Gastronomie

Das Café am Markt bleibt den Kettwigern erhalten

Susanne und Heijo Arnolds im Café am Markt – mitten in der Kettwiger Altstadt.

Susanne und Heijo Arnolds im Café am Markt – mitten in der Kettwiger Altstadt.

Foto: STEFAN AREND

Kettwig.   Zehnjähriges feiern Susanne Arnolds und ihr Team im Café am Markt in Kettwigs Altstadt. Eigentlich wollte die Geschäftsfrau den Laden übergeben.

Eigentlich wollte Susanne Arnolds das Café am Markt ja übergeben. Zehn Jahre sind vielleicht genug? Aber die Kettwiger Geschäftsfrau hat sich anders entschieden und am vergangen Samstag das Jubiläum gefeiert. Mit vielen Stammgästen, mit Freunden, inmitten unzähliger Blumensträuße – und mit der Nachricht: „Ich mache auf jeden Fall weiter. Es macht mir einfach immer noch viel Spaß.“

Die Wertschätzung motiviert

Mitten in der Kettwiger Altstadt, in bester Lage liegt das Café. Die vielen Plätze vor der Tür sind nicht nur bei Sonnenschein erste Wahl im Stadtteil. Mit Blick auf die Evangelische Kirche und den Marktplatz. „Ich habe gerade zum Zehnjährigen viel Wertschätzung erfahren. Das motiviert“, sagt sie.

Dabei sei Kettwig gerade für die Gastronomie kein einfacher Standort. „Man muss hier vieles können. Koch sein und Barista und auch noch eine Menge Ahnung von Betriebswirtschaft haben. „Und du musst gerade in einem Café deine Kaffeepreise verteidigen. Wenn wir Gäste aus dem Essener Norden haben, wundern die sich oft, finden es zu teuer. Aber mein Kaffee ist im Einkauf nicht preiswert, die Pacht ist hoch, und ich zahle meinem Team deutlich mehr als den Mindestlohn. Das schlägt sich natürlich in den Preisen nieder.“ Auf ihr Team ist Susanne Arnolds besonders stolz, denn „meine drei festen Mitarbeiterinnen sind von Anfang an dabei, und wir sind wie eine Familie.“

Das Oldtimertreffen am 1. Mai ist das beste Fest

Kettwigs zahlreiche Stadtfeste bringen Susanne Arnolds gute Umsätze. „Sie sind natürlich alle eine Bereicherung, aber am besten gefällt mir das Oldtimertreffen, das der Automobilclub Kettwig immer am 1. Mai in der gesamten Altstadt veranstaltet.“

Wie sieht sie die Zukunft des Standortes? „Kettwig muss sich auf jeden Fall mehr öffnen. Und an den zu hohen Pachten muss sich etwas ändern. Sonst stirbt der Stadtteil.“

Stillstand ist so gar nicht das Ding von Susanne Arnolds. So hat sie ein Frauennetzwerk gegründet, das sich regelmäßig im Café trifft, und Künstlern bietet sie ein Podium mit ständig wechselnden Ausstellungen.

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