Einzelhandel

Die Buchhandlung Folgner gibt ihre Werdener Filiale auf

Geben das Geschäft in Werden auf (von links): Elfriede, Susanne und Sascha Folgner. Früher betrieb die Familie fünf Buchhandlungen in Essen.

Foto: Stefan Arend

Geben das Geschäft in Werden auf (von links): Elfriede, Susanne und Sascha Folgner. Früher betrieb die Familie fünf Buchhandlungen in Essen.

Essen-Werden.   In Kettwig ist das Geschäft weiter präsent. Dort sorgen zugezogene Familien für Lesestoff-Nachfrage. Warum das in Werden nicht mehr funktioniert.

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Das Ladenlokal an der Heckstraße ist schon seit einigen Tagen leer geräumt: Die Buchhandlung Folgner verabschiedet sich nach rund 33 Jahren aus Werden. „Es lohnt sich halt nicht mehr“, sagt Elfriede Folgner, die mit Sohn Sascha und Schwiegertochter Susanne den Buchhandel betreibt.

Junge Leser bleiben aus, ältere Leser bestellen im Internet

„Werden wird immer älter, und die jungen Leute kommen nicht mehr“, ergänzt Sascha Folgner. Studenten bestellten Fachliteratur übers Internet, „und die Zwölf- bis 14-Jährigen, die früher die klassische Jugendliteratur gelesen haben, sind nach der Schule mit Smartphone und PC beschäftigt", stellt der 49-Jährige fest. „Selbst Grundschüler haben lange Unterricht und kaum Zeit fürs Lesen“, sagt Susanne Folgner.

Dazu komme der Standortfaktor. Vom Werdener Markt war die Buchhandlung vor sieben Jahren an die Heckstraße direkt am Haus Fuhr gezogen. Das habe zunächst mehr Laufkundschaft gebracht. Aber durch die Kanalbaustelle, erinnert sich Elfriede Folgner, seien dann etliche Leser zum Online-Handel gewechselt. Susanne Folgner: „Und die sind leider nicht zurückgekommen.“ Auch die Schließungszeit über Mittag, die einige Läden immer noch haben, „ist eher abschreckend“, findet Sascha Folgner.

Aussicht auf langjährige Baustelle

Dass der Edeka-Markt an der Velberter Straße nun ebenfalls Kunden abziehe, da ja dort nicht nur genügend Parkplätze vorhanden sind, sondern sogar Postdienste angeboten werden, verschärfe das Ganze zusätzlich. Die Aussicht auf eine langjährige Baustelle, wenn das Verkehrskonzept umgesetzt wird, führte schließlich dazu, das Geschäft in Werden aufzugeben.

In Kettwig sei die Situation besser, so Elfriede Folgner. Die Buchhändlerin freut sich, dass dort junge Familien neu zugezogen sind. Die Nachfrage nach Lesestoff sei in dieser Filiale größer als in Werden. Das sei früher genau umgekehrt gewesen. „Mit drei Angestellten an einem statt zwei Standorten lassen sich auch Veranstaltungen besser planen“, findet Susanne Folgner, die ihren Mann zudem beim Schulbuch-Geschäft unterstützt. Das, so Sascha Folgner, laufe im Übrigen sehr gut. Er liefere inzwischen bundesweit aus.

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