Soziales

Besuchsdienst unterstützt Einsame und Kranke in Essen-Werden

Der Besuchsdienst der Gemeinden St. Ludgerus und St. Kamillus versteht sich als Ergänzung zu Angeboten anderer Einrichtungen (v.l.): Kirsten Kleinsimlinghaus-Brieden, Annette Maas, Elisabeth Edeling, Pater Manuel Tamayo, Pater Jörg Gabriel, Rosalie Weiland, Diakon Frank Kühbacher und Harald Jacob.

Der Besuchsdienst der Gemeinden St. Ludgerus und St. Kamillus versteht sich als Ergänzung zu Angeboten anderer Einrichtungen (v.l.): Kirsten Kleinsimlinghaus-Brieden, Annette Maas, Elisabeth Edeling, Pater Manuel Tamayo, Pater Jörg Gabriel, Rosalie Weiland, Diakon Frank Kühbacher und Harald Jacob.

Foto: Ulrich Bangert

Essen-Werden.  Der Besuchsdienst der kath. Gemeinden St. Ludgerus und St. Kamillus möchte alte, einsame und kranke Menschen unterstützen. Darum geht es konkret.

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Auch in Werden sind immer mehr Menschen einsam. Auch hier verschiebt unsere schnelllebige Zeit gewachsene soziale Strukturen. Auch die Werdener werden immer älter. Da brechen Kontakte ab, alte oder auch chronisch kranke Menschen fühlen sich isoliert. Dem möchte ein ehrenamtlicher Besuchsdienst der katholischen Gemeinden St. Ludgerus und St. Kamillus entgegenwirken.

Diakon Frank Kühbacher betont, dass dieses Angebot allen Menschen im Gebiet der Gemeinden gilt: „Wir haben von Anfang an überkonfessionell gedacht.“ Für die Ehrenamtler sei die Not ausschlaggebend. „Verstärkt wurden unsere Bestrebungen noch vom leider bereits verstorbenen Dr. Walter Sietzen, der uns sehr liebevoll auf die Füße getreten hat und gleichzeitig Mut machte.“

Den Mitmenschen ein Stück Wertschätzung geben

Ein Stück Wertschätzung möchte der Besuchsdienst geben. Möchte aus christlich-gemeindlichem und bürgerlichem Geist heraus helfen. Und zwar durch Besuche im häuslichen Umfeld. Dieses gute Dutzend ehrenamtlicher „Begleiter“, ohne spezifische fachliche Ausbildung, versteht sich als Ergänzung des schon vorhandenen Angebotes anderer Einrichtungen. Der Besuchsdienst möchte Menschen unterstützen, die aufgrund von Krankheit, Alter oder Behinderung in ihrem Alltag Hilfe benötigen. Kühbacher: „Wir möchten für ein kleines Plus an Lebensfreude sorgen.“

Frank Kühbacher weiß um die Wichtigkeit, aber zugleich um die Hürden dieses Angebotes: „Natürlich gibt es da Befürchtungen und Ängste. Wer lässt schon Fremde ins Haus? Jeder hat von einem Fall gehört, wo Trickbetrüger gutgläubige Senioren ausgeraubt haben. Da kann man verstehen, wenn die Menschen vorsichtig werden.“

Reden über Gott und die Welt und vieles andere

Daher begleitet Frank Kühbacher seit geraumer Zeit mit Pater Gabriel, nun zusammen mit Pater Manuel Tamayo, den Kreis der Ehrenamtlichen aus den Gemeinden St. Ludgerus und St. Kamillus: „Wir würden mit diesem Angebot gerne eine größere Öffentlichkeit erreichen. Ängste abbauen. Wir wollen vermitteln, dass es eine sichere Sache ist.“ Damit mehr einsame Menschen jemanden bekommen, mit dem sie reden können. Über Gott und die Welt. Vielleicht auch mal von längst vergangenen Tagen erzählen können. Gleichzeitig erfahren, was in der Welt so passiert. Im Großen und Kleinen.

Die Langeweile ist für viele Betroffene das Schlimmste. Neben Gesprächen könnten es auch Gesellschaftsspiele sein, Vorlesen, kurze Spaziergänge, eventuell Begleitung bei Arzt- oder Behördenbesuchen. Da kann und soll aber jeder Begleiter individuell für sich und „seinen“ Menschen entscheiden, was geht.

Sich Zeit nehmen und sie anderen schenken

Die Ehrenamtlichen würden jetzt lügen, wenn sie rein uneigennützige Motive angeben würden. Elisabeth Edeling sagt das so: „Das ist keine Einbahnstraße. Es ist schön, wenn die Leute lockerer werden und sich öffnen. Ich habe auch sehr viel erfahren über lokale Geschichte. Wie es hier im Krieg ausgesehen hat.“

Harald Jacob spielt gerne Schach: „Und dass ich etwas Gutes tue, macht mich zufrieden.“ Was diese Menschen wie auch Kirsten Kleinsimlinghaus-Brieden, Annette Maas oder Rosalie Weiland am Ehrenamt reizt? Da kommt wohl so einiges zusammen: Sich Zeit nehmen und sie anderen schenken. Etwas Sinnvolles tun. Zuhören und erfahren, was Mitmenschen bewegt. Vertrauen gewinnen und so Gemeinschaft stiften.

Keiner wird im Ehrenamt alleingelassen

Frank Kühbacher fasst zusammen: „Alle, die hier mitmachen, sind hochmotiviert. Haben Freude am Austausch. Im Grunde gibt man sich ja gegenseitig Geschenke.“ Keiner soll mit seiner Aufgabe alleingelassen werden: „Durch regelmäßigen Austausch kommt eine Spur Professionalität in das Ganze. Es geht auch um Nähe und Distanz. Da hilf nur reden und immer wieder reden.“

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