Löwental

Bezirksvertreter üben Kritik am Kita-Standort Löwental

Das ehemalige Übergangswohnheim im Werdener Löwental steht leer und soll abgerissen werden.

Foto: Alexandra Roth

Das ehemalige Übergangswohnheim im Werdener Löwental steht leer und soll abgerissen werden. Foto: Alexandra Roth

Essener Süden.   Pläne für ein Sporthotel im Löwental hat Arnim Schmidt schon lange in der Schublade. Für das Jugendamt ist das Gelände ein guter Kita-Standort.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Den Plänen des Werdener Architekten Arnim Schmidt, im Löwental ein Sport-Hotel zu errichten, erteilte Eva Fendel jetzt eine klare Absage. Die Stadtplanerin erklärte am Dienstag in der Sitzung der Bezirksvertretung IX, dass „wir eine Nutzung des Geländes für ein Hotel ausschließen können. Hier liegt eine Sondergebietsausweisung und eine Zweckbestimmung vor. Wir haben bereits eine Bauvoranfrage für eine viergruppige Kita positiv beschieden.“

Klare Worte, denen viel Kritik von BV-Mitgliedern folgte. Der bevorstehende Abriss des leerstehenden Übergangswohnheimes im Löwental hatte nicht nur Arnim Schmidt alte Pläne wieder aus der Schublade holen lassen. Auch die Kommunalpolitiker könnten sich künftig eine gänzlich andere Nutzung der attraktiven Fläche in Ruhrnähe vorstellen.

Standort Löwental „ist nicht zielführend“

Patrick Widmaier, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der BV IX: „Wir finden, dass der Standort Löwental für eine Kita nicht wirklich zielführend ist. Eltern, die ihre Kindern dort hin bringen, können nicht einfach über den Bahndamm, sie müssen die Brücke nutzen. An anderen Stellen sind Kitas mitten im Wohngebiet – und im Löwental ist kaum Wohnbebauung. Man sollte sich nicht so sehr aufs Löwental konzentrieren. Wie wäre es zum Beispiel mit dem ehemaligen Schulgebäude an der Effmannstraße?“

Auch CDU-Ratsfrau Martina Schürmann kritisiert die Pläne des Jugendamtes, denn „diese Kita läge versteckt, jenseits des Bahnhofs.“ Und auch sie hat eine Alternative parat: „Die ehemalige Jugendarrestanstalt am Wesselswerth steht ab Sommer zum Verkauf. Vielleicht sollte man die Nutzbarkeit dieses Gebäudes prüfen?“

Endlich ein Angebot jenseits der Ruhr

Ilka Mees vom Jugendamt wird alle Anregungen sicherlich aufmerksam registriert haben. Sie war ebenfalls bei der BV IX zu Gast, stellte die Planungen zum Ausbau der Kinderbetreuung vor. „Wir halten derzeit am Standort Löwental fest, der endlich auch mal ein Angebot jenseits der Ruhr darstellt. Wenn man den Bedarf an Kita-Plätzen feststellt, dauert es bis zur Realisierung drei bis vier Jahre. Und am Thema Löwental sind wir schon anderthalb Jahre dran. Diese Zeit wäre dann verloren.“

CDU-Bezirksvertreter Hanslothar Kranz sieht im Kita-Standort Löwental eine gute Lösung: „Jenseits des Löwentals, in Richtung Schuir, haben wir nichts. Ich unterstütze diese Pläne voll und ganz.“

Für Kita Wunderwelt wird neuer Standort gesucht

Noch eine Menge Baustellen hat das Jugendamt in Werden und Heidhausen. Ilka Mees: „Eine eingruppige Einrichtung im Wesselswerth muss über kurz oder lang geschlossen werden, weil sie den Qualitätsstandards nicht mehr entspricht, und für die Kita ‘Wunderwelt’ am Tüschener Weg suchen wir nach einem neuen Standort.“ Ihr Versprechen: „Die Kita am Brosweg wird erst abgerissen, wenn die neue Kita am Frielingsdorfweg steht.“

Bedarf an Kita-Plätzen ist hoch

Die Problematik: Der Bedarf an Kita-Plätzen im Essener Süden sei trotz guter Versorgung weiterhin hoch. Ilka Mees: „Allein seit 2015 haben wir einen Zuwachs von 200 Kindern. Besonders in Kettwig ist die Nachfrage groß.“

Entlastung ist von der neuen Einrichtung des VKJ (Verein für Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten) zu erwarten. Das „Kinderhaus am Wasser“ auf dem Gelände des Kettwiger Ruhrbogen wird voraussichtlich im Sommer 2018 eröffnet und 74 Kindern Platz bieten. Außerdem: Für die viergruppige Kita St. Matthias an der Rheinstraße ist die Einrichtung einer Waldgruppe in Planung.

Kita-Bedarf besteht auch in Ickten

Dringender Bedarf für eine Kita bestehe außerdem in Ickten – wie wäre es mit der ehemaligen Tennisanlage an der Icktener Straße? Mit dem B-Plan und der dort angedachten Wohnbebauung beschäftigen sich derzeit die Städteplaner. Eva Fendel: „Wir haben auch über das Thema Kita gesprochen. Aber das ist dort kein einfaches Grundstück. In ein, zwei Jahren werden wir mit der Planung fertig sein, und eine Kita wäre wohl zu integrieren.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik