Porträt

Bildhauer Pielsticker richtet sich ein neues Atelier ein

Der Maler und Bildhauer Norbert Pielsticker richtet sich in seinem neuen Atelier in den Scheidt’schen Hallen an der Ringstraße in Essen-Kettwig ein.

Foto: Knut Vahlensieck

Der Maler und Bildhauer Norbert Pielsticker richtet sich in seinem neuen Atelier in den Scheidt’schen Hallen an der Ringstraße in Essen-Kettwig ein. Foto: Knut Vahlensieck

Essen-Kettwig.   Ein Besuch beim Bildhauer und Maler Norbert Pielsticker: Er ist in die Scheidt’schen Hallen in Kettwig gezogen. Doch das ist nicht von Dauer.

Wir haben Norbert Pielsticker besucht. Da herrschte in seinem neuen Atelier an der Ringstraße allerdings noch das kreative Chaos. Mittlerweile hat er geordnet, sortiert und sich nach seinem Umzug eingerichtet.

Kündigung wegen Eigenbedarfs: Von seinem Atelier mitten zwischen den Feldern am Springberg ist der Maler und Bildhauer nach 18 Jahren in einen Teil der ehemaligen Scheidt’schen Kammgarnspinnerei gezogen – für ihn ein „Abenteuerspielplatz“. Aber keine Dauerlösung, das weiß der 64-Jährige, denn „sobald die Pläne für dieses Gebäude stehen, werden die Bagger kommen“.

Atelier ist 250 Quadratmeter groß

Und dann sucht er wieder. „Nach einer Werkstatt im Hinterhof, die sich im Dornröschenschlaf befindet, die möglichst wenig kostet und ein bisschen schön ist“, sagt er. Und eigentlich beginne jetzt schon die Suche nach neuen Räumen, die eine Menge Kreativität vertragen. In dem rund 250 Quadratmeter großen Atelier an der Ringstraße lagert nur noch rund die Hälfte seiner Arbeiten. „Ich habe gelernt, Dinge loszulassen. Aber es gibt ein paar Sachen, die müssen bleiben.“

Bislang geblieben sind kleine und große Skulpturen aus Ton, Gips, Bronze und Holz, Zeichnungen, großformatige Bilder. Norbert Pielsticker experimentiert, scheint immer auf der Suche zu sein. Aktuell beschäftigt er sich mit digitalen Medien, nutzt die Vorteile eines Zeichentablets. „Das eröffnet mir viele Möglichkeiten. Und ich habe auch eine Menge Ideen.“

Ein vielschichtiges Werk

Die „MenschenZeichen“ von Norbert Pielsticker begleiten ihn einen Großteil seines Künstlerlebens. Zwei dieser Stelen aus Beton sind auch in Kettwig zu sehen, auf der Grünfläche neben der Evangelischen Kirche am Markt. Sie sind seit 2004 ein Geschenk an den Skulpturenpark des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV).

Von dieser Kunst will Pielsticker sich verabschieden. Vielleicht. Und etwas anderes machen. „Ich versuche, neue Wege zu gehen, viel mit Licht zu arbeiten.“ Festlegen lässt er sich nicht. Sein Werk ist vielfältig, vielschichtig, vieldeutig.

Zwei neue Skulpturen für den Park

Seit 2001 unterrichtet er am Berufskolleg Ost Bühnenmaler und Bühnenplastiker. Und Kunst ist für ihn auch seine Musik. Der gebürtige Briloner macht auch Musik. Elektronisch, experimentell. Gemeinsam mit Freunden probiert er sich aus, spielt Gitarre, Keyboard.

Ein großes Projekt steht für Kettwig noch an. Derzeit sammelt der Heimat- und Verkehrsverein Spenden für eine Erweiterung des Skulpturenparks. Zwei neue Skulpturen sollen finanziert werden. Ein Entwurf – „Fisch vermählt“ – stammt von Miriam Giessler und Hubert Sandmann, der zweite Vorschlag stammt von Norbert Pielsticker – die Skulptur „Das Tuch“. Infos dazu im Internet auf hvv-kettwig.de.

Im kommenden Jahr wird Norbert Pielsticker in Rente gehen. Er wirkt zufrieden. Vielleicht zwei der Gründe: „Ich lebe in Saarn und arbeite in Kettwig – das sind definitiv die beiden schönsten Dörfer an der Ruhr.“

>> Tag der offenen Tür

Am 16./17. September findet im Essener Süden die „KUnstspur“ statt: Künstler laden dann in ihre Ateliers ein. Als das Programm erstellt wurde, stand nicht fest, wo Norbert Pielsticker sein Atelier eröffnen würde. Unabhängig von der Aktion „Kunstspur“ lädt er trotzdem ein – und zwar nur am Samstag, 16. September, ab 14 Uhr. Die Adresse: Atelier Pielsticker, Ringstraße 51, in Essen-Kettwig.

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