Brandschutzerziehung

Auch Rauchwarnmelder sind Thema bei Brandschutzerziehung

Ohren zuhalten: Feuerwehrmann Oliver Lücke zeigt den Mädchen und Jungen der Kita KiK, wie laut ein aktivierter Rauchwarnmelder ist.

Ohren zuhalten: Feuerwehrmann Oliver Lücke zeigt den Mädchen und Jungen der Kita KiK, wie laut ein aktivierter Rauchwarnmelder ist.

Foto: STEFAN AREND

essen-Kettwig.   Seit gut einem Jahr sind Rauchwarnmelder Pflicht in NRW – auch die Freiwillige Feuerwehr Kettwig weist in Schulungen immer wieder darauf hin.

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Rauchwarnmelder heißen sie korrekt – und seit gut einem Jahr sind sie in NRW Pflicht. Doch längst nicht alle Vermieter und Eigentümer haben sie installiert, weiß Klaus Stichel, Gesamt-Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Kettwig: „Es gibt immer noch Wohnungen und Häuser, in denen darauf nicht geachtet wird. Und dabei ist es keine kostspielige Anschaffung, denn man bekommt sie schon für acht Euro.“

Allerdings warnt er davor, „solche Geräte auf dem Flohmarkt zu kaufen. Da ist man im Baumarkt oder beim Fachmann besser aufgehoben und kann sicher sein, dass sie auch funktionieren.“

Seit fast zehn Jahren Brandschutzerzieher

Beim Thema Rauchwarnmelder erinnert sich Klaus Stichel an den 31. Dezember 1999 – damals kamen bei einem verheerenden Brand im Kettwiger Kinderheim eine Erzieherin und ein siebenjähriges Mädchen ums Leben. Rauchwarnmelder waren zwar in den Räumen installiert, aber es fehlten die Batterien. „Damals haben wir ganz offensiv Werbung für den Umgang mit den Meldern gemacht.“

Und das tut die Kettwiger Feuerwehr auch heute noch. Allen voran Oliver Lücke. Der 44-Jährige arbeitet als Berufsfeuerwehrmann in Solingen, Dienstgrad Oberbrandmeister. Und in seiner Freizeit ist er für die Freiwillige Feuerwehr Kettwig im Einsatz. Sein Spezialgebiet ist seit fast zehn Jahren die Brandschutzerziehung. Er tourt durch Kitas, Grundschulen, informiert Erwachsene, Senioren in Altenheimen, ist in Behinderteneinrichtungen zu Gast.

Nachts, wenn auch die Nase schläft...

An diesem Morgen besuchen Mädchen und Jungen der Kettwiger Kita KiK die Feuerwehrwache an der Schulstraße. Gemeinsam mit seinem Kollegen Kevin Noack führt Oliver Lücke die Kinder spielerisch an das Thema Feuer heran. Er erklärt, dass man den Rauch nachts nicht riecht, „weil dann auch die Nase schläft“. Aber die Ohren nicht – und schon ist er wieder beim Thema Rauchwarnmelder. Die Kinder lernen außerdem, dass der Rauch oben und der Sauerstoff unten ist, „daher müsst ihr aus dem Zimmer krabbeln“. Und dann: Eltern und Geschwister wecken, Feuerwehr rufen, die Wohnung verlassen.

Fast drei Stunden dauert der Unterricht der besonderen Art – und am Ende gibt es für alle Kleinen eine Urkunde. KiK-Erzieherin Ilona Königsbüscher: „Die Kinder waren absolut begeistert und haben am nächsten Tag allen, die nicht dabeisein konnten, erklärt, worauf man achten muss.“

Klassiker ist das vergessene Essen auf dem Herd

Dank der Rauchwarnmelder sind auch die Einsätze der Kettwiger Wehr weniger geworden. „Früherkennung ist das Wichtigste. Und dann kann man meist selbst noch den Brandherd bekämpfen“, sagt Klaus Stichel. Kürzlich habe ein defektes Gerät in einer Wohnung an der Landsberger Straße ausgelöst. „Aber lieber einmal umsonst rausfahren... Ein Nachbar hatte uns angerufen, und die Bewohnerin hat sich tausend Mal bedankt.“

Der Klassiker ist übrigens das vergessene Essen auf dem Herd – „die zweite Ursache ist immer noch die Zigarette“, sagt Oliver Lücke.

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