Wasserrohrbrüche in Werden

Frost lässt ungewöhnlich viele Wasserrohre in Werden platzen

Der Frost war schuld: In den vergangenen Wochen platzten in Werden – hier auf der Ruhrtalstraße – ungewöhnlich viele Wasserrohre.

Foto: STEFAN AREND

Der Frost war schuld: In den vergangenen Wochen platzten in Werden – hier auf der Ruhrtalstraße – ungewöhnlich viele Wasserrohre.

essen-Werden.  Ungewöhnlich viele Wasserrohrbrüche sorgten in Werden für überschwemmte Straßen. Stadtwerke betrieben Ursachenforschung. Der Frost war schuld.

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Werden unter Wasser: Rohrbrüche im Februar in der Heidhauser Straße und der Kellerstraße, Anfang April sprudelte es zeitgleich in der Abtei- und der Ruhrtalstraße, nur einen Tag später folgte der Bellenbergsteig und kurz darauf die Bungertstraße und der Viehauser Berg.

So viele Wasserrohrbrüche in Werden innerhalb kürzester Zeit können doch kein Zufall sein?

Auslöser sind meist Bewegungen in der Erde

Können sie doch. Wobei, so ganz stimmt das auch wieder nicht, wie Dirk Pomplun von den Stadtwerken Essen einräumt. Natürlich gebe es kein Verfallsdatum auf Wasserrohre. Auch seien die rund 1840 Kilometer Leitungen unter dem Essener Stadtgebiet sehr verschieden von Alter und Material. Die reine Lebensdauer dieser Rohre gebe aber auch keine konkrete Auskunft darüber, wann sie „fällig“ seien: „Wir haben hier in Essen sogar noch alte Leitungen von Krupp. Die halten offensichtlich ewig…“

Für die Stadtwerke sind Rohrbrüche Alltagsgeschäft – besonders in der kalten Jahreszeit. Doch die Häufung in Werden sei auch ihm aufgefallen, sagt Dirk Pomplun: „Auslöser für die Rohrbrüche sind meistens Bewegungen in der Erde. Da braucht es kein Erdbeben, kleine Verschiebungen reichen aus.“ Der starke Frost sei der Grund: „Zumal es in Werden noch kälter war als im Rest der Stadt.“

Auch Schwerlastverkehr ist ein Problem

Das erkläre die Vielzahl der Schäden. Zudem gebe es auf der B224 und der Ruhrtalstraße Schwerlastverkehr – der sei nicht zu vernachlässigen.

Und wenn dann die Rohre geplatzt sind? „Die Kollegen sind sehr schnell vor Ort. Dann wird untersucht, wo genau das Rohr gebrochen ist.“ Es gibt regelrechte „Wasserhorcher“, deren feines Gehör „verdächtiges“ Rauschen erfasst. „So können wir gezielt graben und schnell reparieren.“

Das spart Zeit und Geld

Für Pomplun im Prinzip ähnlich wie bei einer Operation: „Und im OP wird heutzutage viel minimal invasiv gearbeitet.“ Das spare Zeit und Geld, sprich Gebühren der Kundschaft.

Wie lange muss man dann warten, bis wieder Wasser aus dem Hahn fließt? Eher kurz und manchmal gar nicht, weiß Dirk Pomplun: „Das Rohrnetz ist so eng verzweigt, dass oft nur dieser eine Seitenast gesperrt werden muss und das Wasser sich einen Umweg suchen kann. Wenn – wie im Februar Am Schwarzen – keine Versorgungs-, sondern eine Transportleitung betroffen ist, kriegen die anliegenden Haushalte gar nichts mit.“

Schwieriger sei das mit den immer noch abgesperrten Baustellen. Denn die Asphaltdecke kann erst gegossen werden, wenn die Temperaturen stimmen und es trocken ist. Zudem seien die Essener Asphaltier-Kommandos auch an ihrer Belastungsgrenze angekommen.

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