Verkaufsoffene Sonntage

Einzelhändler und Allianz reden über verkaufsoffene Sonntage

Beim Stoff- und Tuchmarkt Anfang April in Essen-Werden durften erstmals die Einzelhändler nicht ihre Geschäfte öffnen. Einige boten daraufhin ihre Ware in einem extra Verkaufszelt an.

Foto: Socrates Tassos

Beim Stoff- und Tuchmarkt Anfang April in Essen-Werden durften erstmals die Einzelhändler nicht ihre Geschäfte öffnen. Einige boten daraufhin ihre Ware in einem extra Verkaufszelt an. Foto: Socrates Tassos

Essen-Werden.   Bewegung beim Thema verkaufsoffene Sonntage: Im Mai treffen sich die Werdener und Steeler Einzelhändler mit der Allianz für den freien Sonntag.

Die Fronten in Sachen verkaufsoffene Sonntage sind gar nicht so verhärtet, wie es scheint. Der Werbering in Werden beispielsweise ist dabei, einen Schritt auf die Allianz für den freien Sonntag, in der Gewerkschaften und Kirchen organisiert sind, zuzugehen.

Ein Gespräch mit den Vertretern der Allianz und der Werbegemeinschaften der Stadtteile Steele und Werden werde es wohl noch in der ersten Maihälfte geben, erklärte Andreas Göbel, Vorsitzender des Werdener Werberings, gegenüber dieser Zeitung. Den Entschluss dazu fassten die Werdener Einzelhändler auf ihrer Vorstandssitzung am Montagabend.

Aus Protest die Schaufenster verklebt

Vorangegangen waren die Initiativen von Einzelhändlern beim Blumenmarkt in Steele am vergangenen Wochenende, das Verkaufsverbot durch eigene Holzstände zu umgehen. Die Werdener hatten bereits beim Stoff- und Tuchmarkt Anfang April im Innenhof der Post ein Verkaufszelt aufgebaut – und aus Protest ihre Schaufenster verklebt. Der Aufmerksamkeitsfaktor in den Medien war hoch. Ob das die Gesprächsbereitschaft bei der Allianz erhöht habe, vermag Göbel nicht zu beurteilen.

Der Werbering in Werden sehe die Allianz auch keineswegs als Gegner an, betont Andreas Göbel. „In der Vergangenheit haben die in der Allianz vertretenen Gruppen jede Veranstaltung mit verkaufsoffenem Sonntag differenziert betrachtet. Vier verkaufsoffene Sonntage sind für die Allianz die Obergrenze – und für uns auch.“ Insofern sieht der Werdener Werbering eine gute Gesprächsbasis gegeben.

Gericht entschied im Eilverfahren

Die Gewerkschaft Verdi hatte im März gegen alle 28 beantragten Essener verkaufsoffenen Sonntage in 2017 geklagt. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte dem in einem Eilverfahren stattgegeben. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die begleitenden Feste, ohne die verkaufsoffene Sonntage nicht erlaubt sind, nicht ausreichen. „Es waren nur einige Feste, die nicht passten, aber eins hätte gereicht, um die Verordnung zu kippen. Da hatten wir keine Chance“, rekapituliert Göbel und hofft auf einen anderen Lösungsweg.

2. Gesundheitstag findet am 24. Juni statt

Jedenfalls wird der ursprünglich für den 28. Mai vorgesehene 2. Gesundheitstag nun am Samstag, 24. Juni, in Werden stattfinden. Von 13 bis 18 Uhr wollen die Werdener Geschäfte sowie die branchenspezifischen Einrichtungen und Krankenhäuser alles rund um die Gesundheit präsentieren.

Bald an den Start gehen soll zudem die aufgefrischte Internetplattform des Werberings. „Sie wird dann auf dem Smartphone nutzbar sein“, freut sich Göbel.

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