Politik im Stadtteil

Benjamin Brenk ist stellvertretender Bezirksbürgermeister

DerSPD-Politiker Benjamin Brenk in Heidhausen am ehemaligen Sportplatz Volkswald.

Foto: Stefan Arend

DerSPD-Politiker Benjamin Brenk in Heidhausen am ehemaligen Sportplatz Volkswald. Foto: Stefan Arend

Essen-Werden.   Der Werdener tritt die Nachfolge des verstorbenen SPD-Politikers Reinhold Schulzki an. Eine Gespräch über Bürgerwillen und Verwaltungsblockaden.

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Im März wird er 32 Jahre jung. Der Sozialdemokrat Benjamin Brenk wurde am Dienstag im Rahmen der turnusmäßigen Sitzung zum Stellvertreter des Bezirksbürgermeisters Michael Bonmann gewählt. Und er sagt: „Politik darf doch nicht nur Selbstständigen und Rentnern vorbehalten sein.“ Das ist aber fast zwangsläufig der Fall, weil sich auch auf der unteren politischen Ebene die Sitzungen, Besprechungen, Ortstermine häufen: „Da bin ich froh, dass mein Arbeitgeber Verständnis zeigt.“

Der mit Abstand jüngste der Essener Bezirksbürgermeister und ihrer Vertreter ist Kaufmann und arbeitet im Speditions- und Logistikbereich. Im Ortsverein kümmert er sich um Finanzen, in der Bezirksvertretung IX seit 2014 vor allem um Sport und Jugend.

Trend zur Verjüngung in der Politik

Bodenständig und unaufgeregt ist er. „Ich sehe die Dinge halt gerne durch meine kleine Werdener Brille.“ Im Fußballverein ist er Trainer der Werdener Reserve. Dort hat er einige ältere Kicker im Team: „Solange der Ältere besser ist, wird er auch aufgestellt.“ Gilt das auch in der Politik? „Im Prinzip schon. Aber grundsätzlich sollte der Trend zur Verjüngung gehen. Meine Altersgenossen müssen sich angesprochen fühlen. Immerhin ist es unsere Zukunft, für die jetzt Entscheidungen gefällt werden.“

Sein Auslöser, in die Politik zu gehen, war ein starkes Gefühl von Ungerechtigkeit. Er blickt sich um und meint gequält: „Das ist schon deprimierend hier. Den Status Quo halte nicht nur ich für persönlich verletzend.“ Er meint den Heidhauser Volkswald, den ehemaligen Fußballplatz. Seine sportliche Heimat seit Kindesbeinen sollte geschlossen werden, die Kicker protestierten, auch am CDU-Stand vorm Werdener Rathaus: „Da hat mir dann eine christdemokratische Dame gesagt, wenn ich etwas bewegen wolle, müsse ich wohl in eine Partei eintreten.“

Die Verwaltung blockiert

Das tat er auch, seine Wahl fiel auf die SPD. Die erste Versammlung war gewöhnungsbedürftig für den damals 21-Jährigen: „Wenn da nicht der Reinhold gewesen wäre…“ Reinhold Schulzki stand der SPD Werden vor, seine besondere Art beeindruckte den jungen Genossen: „Der spitzfindige Humor hat mich gefesselt.“ Nun ist das Vorbild aber verstorben und Benjamin Brenk tritt in Schulzkis große Fußstapfen als stellvertretender Bezirksbürgermeister.

Was hat ihn der Posten als Bezirksvertreter gelehrt? „Viele Themen und Probleme schwelen jahrelang. Obwohl Lösungen präsentiert werden, die mehrheitsfähig wären, aber durch die Verwaltung blockiert werden. Da werden gute Vorschläge abgeschmettert, oft mit gedrechselten Wortgirlanden. Zum Beispiel beim Kaiser-Friedrich-Haus haben sich zwei Denkmalbehörden widersprochen. Wer hat jetzt Recht? Da sind mir klare Aussagen lieber als immer dieses Verklausulierte.“

Zum Volkswald gibt es viele Ideen

Wobei wir wieder beim Volkswald wären: „Hier muss eine Nutzung her, am besten für Kinder und Jugendliche. Es gibt doch so viele gute Ideen. Jetzt muss die Verwaltung nur noch ihre Verweigerungshaltung aufgeben. Die Fläche gehört den Bürgern, nicht der Stadt.“

Eine Entfremdung von denen „da oben“ und der Wirklichkeit vor Ort sieht Brenk auch beim Thema Flüchtlingspolitik: „Ich kann nicht immer nur mit schönen Statistiken wedeln, sondern muss die Gefühle der Menschen ernstnehmen. Das fördert sonst nur Unmut und Politikverdrossenheit.“

Eine Frage bleibt dem SPD-Mann nicht erspart. „Die GroKo? Aus unzähligen Gesprächen im Wahlkampf und auch im Bekanntenkreis habe ich mitgenommen, dass die Menschen eine GroKo als schlecht für unser Land empfinden. Das sehe ich auch so.“

>> Bei der Bürgersprechstunde präsent

Eine Aufgabe von Benjamin Brenk wird die Teilnahme an den Bürgersprechstunden der Bezirksvertretung IX sein.

Jeweils vor den Sitzungen der BV IX im Kettwiger Rathaus (letzter Dienstag im Monat) und am darauffolgenden Donnerstag steht er gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Michael Bonmann und dem zweiten Stellvertreter, Michael Nellessen, den Bürgern Rede und Antwort.

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