Tag des offenen Denkmals

Denkmaltag: Schulgebäude in Fischlaken ist nun ein Showroom

Ein imposantes Gebäude: das Haus an der Hammer Straße 64. Im Inneren der ehemaligen Albert-Sonnenschein-Schule ist nun ein Showroom für Barockmöbel eingezogen.

Ein imposantes Gebäude: das Haus an der Hammer Straße 64. Im Inneren der ehemaligen Albert-Sonnenschein-Schule ist nun ein Showroom für Barockmöbel eingezogen.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Fischlaken.  Zum Tag des offenen Denkmals am 8. September öffnet die ehemalige Schule an der Hammer Straße in Fischlaken. Dort ist jetzt ein Möbel-Showroom.

Als ob die Zeit stehen geblieben wäre: Das Backsteinhaus an der Hammer Straße 64 umgibt noch immer die Aura einer imposanten Lehranstalt aus dem 19. Jahrhundert. Oder sagen wir besser: umgibt wieder diese Aura.

Denn viele Jahrzehnte dümpelte das in den 1960er Jahren außer Dienst gestellte städtische Schulgebäude eher vor sich hin. Bis im vergangenen Jahr Marvin Schertl und seine Frau Sina sich der Immobilie im Hespertal annahmen. Was daraus geworden ist, kann am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, von 10 bis 19 Uhr besichtigt werden.

Gebäude wurde als Werkstatt und Lager genutzt

Erbaut wurde die Schule 1870. „Damals gab es wohl zwei Eingänge, einer für die Jungen, einer für die Mädchen“, sagt der Eigentümer mit Blick auf die zur Straße gelegene Häuserfront. Als Hespertalschule bzw. Albert-Sonnenschein-Schule ist die Katholische Volksschule im Stadtarchiv verzeichnet.

Nachdem das Gebäude nicht mehr als Schule diente, war darin bis Mitte der 1990er Jahre die Behindertenwerkstatt Christophorus untergebracht. Später diente das Haus als Lager des Museums Folkwang. Vielen ist es zudem als Ort des Bierbrauens noch gegenwärtig. Hier entstand das legendäre „Fischlaker Gold“ von Hobbybrauer Hans Langenkamp.

Viele Barockmöbel und die Kollektion von Glööckler

Golden ist auch das Interieur des inzwischen größtenteils renovierten Schulgebäudes zu nennen: Denn das Ehepaar Schertl präsentiert auf zwei Etagen mit der Firma „Casa Padrino“ Barockmöbel. Vom witzig-bunten Marilyn-Monroe-Barhocker über Betten, Chaiselongues, Sofas und Tische bis hin zu wuchtigen Schränken, pompösen Thron-Sesseln, Spiegeln und Leuchten sowie allerhand verspielten Accessoires gibt es alles, was das Herz eines Barockfans wünscht. In der Farbe Gold, aber auch in Silber.

Produziert wird europaweit, verkauft in alle Teile der Welt. Auch die Kollektion von Designer Harald Glööckler ist hier mit einem eigenen Raum vertreten. „Vielleicht kommt er selbst mal vorbei“, sagt Schertl lächelnd.

Steinplatten des alten Schulhofes wurden freigelegt

Am Denkmaltag sind jedenfalls erst mal viele neugierige Gäste willkommen. Ihnen werden die Eigentümer Rede und Antwort stehen, wie sie die Schule quasi aus dem Dornröschenschlaf erweckt haben. In dem 5000 Quadratmeter großen Areal steckt eine Menge Arbeit. So mussten Anbauten aus Denkmalschutzgründen demontiert werden, das Außengelände wurde neu gestaltet.

„Unter den Büschen fanden sich Steinplatten vom alten Schulhof. Den haben wir rekonstruiert“, berichtet der 41-Jährige. Im Inneren wurden ein Rundbogen freigelegt und Türen im Stil des 19. Jahrhunderts eingesetzt. Nur die alten Schulräume – die bekamen ein gänzlich neues Gesicht durch den Showroom.

Diese Denkmäler können ebenfalls besichtigt werden

In Werden sind am 8. September die Schatzkammer von St. Ludgerus sowie auch zwei Kirchen und das Dingerkushaus geöffnet.

Das Gartenhaus Dingerkus (Brandstorstraße) ist ein Zeugnis spätbarocker Baukunst, erbaut um 1790 als Gartenhaus für den abteilichen Kanzleidirektor Johann Everhard Dingerkus. Der Freundeskreis Gartenhaus Dingerkus betreut das Gebäude seit 2010 mit Nutzung für kulturelle Veranstaltungen und Gartenkunst. Von 12 bis 18 Uhr kann es am Sonntag besucht werden.

Ferner ist die evangelische Kirche, Heckstraße 54-56, unter dem Aspekt „Fenster erzählen Kirchengeschichte“ von 11.30 bis 17 Uhr zu besichtigen. Sie wurde 1897 durch Baumeister August Senz der damals selbstständigen Stadt Werden erbaut. Der Backsteinbau beeindruckt durch seine Ausstattung mit Jugendstil-Fenstern und Wandmalereien sowie der Walcker-Orgel. Eine Führung findet um 14 Uhr statt, weitere gibt es nach Bedarf.

Die Luciuskirche (Luziusstraße 6) ist geöffnet von 11 bis 17 Uhr. Die dreischiffige Bruchsteinbasilika mit massivem Westturm zeigt heute u. a. im Chor Reste frühromanischer Wandmalerei von 1150. Um 11 Uhr findet eine Führung zum Thema „Wandel einer Kirche vom Mittelalter bis in die Moderne“ statt.

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