Second-Hand-Laden

Diakonieladen in Werden: Kleidung für den kleinen Geldbeutel

Die Ladenleiterin Thordis Klasinski-Tietze mit den Mitarbeiterinnen Petra Küpler und Michaela Menke: Im Werdener Diakonieladen wird gebrauchte Kleidung aufgearbeitet und weiterverkauft.

Die Ladenleiterin Thordis Klasinski-Tietze mit den Mitarbeiterinnen Petra Küpler und Michaela Menke: Im Werdener Diakonieladen wird gebrauchte Kleidung aufgearbeitet und weiterverkauft.

Foto: Uwe Möller

Essen-Werden.  Zur Eröffnung des Diakonieladens in Werden bringt die Kita Pusteblume ein Ständchen. Was angeboten wird und wie Langzeitarbeitslose qualifiziert werden.

Der Diakonieladen an der Werdener Heckstraße feiert Eröffnung. Das Team um Ladenleiterin Thordis Klasinski-Tietze strahlt: Solch einen Empfang hätten sie nicht erwartet. Die Kinder der nahe gelegenen Kita Pusteblume schauen vorbei und bringen ein Ständchen. Leiterin Simone Findt hat kleine Goldkehlchen mitgebracht, die wunderschön singen und dafür begeisterten Beifall erhalten.

Pfarrer Andreas Müller ist Vorstandsvorsitzender des Diakoniewerks Essen und bittet um Gottes Segen dafür, dass Langzeitarbeitslose hier eine neue Chance bekommen: „Der Diakonieladen ist ein weiterer kleiner Baustein der Teilhabe.“

Pfarrer Oliver Ruoß ist die paar Meter rüber gekommen von seiner Evangelischen Kirche und strahlt: „Ich freue mich wirklich, dass Sie den Schritt nach Werden gewagt haben. Für beide Seiten ist es wichtig, dass nach der Kita Pusteblume die Zusammenarbeit mit dem Diakoniewerk weiter gestärkt wird.“ Gerade in einem Stadtteil wie Werden sei diese Zusammenarbeit auch ein Zeichen. „Die Menschen bekommen die Möglichkeit, mit ihrer Spende Gutes zu tun.“

Qualifizierung für Langzeitarbeitslose

Nicht nur können hier Menschen mit wenig Geld kostengünstig tolle Sachen einkaufen. Auch können sich Langzeitarbeitslose in den Bereichen Verkauf, Logistik und Verwaltung für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Jens Schmalenberg ist Betriebsleiter der gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung: „Das Konzept unserer Diakonieläden hat sich voll bewährt.“

Ein Laden für Leute mit schmalem Geldbeutel? In Werden? Klingt merkwürdig, ist es aber überhaupt nicht, findet Schmalenberg. Doch auch er brauchte ein Weilchen für diese Erkenntnis: „Wir sind selbst fast schon verwundert, dass wir jetzt hier angekommen sind.“

Ein lichtdurchflutetes Ladenlokal

Auffallend großzügig gehalten und geschmackvoll eingerichtet ist der Diakonieladen, von draußen fällt viel Licht herein. Das Geschäft verströmt nun wirklich nicht den Charme einer Wühltheke, das war allen sehr wichtig. Der Laden trägt eindeutig eine weibliche Handschrift, und zwar die von Thordis Klasinski-Tietze.

Schmalenberg grinst: „Sie war zuvor lange Jahre an unserem Standort Essen-Mitte tätig. Es war aber keine große Überzeugungsarbeit nötig, um sie nach Werden zu locken.“ Mit ihrem Wechsel in den Essener Süden hat sie nichts falsch gemacht. Das bekommt die Ladenleiterin tagtäglich gespiegelt, ab und zu geradezu euphorisch: „Schön, dass Ihr hier seid.“

Bürger bringen zahlreiche Sachspenden

Die Werdener kommen in Scharen, sie haben überhaupt keine Scheu, genau nachzufragen: „Da gibt es offenbar großen Informationsbedarf.“ Die Werdener geben aber auch mit viel Freude ihre Sachen ab. Hier wissen sie ihre Lieblingsstücke in guten Händen.

Die Qualität der Kleidung und anderer Spenden sei hier noch einmal höher als anderswo, da redet die Ladenleiterin nicht um den Brei herum. Im großen Keller türmen sich die Säcke mit Spenden und wollen begutachtet werden. Da gehe so manche Stunde drauf: „Und wenn ich alles klar Schiff habe, dann stehen die Leute am nächsten Morgen mit noch mehr tollen Spenden vor der Tür. Wir kommen kaum nach. Es ist fast schon zu viel für unsere Kapazitäten.“ Auf ihr Team lässt sie nichts kommen: „Mit meinen Leuten habe ich viel Glück gehabt.“ Drei Damen übernehmen Beratung und Verkauf, demnächst stößt noch ein Herr dazu.

Weitere Mitarbeiter für den Laden gesucht

Jens Schmalenberg würde sich freuen, wenn noch mehr Mitarbeiter den Weg nach Werden finden würden: „Dann könnten wir auch die Öffnungszeiten ausweiten. Es sind mit der S-Bahn nur elf Minuten vom Hauptbahnhof.“

Draußen scharren die Werdener schon mit den Hufen. Wollen mal stöbern, ob sie für kleines Geld schicke Kleidung finden. Andere wiederum bringen säckeweise Spenden und Klasinski-Tietze lächelt: „Wir haben alles richtig gemacht.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben