Tree & Leaf

Erstes Wohnzimmerkonzert der Kettwiger Band Tree & Leaf

Tree & Leaf und die Gastgeberin des Wohnzimmerkonzertes (v.l.): Mackenzie Doyle, Jenni Schick, Tim Straßburger, Gloria Hendricks und Sebastian Wendel.

Tree & Leaf und die Gastgeberin des Wohnzimmerkonzertes (v.l.): Mackenzie Doyle, Jenni Schick, Tim Straßburger, Gloria Hendricks und Sebastian Wendel.

Foto: Reiner Worm

essen-Kettwig.   Die Kettwiger Band Tree & Leaf gibt es schon seit 1996. Mal war sie da, dann wieder weg. Mit langen Pausen ist jetzt Schluss. Und das ist gut so.

Die Ursprünge der Kettwiger Band Tree & Leaf gehen zurück auf den Sommer 1996. Tim Straßburger und Sebastian Wendel gehören zum Pfadfinderstamm Wildgänse, und „irgendwann habe ich mir gedacht, dass wir das, was wir da am Lagerfeuer machen, auch mal als Band versuchen können. Singen.“

Tim Straßburger findet Mitstreiter. In Nicko Oosterhof, Peer Wolter, Meike Böhm, Andrea Lehmann und Sebastian Wendel. „Sebastian spielte schon damals Gitarre. Und wir haben gesungen. Halt Singer und Songwriter. Wir haben das gemacht, bevor es die Bezeichnung überhaupt gab. Alle Stile, alle Lieder auf Akustisches heruntergebrochen.“

Auftritte beim Ruderfest der KRG und im Frauenknast

Das erste Konzert gab Tree & Leaf in der Brückenschenke. Über Jahre Kettwigs Kultkneipe, die seit 2015 geschlossen ist und immer noch schmerzlich vermisst wird. Tim Straßburger erinnert sich: „Die Schenke war voll, und es fühlte sich gut an.“ Es folgte „viel Kleinkram“. Aber auch Auftritte beim Ruderfest der KRG oder im Frauenknast. „Wir haben damals vorwiegend Benefiz gemacht und immer dann gespielt, wenn wir Lust hatten. Ich kenne Musiker, die verlieren im Laufe der Zeit den Spaß. Für uns war und ist jeder Auftritt, jedes Lied etwas Besonderes.“

Ihre Musik hat Tree & Leaf immer der Akustikgitarre von Sebastian Wendel untergeordnet. Im besten Sinne. „Wir waren auf der Folkschiene unterwegs. Mit irischen und schottischen Songs. Aber manchmal halt auch mit Grunge. Und wir haben auch angefangen, unsere eigenen Stücke zu bringen.“ Tim Straßburger weiß genau, was er mit der Musik der Band erreichen will: „Das Publikum gefühlsmäßig zu kriegen. Mit Ruhe, mit Melancholie. Diese Momente zählen.“

Nur noch zwei Gründungsmitglieder sind übrig

Die Wege der Band drifteten irgendwann auseinander – von 2008 bis 2012 war komplett Pause. Nur noch Sebastian Wendel und Tim Straßburger blieben. „2013 hatten wir in der Brückenschenke einen ganz schlechten Gig. Wir sind trotz Anlage einfach nicht durchgekommen. An diesem Abend passte es einfach nicht, das Publikum wollte nicht zuhören. Und wir sind keine bessere Jukebox.“

Zwischenzeitlich stießen auch Jenni und Judith Sauer zur Band, „aber auch bei uns ging irgendwann das Feuer und die Lust verloren.“ Bis zum Oktober 2017. Im Rahmen einer Benefizveranstaltung spielten Wendel und Straßburger im Alten Bahnhof. „Und da sprach uns Mackenzie Doyle an. Ob wir noch eine Geigerin gebrauchen könnten.“ Und es war sofort klar, dass es passte. „Sie ist ein Geschenk. Orchestermusikerin, spielt viele Instrumente.“ Ende Oktober 2018 kam dann der Auftritt im Logan’s. „So ein Publikum habe ich noch nie erlebt. Es war totenstill, alle waren so respektvoll. Und mein Brückenschenken-Trauma war überwunden.“

2020 gibt es eine „Mixed Show“ im Alten Bahnhof

Mit Jenni, Judith, Mackenzie, Sebastian und Tim ist Tree & Leaf jetzt unterwegs. Noch einige Garten- und Wohnzimmerkonzerte stehen demnächst an. „Ich mag diese heimelige Atmosphäre, die Distanz zum Publikum geht verloren.“ Und für den 31. Oktober 2020 ist schon ein Auftritt im Alten Bahnhof fix. „Das wird so eine Mixed Show. Musik und Texte.“ Wenn es um Prosa geht, wird aus Tim Straßburger übrigens Tim Pani. „Timpani ist die englische Übersetzung für Kesselpauke. Und so bin ich. Lautstark durchs Leben ziehen. Wobei laut nicht gleich Lärm ist. Ersetze laut durch auffällig. So passt das.“

Eng befreundet ist Tim Straßburger mit Gloria Hendricks, welche die Band zum ersten Wohnzimmerkonzert geladen hatte. Sie hat im Schmachtenbergviertel mit „Kettwiger Kind“ einen „Shop im Haus für alles, was Frauen wollen, aber eigentlich gar nicht brauchen“, sagt sie und lacht. Nach einem Shoppingnachmittag bot sie ihren Kundinnen dann auch noch gute Musik. „Ich fand das Konzert großartig. Ich durfte mir sogar Lieder wünschen. Und wenn ich mit meinem Lädchen im September Einjähriges feiere, wird die Band wieder mit dabei sein.“

>>JEDE MENGE INFOS

  • Ursprung des Bandnamens: Baum und Blatt (englischer Originaltitel Tree and Leaf) ist ein Buch des britischen Schriftstellers und Philologen J. R. R. Tolkien mit Essays und Gedichten.
  • Alle weiteren Infos zur Band gibt es auf den Facebook-Seiten „Tim Pani“ und „Tree & Leaf“.
  • Mehr über Gloria Hendricks und ihr Lädchen: auf Facebook unter kettwigerkind.de.

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