DJ Brummi

Der Fischlaker Gerd Schöber ist seit 30 Jahren DJ Brummi

Gerd Schöber ist seit 30 Jahren als DJ Brummi unterwegs.

Gerd Schöber ist seit 30 Jahren als DJ Brummi unterwegs.

Foto: STEFAN AREND

Essen-Fischlaken.   Am Samstag, 3. März, feiert der Fischlaker DJ Brummi (alias Gerd Schöber) sein 30-jähriges Plattenteller-Jubiläum – und auch den 60. Geburtstag.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Manchmal muss sich Gerd Schöber kneifen, wenn er an die bescheidenen Anfänge denkt. Kopfschüttelnd betrachtet er das vergilbte Foto: Es zeigt ihn 1988 bei einer rauschenden Party in der Uni Essen, über 2000 Leute tanzten da zu seiner Mucke. Brummis mobile Disco konnte da schon mit riesigen Lautsprechern, Lichtorgel und Discokugel aufwarten.

Heute weist er auf ein unscheinbares Gerät: „Das ist das Neueste und Teuerste. Da habe ich eine Playlist mit 40 000 Titeln drauf. Ich weiß noch, wie wir früher schwere Kisten geschleppt haben mit den Hitsingles drin.“ Später, mit den CDs, wurde es schon besser, doch nun holt Brummi seine Sounds aus dem Rechner: „Ich habe da Hits von 1936 bis heute drauf“ – von den Comedian Harmonists bis Helene Fischer. Wobei Schöber privat eher für The Sweet schwärmt. Oder für Golden Earring.

Die erste Musikbox wog 150 Kilo

Seine erste Musikbox mit Mischpult und zwei Plattentellern wog 150 Kilo, hatte aber nur 200 DM gekostet. Aus wenig viel zu machen, das musste der junge Gerd schnell lernen. Mutter Inge starb, als er ein halbes Jahr alt war. Der Vater? Gerd Schöber zieht nur die Augenbrauen hoch: „Ich bin an der Velberter Straße bei meinen Großeltern Änne und Paul Heibach aufgewachsen. Das war nicht immer leicht. Aber ich bin den beiden ohne Ende dankbar.“

Nach einer Lehre als Kfz-Mechaniker wurde Schöber ein „König der Landstraße“, fuhr Lkw für eine Spedition, die dicken 40-Tonner. Daher der Spitzname „Brummi“.

Schlagernacht in der Grugahalle

Und wie wurde er Discjockey? „Es war Pfingstkirmes. Und bei der Berg- und Talbahn Cortina-Bob habe ich aushilfsweise das Fahrpult und den Plattenteller übernommen. Das hat Spaß gemacht.“ Und später: „Ende der 90er habe ich die Schlagernacht in der Grugahalle geleitet. Da hat man die Stars mal von einer anderen Seite kennengelernt.“ Diether Krebs trat damals als ulkiger „Martin“ auf, entpuppte sich aber als zickige Nervensäge. „Jürgen Drews dagegen ist ein feiner Kerl“, sagt Brummi.

Gerd Schöber organisierte Weihnachtsfeiern, Geburtstagspartys, Hochzeiten, Tanz in den Mai am Volkswald oder am Maashof: „Das war der Hammer, wir sind förmlich überrannt worden.“ Dazu gab es immer ein fertiges Konzept mit allem Zipp und Zapp. „Heute wird nicht mehr gefragt, was der DJ drauf hat. Es geht nur noch um den Billigsten. Geiz ist geil.“ Er ist auch übers Ohr gehauen worden. Ein Handschlag zählt für Gerd Schöber. Das sahen viele Auftraggeber anders. Doch Brummi möchte nicht nachkarten: „Aber die bekommen noch ihre Strafe. Irgendwann.“

Der Sohn tritt in die Fußstapfen

Nun wird er 60 Jahre, kommt aus einer erfolglosen Reha. „Der Rücken will nicht mehr“ – er muss sich mit dem Ende der DJ-Karriere anfreunden. „Mike wird das Geschäft in meinem Sinne weiterführen.“ Sohn Mike ist in Vaters Fußstapfen getreten. „Der Junge macht das klasse. Der ist Vollprofi.“ Doch ganz kann es Brummi nicht lassen. „Ich wäre dafür, den Bollerwagenumzug nicht vorm Rathaus, sondern unten am Treidelplatz enden zu lassen. Da könnte man eine geile Party feiern.“

Den 60. Geburtstag und sein 30-jähriges DJ-Jubiläum möchte Gerd Schöber nicht im stillen Kämmerlein feiern. Sondern mit einer Riesenparty: „Am Samstag, 3. März, lassen wir es im Brauhaus Alter Bahnhof an der Güterstraße 9 in Velbert ab 19 Uhr so richtig krachen. Wir feiern laut!“

Große Party im Velberter Brauhaus

Mit dabei sind DJ Oliver Wilhelm, die wüsten Wüstensöhne, DJ Mike und natürlich DJ Brummi. Aufs Ohr gibt es 70er, 80er, 90er Jahre, Schlager, Charts, querbeet.

Gerd Schöber möchte an dieser Veranstaltung nichts daran verdienen, hat aber ein Anliegen: „Der Eintritt ist frei. Aber wir bitten um eine Spende für die Bulldogs for Kids. Die machen jede Menge tolle Sachen für Kinder. Jetzt wollen sie zum Beispiel bei uns nebenan den Spielplatz mit einem Tor sicherer machen. Damit die Kleinen nicht auf die Fischlaker Straße rennen. Das finde ich total klasse.“

Weitere Infos über die Feier für den guten Zweck gibt es unter bulldogsforkids.de.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben