Weihnachtszeit

Erfolgsrezept: Der „Weihnachtszauber“ in den Werdener Toren

Lisa (elf Jahre) steht mit selbst gemachter Konfitüre beim Weihnachtszauber 2019 in den Werdener Toren. Sie hat zudem 1050 kg Äpfel gesammelt und in der Mosterei zu Apfelsaft verarbeiten lassen.

Lisa (elf Jahre) steht mit selbst gemachter Konfitüre beim Weihnachtszauber 2019 in den Werdener Toren. Sie hat zudem 1050 kg Äpfel gesammelt und in der Mosterei zu Apfelsaft verarbeiten lassen.

Foto: Vladimir Wegener

Essen-Werden.  Der „Weihnachtszauber“ des Vereins Kunstwerden lockte viele Gäste zu Glühwein- und Dekoständen. Warum der Charme der Industriehallen überzeugt.

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Fisch-Karikaturen wie aus dem Comicbuch, eine Schimpansen-Figur inmitten von meterhohen Papierschnipseln und Rentiere: Auf dem Markt „Weihnachtszauber“ des Vereins Kunstwerden verkauften Hobby- und Profi-Künstler erneut ihre Arbeiten. Die Auswahl reichte von besinnlichen über originelle bis hin zu weihnachtlich-schrägen Werken. Ein Konzept, das ankommt. Am Wochenende wurden die 1000 Besucher der Vorjahre trotz des Regenwetters wieder locker erreicht.

Draußen unter den Pavillondächern gab es vorwiegend Kulinarisches, während sich in den „Katakomben“ an der Ruhrtalstraße die Kreativstände befanden. Phillip sticht eifrig immer wieder in seinen Wichtel. Am Stand von Heike Giesbert lernt er das Filzen. „Zu Hause baue ich immer mit Papa. Ich habe schon Wände gestrichen und mit der Stichsäge gearbeitet“, erzählt der Achtjährige stolz. Aber auch das Feinmotorische mit Nadel und Wolle macht ihm Spaß.

Rund 50 Stände und ein Puppenspiel

Ein paar Meter hinter dem Schüler beobachten die Kleinsten gebannt Puppenspielerin Sonja Dominick bei der Arbeit. Sie zieht die Fäden einer Bärenmarionette. Die einjährige Johanna aus Holsterhausen und ihr dreijähriger Bruder Jonathan sind mit ihrer Tante Corinna Blume für das Puppenspiel hergekommen.

Um die 50 Stände hat Organisator Bernd Nolte zur elften Auflage des weihnachtlichen Kunstmarktes gezählt. Er kümmert sich um die Technik am Werdener Tor. Die ehemaligen Werkshallen nutzt der Graveur alle Jahre wieder mit Künstlerin Annette Münster-Hoppensack für die Veranstaltung. Sein Betrieb ist auf dem Gelände, Münster-Hoppensack hat in den Katakomben ihr Atelier. Die beiden holen sich den Weihnachtsmarkt also quasi ins Haus.

Ehemalige Werkshallen sind Räume mit Industriecharme

Die Räume mit Industriecharme werden das Jahr über vom Verein Kunstwerden genutzt, der unbekannteren Künstlern eine Plattform bietet, ihre Gemälde oder Skulpturen zu präsentieren. Lisa aus Fischlaken war für ihren Stand besonders fleißig. Die Elfjährige hat 1050 Kilogramm Äpfel gesammelt und in der Mosterei zu Apfelsaft verarbeiten lassen. Sie wünscht sich für ihr Pferd Candyman einen neuen Sattel. So verkauft sie Säfte und Ziegenkäse zwischen Häkelstand und Bildergalerie.

„Die Süße können sich die Weihnachtsmuffel an den Tannenbaum hängen!“ Die Düsseldorfer Künstlerin und Illustratorin Sonja Brockers zeigt lachend auf eine Spinne mit Drahtbeinen und Kulleraugen. In ihrer Kunstschule bringt sie Kindern das Upcyclen bei. An ihrem Stand ziehen Karikatur-Fische Fratzen, Schrottengel aus Nägeln und Kronkorken warten auf ein neues Zuhause. So etwas sieht man nicht alle Tage, aber alle Jahre wieder beim „Weihnachtszauber“.

Jedes Jahr gibt es viel Arbeit für die Organisatoren

Bernd Nolte und Annette Münster-Hoppensack freuen sich trotz der vielen Arbeit aufs Neue. Bis es wieder soweit ist, hat der Verein Kunstwerden in den Katakomben aber noch viel vor. Der nächste Event steht schon am 14. Dezember an: Dieter Bornschlegel, der ungekrönte König der Horizontalgitarre, spielt in den ehemaligen Werkshallen.

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