größten Anteil an dem 186 Seiten umfassenden Buch nimmt die Darstellung von Norbert Fabisch über die „Königlich-Preußische Strafanstalt in Werden“ ein. Eine „verdrängte Geschichte“, wie der der pensionierte Geschichtslehrer sagt. Denn über dieses dunkle Kapitel in der Geschichte der Abtei Werden – obwohl 117 Jahre das Stadtbild prägend – existieren kaum Dokumente. Schon gar nicht über das Leben hinter den Mauern am Klemensborn. Nur wenige Aufzeichnungen von Insassen und Aufsehern gibt es.

Umso schwieriger war es für Fabisch, eine möglichst lückenlose Entwicklung zu dokumentieren. Er widmet sich dem Thema schon seit mehreren Jahren, hat 2017 eine Ausstellung im Rathaus Werden initiiert sowie mehrere Vorträge zur Strafanstalt gehalten.

Ausgrabungen des Stadtarchäologie auf Werdener Boden

In mehreren Kapiteln fasst er nun in dem Geschichtsband seine Erkenntnisse zusammen, gibt einen Überblick, welche Delikte zu einer Inhaftierung führten, welche Disziplinierung durch Strafen und Regularien in der Strafanstalt an der Tagesordnung waren, wie es sich mit den Lebensunumständen – und der Sterblichkeit verhielt.

In dem in Zusammenarbeit mit dem Bürger- und Heimatverein herausgegebenen Band geht es außerdem um die Funde bei Ausgrabungen des Stadtarchäologen Detlef Hopp (Alteburg, Kreuzenbeck), die Malereien im Werdener Hugenpoet-Psalter (Heinz-Josef Bresser), die Geschichte des Hofes Schmachtenberg in Kettwig und des Hauses Kemenate am Werdener Markt (Herbert Schmitz), die Grabstätte der ev. Gemeinde auf dem Friedhof Kirchhofsallee (Conrad Schlimm) sowie die Anfänge des Steinkohlebergbaus (Erik Zimmermann).

Kriminelles und auch Erheiterndes

Einer Kindesentführung in Heidhausen ist Franz-Josef Schmitt auf der Spur. Sie führt in die Zeit der Reformation, als der katholische Glaube unter den Preußen nicht gut angesehen war. Das Titelbild des Buches zeigt übrigens den „Fluchtweg“ des Jungen. Eher erheiternd ist die Story um einen frommen Abt, einen bösen Erzbischof und einen frechen Mönch, den Klaus Höffgen erzählt. Auch von solchen Histörchen soll es in Band 18 noch mehr geben, sagt Höffgen mit einem Augenzwinkern.

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