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Das Stadtbad Werden ist mehr als nur ein Schwimmbad

Ulrich Legel am Beckenrand des Werdener Stadtbades: Der WTB-Vorsitzende hat die Entscheidung, dass der Verein den Betrieb übernimmt, nicht bereut.

Foto: Stefan Arend

Ulrich Legel am Beckenrand des Werdener Stadtbades: Der WTB-Vorsitzende hat die Entscheidung, dass der Verein den Betrieb übernimmt, nicht bereut. Foto: Stefan Arend

EssenWerden.   Vor 20 Jahren übernahm der Werdener Turnerbund den Betrieb. Der Verein baute die Einrichtung zum Sport- und Gesundheitszentrum aus. Ein Rundgang.

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Er habe die sprichwörtlichen Schmetterlinge im Bauch gehabt, sagt Ulrich Legel. 20 Jahre ist es jetzt her, dass der Werdener Turnerbund (WTB) den Betrieb des Stadtbads Werden übernommen hat. „Bisher ist aber alles gut gelaufen.“ Den Entschluss hat der Vorsitzende des größten Sportvereins im Essener Süden also nicht bereut. Dennoch weiß er um die große Verpflichtung, die der Verein mit dem Badbetrieb übernommen hat.

„Damals, das war 1994, kam der Essener Sportbund auf uns zu, als es darum ging, aus Ersparnisgründen Bäder in den Stadtteilen zu schließen“, erinnert sich Legel. Mit 13,50 DM bezuschusste Essen jeden Badbesucher – für eine Stadt, deren Etat immer weiter ins Minus rutschte, auf die Dauer nicht tragbar. Der Werdener Verein habe sich die Entscheidung, hier für die Stadt in die Bresche zu springen, aber nicht eben leicht gemacht.

Kinder sollen vor Ort schwimmen lernen

„Im Vordergrund stand, dass wir den Kindern die Möglichkeit belassen wollten, hier im Stadtteil schwimmen zu lernen.“ Und die Erfahrung habe gezeigt, dass immer weniger Mädchen und Jungen schwimmen lernen, weil entsprechender Unterricht für die Schulen so aufwendig zu organisieren ist. „Und dann steigt leider das Risiko von Unfällen“, weiß Legel.

1997 wurde mit den Bäderbetrieben der Stadt ein Betriebsführungs-Vertrag geschlossen, der die Nutzungsrechte der Öffentlichkeit, der Schulen und Vereine sowie die Eigentumsrechte und die Kosten regelt. Eigentümer ist weiterhin die Stadt, Betriebsführer der Geschäftsführende WTB-Vorstand. Damit die Übernahme des Hallenbadbetriebs den WTB nicht selbst in eine finanzielle Schieflage bringt, gibt’s aus dem Stadtsäckel 5000 Euro pro Jahr für allgemeine Verschönerungsarbeiten und auch einen Betriebskostenzuschuss, der die Energiekosten abdeckt. „Das ist alles genau durchkalkuliert“, betont der Vereinsvorsitzende.

Gymnastikraum und Sauna

Der WTB sei bestrebt, die Einrichtung für die Werdener attraktiv zu halten. Denn mit der Lage gegenüber der Brehminsel hat das Hallenbad zwar ein gewaltiges Pfund, mit dem es sich wuchern lässt, „wir stehen aber durchaus in Konkurrenz zu anderen Bädern in der Umgebung“. So wurde der Eingangsbereich des 1971 eröffneten Hallenbades neu gestaltet und modernisiert. Das 25 mal zehn Meter große Schwimmbecken steht zwar weiter im Mittelpunkt, doch im Laufe der Jahre entwickelte der Verein aus dem Gebäude ein Sport- und Gesundheitszentrum (SGZ).

Das wird in Kooperation mit der DJK Grün-Weiß Essen-Werden/Heidhausen betrieben. Ein 14-köpfiges Übungsleiterteam kümmert sich in den Kursen um Fitness und Wohlbefinden der Teilnehmer. Neben einem Gymnastikraum und einer Sauna gibt es seit kurzem einen Kraftraum. „Unsere Folterkammer ist zwar klein, aber fein“, sagt Legel schmunzelnd. „Und wir haben noch viele andere Ideen, die wir umsetzen wollen.“

>> Öffnungszeiten und Trainingsgruppen

Im Stadtbad Werden trainieren verschiedene Wettkampfgruppen des WTB – beginnend mit den Anfängern (mindestens Bronzeabzeichen) über die Jugend bis zu den über 30-Jährigen (Masters). Die Leistungsgruppen trainieren im Rüttenscheider Bad.

Für die Öffentlichkeit ist das Stadtbad Werden montags, donnerstags und freitags von 7 bis 10 Uhr, dienstags von 7 bis 10 Uhr und von 16 bis 19.15 Uhr geöffnet sowie mittwochs von 7 bis 21 Uhr und samstags von 7 bis 13.15 Uhr.

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