Gemeindefest

Fischlaken: Christliche Gemeinden gehen aufeinander zu

Das ökumenische Gemeindefest rund um die Kirche Christi Himmelfahrt stand unter dem Motto: „Aufstehn, aufeinander zugehn“ – was auf verschiedene Weise auch praktisch vorgeführt wurde.

Das ökumenische Gemeindefest rund um die Kirche Christi Himmelfahrt stand unter dem Motto: „Aufstehn, aufeinander zugehn“ – was auf verschiedene Weise auch praktisch vorgeführt wurde.

Foto: Carsten Klein

Essen-Fischlaken.  Erstmals beteiligte sich die evangelische Jonagemeinde am katholischen Gemeindefest von St. Kamillus. So läuft gelebte Ökumene.

Selten klang ein Motto so hoffnungsvoll wie hier und heute: „Aufstehn, aufeinander zugehn“. Erstmals beteiligt sich die evangelische Jonagemeinde am zweitägigen katholischen Gemeindefest von St. Kamillus, das sich so auf wunderbare Weise in ein Fest der Ökumene verwandelt. Rund um die Kirche Christi-Himmelfahrt geht man wegweisende Schritte aufeinander zu.

Ökumenischer Gottesdienst steht im Mittelpunkt

Die Angebote sind so vielfältig, dass man sie gar nicht alle aufzählen kann. Vor allem an die Kinder wird gedacht. Es gibt Vorlesegeschichten, Spiele in der Kita und auf der Gemeindewiese, man kann Papierflieger basteln hier in Fischlaken. Übrigens das älteste Dorf des Ruhrgebietes, wie Pfarrer Klaus Baltes beim ökumenischen Gottesdienst betont.

Der steht im Zentrum dieses Festes und wurde mit viel Liebe von Mitgliedern beider Gemeinden konzipiert. Ein tiefenentspannter Pater Jörg Gabriel strahlt: „Ich brauchte nur die Predigt zu halten und durfte mich ansonsten zurücklehnen und genießen. Alle haben gesehen, wie das gehen kann, wenn Gemeindemitglieder vorbereiten. Das haben sie ganz toll gemacht.“

Gemeinsam fühlen sie sich stärker

Genauso sieht das auch Maria Hagedorn-Post. Sie ist ehrenamtliche Küsterin an Christi-Himmelfahrt: „Letztendlich sind wir doch schon länger ökumenisch unterwegs. Da bot es sich doch an, unser traditionelles Gemeindefest ab sofort gemeinsam zu feiern. Wir setzen ein Zeichen. Gemeinsam sind wir stärker.“ Die engagierte Fischlakerin ist da hoffnungsfroh: „Ich glaube fest daran, dass wir eine ökumenische Gemeinde werden können, um als Christen zusammenzuleben.“

Aus der Kirche wehen eingängige Melodien. Pater Gabriel gibt an der Seite seiner Gesangspartnerin Nicole Richtmann Titel aus den beiden Musicals „Elisabeth“ und „Les Misérables“ zum Besten. Heimische Klänge ertönen dagegen aus dem Pfarrhaus. In der Küche hockt der „Komm Omend“ beieinander. Es gibt sie noch, Menschen, die das uralte Waddisch Platt sprechen.

Familienkreis bürgt für gastronomische Highlights

Nach dem Gottesdienst erklingt Musik der Jona-Jugendband. Auch das Blasorchester Werden lässt es so richtig krachen. Wer es ruhiger mag, ist bei „Qigong für jedermann“ in der Kirche gut aufgehoben. Im Gemeindesaal biegen sich die Tische vor lauter Leckereien, draußen gibt es Waffeln auf die Hand. Gekühlte Getränke sind hier Ehrensache und der Familienkreis bürgt für gastronomische Highlights.

Ulrich Wiesweg ist Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Ludgerus und total begeistert vom bunten Treiben um ihn herum: „Was für ein Erlebnis, wenn Gemeinden zusammenwachsen.“ Er erlebe hier eine fortschrittlich ausgerichtete und sehr aktive Gemeinde: „Faszinierend, wie diese Gemeinschaft lebt. Jeder bringt seine Talente ein. Wir haben hier über hundert Helfer.“ Das Motto vom „aufeinander zugehen“ werde perfekt umgesetzt: „Das ist für mich ein herausragender Punkt. Wir wollen, dass die Leute zusammenkommen.“ In der Tat bieten sich viel Zeit und Raum für ökumenische Begegnungen.

Mobiler Kletterturm zieht die Kids an

Die Jüngsten denken noch an anderes. In Fischlaken waren sie schon immer Himmelsstürmer. Doch so behände wie den kleinen Klettermaxe und -mäxinnen will es den Erwachsenen nur selten gelingen. Unfassbar, mit was für einem Affenzahn die Dorfjugend am mobilen Kletterturm nach ganz oben strebt. Unbestritten ein Höhepunkt des gelungenen Festes. Das Schlusswort bleibt Pater Jörg Gabriel. In seiner Predigt über das Thema der Ökumene spricht er von seinem positiven Eindruck: „Ein starkes und prophetisches Zeichen für die Zukunft.“ Die ökumenischen Bemühungen seien für ihn „das Gebot der Stunde.“

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