Calisthenics

Essens erster freier Calisthenics-Park entsteht in Werden

Muss nun nicht mehr im Garten turnen: Kristian Schäfer freut sich über den Calisthenics-Park in Werden.

Muss nun nicht mehr im Garten turnen: Kristian Schäfer freut sich über den Calisthenics-Park in Werden.

Foto: FUNKE Foto Services

Essen-Werden.   Der Traum von Kristian Schäfer wird Wirklichkeit. Initiatoren und Förderer feiern den ersten Spatenstich am 9. September mit einem Spielplatzfest.

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Zwei Jahre lang hat Kristian Schäfer für einen Calisthenics-Park in Essen gekämpft. Seine Vision: Unter freiem Himmel eine für alle gratis zugängliche Trainingsmöglichkeit zu schaffen. Nun wird sie Wirklichkeit: Am Freitag, 9. September, feiern Initiatoren und Förderer am künftigen Standort im Löwental den ersten Spatenstich mit einem Spielplatzfest.

Im Sommer 2014 wurde die Idee geboren, als Kristian Schäfer mit seiner Familie Urlaub in Barcelona machte: Am dortigen Strand entdeckte er die Turngeräte, an denen Sportler Klimmzüge oder Liegestütze machten. Bald fand er heraus: Er hat eine weltweit wachsende Trendsportart entdeckt, die sich „Calisthenics“ oder auch „Street Workout“ nennt. „Unabhängig vom Alter oder Fitnessgrad hat hier jeder die Gelegenheit zu trainieren“, so Schäfer.

Über Facebook finden sich Gleichgesinnte

Die Basis bei den Geräten sei jeweils das Eigengewicht. „Deswegen ist es auch wesentlich gesünder als mit Gewichten zu trainieren“, so Schäfer, „eine Überbelastung ist nicht möglich.“

Vergleichbar sei dieses Prinzip mit den alten Trimm-Dich-Pfaden: „Allerdings sind dort die Geräte auf einer längeren Strecke verteilt, die man ablaufen muss – bei Calisthenics sind die Geräte kompakt auf einem Platz verteilt. Außerdem sind sie moderner.“

Trainiert wird nicht nur allein: Über Gruppen im sozialen Netzwerk Facebook finden sich Gleichgesinnte zusammen, um gemeinsam unter freiem Himmel Sport zu machen.

Auch in Essen gibt es eine solche Facebook-Gruppe: Unter „Calisthenics Ruhrpott“ verabreden sich Essener Sportler, um zusammen zu trainieren. „Anfänger sind willkommen“, so Schäfer. Sonntags um 11 Uhr werden auch unter Anleitung Übungen absolviert: „Lennard Schmischke übernimmt die Leitung – und er steckt da immer eine Menge Arbeit hinein“, lobt Schäfer.

Bislang trifft sich die Gruppe an der Calisthenics-Anlage im Grugapark – wo man allerdings Eintritt zahlt, was wiederum der Philosophie des Street Workouts eigentlich widerspricht. Nicht zuletzt deshalb haben sich Schäfer und seine Mitsportler für weitere Parks in Essen stark gemacht, die frei zugänglich sein sollten. „Als Werdener wollte ich natürlich gerne einen Park in Werden haben“, so Schäfer.

Doch neben einigen bürokratischen Hürden, die es zu überwinden galt, war es vor allem Geld, das aufgetrieben werden musste, denn so ein Park kann schon mal mit über 20 000 Euro zu Buche schlagen. Unterstützung bekam die Initiative von der Bezirksvertretung: 15 000 Euro schoss sie hinzu. Weitere 10 000 Euro kam vom Verein „Essener Chancen“: Mit einem Charity-Lauf auf Zollverein im Mai letzten Jahres haben sie für das Projekt gesammelt.

Genug, um eine beeindruckende Anlage mit vier Geräten auf einer Fläche vom 140 Quadratmetern am Ruhrufer im Löwental entstehen zu lassen: „Eine sogenannte Monkey-Bar, also eine Horizontalleiter nebst zwei Klimmzug-Stangen, ist das zentrale Gerät“, so Schäfer. Darüber hinaus gibt es Push-Up-Barren für Liegestütze, Doppelbarren und eine vertikale Leiter. „Das wird definitiv einer der größten und besten Calisthenics-Parks in NRW“, ist Schäfer überzeugt. Nur der Sandboden sei nicht optimal: „Ich hätte mir Gummi gewünscht, aber das haben die Finanzen nicht erlaubt.“

Weitere Parks geplant

Auch an anderen Essener Orten sollen solche Parks entstehen: Am Anfang und Ende der neuen Berg-Radroute, die von der Ruhr in Steele bis zum Krayer Mechtenberg führen wird, sollen im nächsten Jahr zwei kleine Street-Workout-Anlagen aufgebaut werden. „Durch die Grüne Hauptstadt ist die Finanzierung bereits gesichert“, freut sich Schäfer. Und auch im Essener Norden will Schäfer eine Anlage errichten lassen. Die „Essener Chancen“ haben dafür bereits bei einem Golfturnier Geld gesammelt. Wann der Park im Norden entsteht, steht aber ebenso wenig fest wie der genaue Standort – im Gespräch sind der Kaiser-Wilhelm-Park in Altenessen und ein Areal nahe des Essener Stadions. „Priorität hat aber erst einmal die Werdener Anlage“, so Schäfer. Und die rückt nun in greif- und turnbare Nähe.

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