Parken in Kettwig

Braucht Kettwig mehr bewirtschaftete Parkplätze?

Auch eine Bewirtschaftung des Kettwiger Marktplatzes an der Hauptstraße – außerhalb  der Markttage – könnte eine Option zur Schaffung von Parkraum sein.

Auch eine Bewirtschaftung des Kettwiger Marktplatzes an der Hauptstraße – außerhalb der Markttage – könnte eine Option zur Schaffung von Parkraum sein.

Foto: Reiner Worm

essen-KETTWIg.   2016 wollte es der Heimat- und Verkehrsverein wissen – 81 Prozent der damals befragten Kettwiger waren mit der Parkplatzsituation unzufrieden.

Diese Umfrage im Rahmen des Großprojekts „Belebung der Kettwiger Altstadt“ brachte einige HVV-Mitglieder im Anschluss ordentlich ans Arbeiten. Ihre Fleißaufgabe: Im Arbeitskreis „Parken in Kettwig“ wurde akribisch jeder einzelne Stellplatz registriert. Das Ergebnis: Kettwig hat tatsächlich nur rund 100 bewirtschaftete Parkplätze – alle anderen stehen kostenlos zur Verfügung und werden gern von Dauerparkern belegt. Ist Kettwigs Parkplatzproblem also letztendlich hausgemacht?

Benno Pöhler, stellvertretender HVV-Vorsitzender, ist Mitglied des Arbeitskreises. „Für dieses Problem eine Lösung zu finden, kommt der Quadratur des Kreises gleich. Und es ist allemal ein hoch emotionales Thema.“ Gemeinsam mit der Kettin-Vorsitzenden Catharina Schedler und dem HVV-Vorsitzenden Martin Kryl hat er mögliche Vorschläge noch einmal genau untersucht. „Tatsache ist, dass es weder im HVV noch in der Politik eine klare Willensbildung gibt. Den richtigen Weg kennt wohl keiner.“

Auch Anwohnerparken könnte ein Thema sein

Zumindest verschiedene Richtungen könne man aber vorgeben, und damit zweifelsohne auch Kritik provozieren. „Die freien Flächen bewirtschaften, eventuell über die ‘Brötchentaste’ nachdenken. Auch Anwohnerparken ist ein Thema. Würde man alle oder einen Teil der bisher kostenfreien Stellplätze kostenpflichtig machen, so trifft das natürlich alle Bürger, Anwohner, Angestellte, Marktbeschicker und Besucher. Ist das wirklich der Wunsch der Kettwiger?“

Auch das Angebot des ÖPNV habe noch Spielraum. „Wenn ich zum Beispiel von Auf der Höhe mit dem Bus ins Kettwiger Zentrum fahre, kostet mich das hin und zurück 5,80 Euro. Die Strecke nach Bergerhausen, erst mit dem Bus, dann mit der S6, kostet genau so viel. Das macht keinen Sinn.“ Kettwigs Bürgerbus ist mit einem Euro pro Strecke da wesentlich billiger, „aber dessen Fahrplan ist an die Ruhrbahn gebunden. Ein regelmäßiger Shuttle vom Parkplatz Teelbruch in die Kettwiger Innenstadt wäre sicherlich gut. Aber das geht nicht, weil der Bürgerbus nicht parallel zu den Ruhrbahn-Linien fahren darf.“

Oder gibt es vielleicht doch ganz andere Lösungen?

Die arbeitsintensive Auswertung der aktuellen Parkplatzsituation „war eine Bringschuld“, sagt Benno Pöhler. „81 Prozent sind mit dem momentanen Zustand unzufrieden – wir waren den Bürgern schuldig, da einmal genauer hinzusehen.“

All diese Vorschläge, die der Arbeitskreis zusammengetragen hat, „sollen nur Denkanstöße sein. Vielleicht kann man das eine oder andere Schritt für Schritt realisieren. Oder alles so lassen wie es ist? Oder gibt es vielleicht doch ganze andere Lösungen?“

  • Wenn Sie Ideen zur Lösung des Parkplatzproblems haben oder finden, dass es im Stadtteil genügend Parkplätze gibt, dann sagen Sie uns doch ihre Meinung: unter redaktion.kettwig@waz.de oder rufen Sie an unter 02054/95 30 22.

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