Baustelle

Bürgerbus hängt im Stau auf der Ringstraße in Kettwig fest

Die Stadtwerke verlegen auf der Ringstraße seit zwei Wochen Versorgungsleitungen im Abschnitt zwischen Steinweg und Bachstraße. Der Verkehr wird einspurig mit einer Ampel reguliert.

Die Stadtwerke verlegen auf der Ringstraße seit zwei Wochen Versorgungsleitungen im Abschnitt zwischen Steinweg und Bachstraße. Der Verkehr wird einspurig mit einer Ampel reguliert.

Foto: Nadine Przystow

Essen-Kettwig.  Verspätungen gibt es, wenn der Bus an der Baustelle Ringstraße warten muss. Warum Otto-Leonhard Peus vom Bürgerbusverein gelassen bleibt.

Alle stehen derzeit im Stau. Auf der Ringstraße, der Achse zwischen Vor der Brücke und Kettwig-Mitte, verlegen die Stadtwerke seit zwei Wochen Versorgungsleitungen im Abschnitt zwischen Steinweg und Bachstraße. Eigentlich ist nur ein kleines Stück Fahrspur gesperrt – die Baustellenampel regelt den Verkehr. Doch die Auswirkungen zeigen sich auch in den verkehrsärmeren Zeiten: Zum Teil staut es sich bis in die Kreuzung Graf-Zeppelin-Straße/Hauptstraße hinein. Hupkonzerte bleiben da nicht aus. Das bremst den Bürgerbus aus und nervt viele Bürger hinterm Steuer.

Otto-Leonhard Peus, Vorstandsmitglied des Kettwiger Bürgerbusvereins, kennt die Situation. „Wir bedauern, dass es zur Zeit immer wieder zu ärgerlichen Verspätungen kommt“, sagt er und hofft auf das Verständnis seiner Fahrgäste. „Die meisten bleiben ruhig. Dass es im Moment auf der Ringstraße stellenweise nur langsam vorangeht, ist ja bekannt.“ Weniger Verständnis bringt der Bürgerbusfahrer persönlich jedoch für das rücksichtslose Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer auf.

Peus: „Jeder denkt nur an sich“

„In der Fahrschule lernt man bestimmt auch heute noch, dass man beim Linksabbiegen in einem weiten Bogen in die Kreuzung einfahren sollte. Was ich an der besagten Kreuzung erlebe, ist aber häufig das Gegenteil.“ Zumeist, schildert der im Hauptberuf als Kfz-Sachverständiger Tätige, rolle bei Ampelgrün ein Fahrzeug langsam in die Kreuzung ein. „Da könnten noch mehr hinterher rutschen, aber jeder denkt nur an sich.“ Entsprechend wenige Fahrzeuge kämen bei einer Ampelphase über die Kreuzung – „und schon verlängert sich wieder der Stau, die Wartezeit und der Unmut.“

„Wir als ehrenamtliche Fahrer des Bürgerbusvereins sind dennoch immer bemüht, die Fahrgäste sicher und (einigermaßen) pünktlich ans Ziel zu bringen“, betont Peus und führt aus: „An der Baustelle verlieren wir schon einige Minuten, aber Richtung Ickten holen wir das meistens wieder auf.“

Drei Routen fährt der Bürgerbus

Apropos Ickten: Seit eineinhalb Jahren befördert der Bürgerbus auch die Icktener Schulkinder hinunter ins Dorf. 42 Fahrer gibt es derzeit, die im Schichtdienst die drei Routen (Ickten, Vor der Brücke, Schmachtenberg) grob zwischen 7 und 19 Uhr absolvieren. Peus: „Der Frauenanteil ist zwar immer noch nicht zweistellig, aber fast.“ Er sei froh darüber, „denn am Anfang waren nur zwei Frauen hinterm Lenker dabei.“

Das Engagement von Bürgern für Bürger sei das Wichtigste, hebt Peus hervor – und würde sich über weitere Fahrerinnen und Fahrer freuen. Mit starkem Nervenkostüm. Denn die Baustelle Ringstraße soll laut Mitteilung der Stadt bis zum 28. September abgeschlossen sein. Aber die nächste kommt bestimmt...

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