Essener Süden feiert

Brunnenfest, Treckertreff und ein runderneuerter Sportplatz

Beim 26. Kettwiger Brunnenfest gab’s erstmals eine Künstlermeile in der Ruhrstraße.

Foto: STEFAN AREND

Beim 26. Kettwiger Brunnenfest gab’s erstmals eine Künstlermeile in der Ruhrstraße.

essener süden.   Am Wochenende wurde im Essener Süden gefeiert. Proppenvoll war’s in Kettwigs Altstadt, auf dem Sportplatz Ruhrtalstraße und bei Bulldogs for Kids.

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Das Brunnenfest ist zwar in die Jahre gekommen – am vergangenen Wochenende fand es zum 26. Mal statt –, aber von ihrer Anziehungskraft hat die Veranstaltung nichts verloren. Von Freitag bis Sonntag drängelten sich Tausende Besucher durch die Altstadtgassen.

Da mag Veranstalter Kettin auf jeden Fall zufrieden sein. Die Geschäftsleute sind es allemal. Besonders der verkaufsoffene Sonntag füllte die Kassen. Und auch Kettwigs Gastronomen profitierten vom Fest und vom allerbesten Spätsommerwetter.

Die Bergers’ sind Kettwig-Fans

Jede Menge Stände entlang der Hauptstraße, eine große Bühne fürs Musikprogramm, für Kinder viele Angebote in der Kirchfeldstraße – und überaus zufriedene und entspannte Besucher.

Kettwig-Fans sind zum Beispiel die Bergers’ aus Bochum. Wenn hier an der Ruhr gefeiert wird, sind sie da. Schon seit vielen Jahren. „Ich mag besonders die alten Fachwerkhäuser. Das wirkt ein bisschen wie aus der Zeit gefallen“, sagt Petra Bergers. „Und ich gehe hier gern einkaufen“ – spricht’s und verschwindet im nächsten Laden. Wolfgang Bergers zieht es zum Märchenbrunnen. Ein Bierchen und der Musik zuhören...

Künstlermeile ist der Neuling im Programm

Ein Neuling im Brunnenfest-Programm ist die Künstlermeile Ruhrstraße. Die dortige Interessengemeinschaft macht schon seit einiger Zeit mit verschiedenen Aktionen auf sich aufmerksam. Die Märchenstraße kennt man mittlerweile. Und jetzt halt ein bisschen Montmartre-Flair in Wassernähe.

Axel Kudoweh ist Mitglied der IG Ruhrstraße und zieht ein erstes Fazit: „Ich muss zwar noch die Manöverkritik aller Beteiligten abwarten, aber ich kann nur sagen: Es war super. Und wir machen auf jeden Fall weiter. Auch die Künstler waren zufrieden.“

Doch wie immer, wenn Kettwig feiert, wurde eines der größten Probleme deutlich: Dem Stadtteil fehlt es an Parkplätzen. Und auf die, die vorhanden sind, wird nicht hingewiesen. Stichwort „Parkraumkonzept“.

Kettwigs neuer Sportplatz

Ein überaus gut gelaunter Oberbürgermeister Thomas Kufen nutzte am Sonntag die offizielle Einweihung der runderneuerten Kettwiger Sportanlage für einen Scherz: „Schön ist es geworden. So eine Eingemeindung lohnt sich also doch...“

Der Brandbrief einer besorgten Fußballmutter hatte ihn damals auf die marode Anlage aufmerksam gemacht: „Bezirksvertretung und Sportler haben dann großartig gekämpft, sich selbst eingebracht. Das hat mir gefallen.“

Noch zwei große Fragezeichen

Gunther Paas von der Kettwiger Initiative Sportplatz (KIS) blickte zurück: „Wer nicht losgeht, wird nicht ankommen. Wir sind im Februar 2013 losmarschiert, haben über 60 000 Euro Selbstbeteiligung akquiriert. Da waren großzügige fünfstellige Spenden, aber auch das Taschengeld kleiner Sportler.“

Was bleibt noch zu tun? KIS-Vorsitzender Heiner Hahn deutet ein baldiges Aus des Fördervereins an: „Wenn KIS alle seine Aufgaben erledigt hat, lösen wir uns auf.“ Doch zunächst gibt es noch zwei große Fragezeichen: Wie werden die Versammlungsräume der Ruhr-Arena ersetzt? Der FSV tritt sein Clubhaus ab und benötigt Ersatz, alles läuft auf einen Anbau ans Umkleidegebäude hinaus. Wie die unselige Parkplatznot beseitigten? Auch hier gab es vielversprechende Gespräche, die Sportler sahen erste Baupläne und zeigten sich nun sehr hoffnungsfroh, dass auf der neuen Anlage bald auch die letzten Missstände beseitigt werden.

Bulldogs for Kids

Stau auf der Bergischen Landstraße am frühen Sonntagmorgen? Die einfache Erklärung: Die „Bulldogs for Kids“ hatten zum großen Treckertreff auf das Gelände der Landwirtsfamilie Bischoff geladen. Das Fest gibt es seit 2011 einmal im Jahr – und immer für einen guten Zweck. Dieses Mal wird das Geld dem Verein „Wunschzettel“ zugute kommen, der seit 1993 die Herzenswünsche schwer kranker oder behinderter Kinder erfüllt.

Und um solche Aktionen mit einem möglichst großen finanziellen Beitrag unterstützen zu können, legen sich die Bulldogs for Kids um den Vorsitzenden Stephan Scheer mächtig ins Zeug.

3500 Besucher kamen nach Heidhausen

Wer die Mega-Veranstaltung auf der großen grünen Wiese noch nie besucht hat, kann sich das Ganze in etwa so vorstellen: Jede Menge Stände, unzählige spannende Angebote für den Nachwuchs (vom Steckenpferdebasteln, Baumscheibenmalen bis zur Strohrutsche), historische Traktoren und ultramoderne Landmaschinen, ganz viele kulinarische Köstlichkeiten, unglaublich gute Laune bei jedem auf dem Platz – ob bei den Besuchern oder den Helfern.

Am Tag danach wirkt Stephan Scheer noch schwer begeistert: „Wir sind regelrecht überrannt worden. Über den Tag verteilt waren sicherlich 3500 Leute da – einfach nur mega. Aber die Kulisse hier ist auch wirklich bombe. Alle waren so entspannt. Die Besucher haben sogar auf dem Boden gesessen und gepicknickt.“

Gute Planung ist alles

Übrigens: Gute Planung ist alles. Kurz vor Ende der Veranstaltung gingen die Essensvorräte zu Ende – und Bier gab’s auch kaum noch.

Und dann noch der Form halber: Beim zum ersten Mal ausgeschriebenen Trecker-Schönheitswettbewerb wurden 25 Modelle angemeldet – gewonnen hat ein Gefährt aus den 1950er-Jahren.

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