Ausstellung

Bürgermeisterhaus: Fotograf zeigt Menschen in fernen Ländern

Ulrich Wolf hat auf seinen Auslandsaufenthalten in Asien, Australien und Europa vor allem Menschen porträtiert.     

Ulrich Wolf hat auf seinen Auslandsaufenthalten in Asien, Australien und Europa vor allem Menschen porträtiert.     

Foto: Ulrich Wolf

Essen-Werden.  Der Fotograf Ulrich Wolf macht auf Reisen viele Aufnahmen von Einheimischen. Das Bürgermeisterhaus Werden zeigt diese eindringlichen Porträts.

Er ist ein Spätberufener, man könnte aber auch sagen ein Newcomer. Ulrich Wolf widmet sich erst seit 2014 der Fotografie. Damals, mit 50, begann er, sich intensiv mit Technik, Theorie und Praxis der Fotografie auseinanderzusetzen. „Vorher war das Fotografieren nur ein Hobby, das neben Arbeit und Familie nicht richtig zur Entfaltung kam“, erzählt er. Das hat sich grundlegend geändert. Einen „Querschnitt“ seiner nun professionellen Arbeiten zeigt er derzeit im Bürgermeisterhaus Werden.

Der Mülheimer investierte viel in das fotografische Equipment und bildete sich in Workshops und Schulungen, zum Beispiel an der Fotoschule Köln, weiter. Und er reiste. Bereiste ferne Länder. Lernte fremde Kulturen kennen. Von diesen Auslandsaufenthalten in Asien, Australien und Europa hat er viele Aufnahmen mitgebracht. Faszinierende Porträts. Sie zeigen Menschen in ihrem Lebensraum. Menschen, die meist fernab von Städten, in abgelegenen Gegenden, leben. Zum Teil an Orten, die man nur zu Fuß oder mit dem Schiff erreichen kann.

Das Vertrauen der Einheimischen gewinnen

„Die Porträtfotografien sind für mich die eigentliche Herausforderung, gerade weil es fast immer unüberbrückbare Sprachbarrieren gibt“, sagt Ulrich Wolf. Er muss Kontakt zu den Einheimischen herstellen und deren Vertrauen gewinnen, damit er sie fotografieren darf.

Momentaufnahmen entstehen

Mal geht es schnell, mal dauert es länger. „Ich muss erreichen, dass sich die Erwachsenen und Kinder mir öffnen, dass sie am Ende gar nicht mehr wahrnehmen, dass ich da bin“, so der gebürtige Essener. Dann entstehen Bilder, die lachende, träumende, nachdenkende Menschen zeigen. Momentaufnahmen.

„Ulrich Wolf hat eine natürliche Begabung. Ihm gelingt es gut und schnell, Vertrauen zu Fremden herzustellen. Oft über das Lachen, über den Humor“, sagt der Mülheimer Kunsthistoriker Dr. Tobias Kaufhold in seiner Laudatio. „Seine Bilder sind nicht inszeniert, sondern unheimlich natürlich. Voyeurismus ist ihnen fremd. Sie stellen die Menschen in den Mittelpunkt der Aufnahme und wirken unmittelbar.“ Neben der Porträtfotografie widmet sich Wolf auch der Industriefotografie. „Das scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein. Es gibt aber eine Verbindung – die kraftvollen Farben, die formatfüllenden Motive und die ungewöhnlichen Perspektiven“, findet der Fotograf selbst.

Fotos zeigen Teile eines Ganzen

Seine Industrieaufnahmen zeigen oftmals nur Teile eines Ganzen, etwa einer Industrieanlage. „Sie abstrahieren, werden zu grafischen Motiven“, erklärt Kaufhold. Der Fotograf will es so. „Es reizt mich, Motive, die schon häufig fotografiert wurden, aus neuer Perspektive zu betrachten“, sagt er.

Ulrich Wolf hat schon mehrfach im Ruhrgebiet ausgestellt. Die Schau im Bürgermeisterhaus ist die bislang umfangreichste – eben ein „Querschnitt“ seiner Arbeiten.

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