Tuchmacherplatz

Anwohner wollen den Tuchmacherplatz in Kettwig beleben

Eine Schattendasein führt der Tuchmacherplatz mit der Skulptur Weberbrunnen in der Ruhrstraße.

Foto: Knut Vahlensieck

Eine Schattendasein führt der Tuchmacherplatz mit der Skulptur Weberbrunnen in der Ruhrstraße. Foto: Knut Vahlensieck

essen-Kettwig.   Viel Potenzial hat der Tuchmacherplatz an der Ruhrstraße in Kettwig. Anwohner wollen ihn jetzt beleben und haben eine Patenschaft übernommen.

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In Kettwig drehen sich derzeit alle öffentlichen Diskussionen um die gestalterische Zukunft des Rathausplatzes – dabei gibt es nur wenige Meter entfernt einen Ort, der alles hat, was ein attraktiver Treffpunkt braucht. Doch der Tuchmacherplatz am Fuß der Kirchtreppe liegt seit Jahren im Dornröschenschlaf – wie die gesamte Ruhrstraße.

Engagierte Kettwiger, allen voran Anwohner und Geschäftsleute der Ruhrstraße, kümmern sich schon seit geraumer Zeit darum, der Straße wieder Leben einzuhauchen. Jana Iwan lebt dort mit ihrer Familie und hat im Sommer 2017 das kleine Lädchen für Kinderkleidung, „MiniManu“, eröffnet. „Die Ruhrstraße mit den Fachwerkhäusern ist eine richtig idyllische Straße, die aber oft wie ausgestorben ist. Und der Tuchmacherplatz ist eine Bühne, die einfach nicht bespielt wird“, sagt die Kettwigerin.

Die Sache selbst in die Hand nehmen

Zum Ruhrstraßen-Stammtisch, der sich aus einem lockeren Zusammenschluss gegründet hat, gehört auch der SPD-Politiker Daniel Behmenburg. Er ist Anwohner und findet, „dass wir die Sache jetzt mal selbst in die Hand nehmen müssen.“ Mit einer Patenschaft für die Ruhrstraße wollen er, Jana Iwan, der „Parlament“-Gastronom Bego Schulz und Ruhrstraßen-Goldschmied Axel Kudoweh Verantwortung übernehmen.

Viel hat sich in den vergangenen Jahren schon getan. Mit der Aktion „Märchenstraße“ – immer zur Weihnachtszeit schmücken Märchenmotive die Fassaden der Häuser – haben Axel Kudoweh und der Maler Heinz Kroniger den Anfang gemacht. Die jüngste Aktion: Bego Schulz schipperte mit einem kleinen Boot über den Mühlengraben, der die Ruhr von der Ruhrstraße trennt, und sammelte jede Menge Müll ein, der in dem Teich gelandet war. Zum Kürbisfest organisierte das Ruhrstraßen-Team ein Kürbisschnitzen und schmückte die idyllische Straße – wartete aber vergeblich auf Unterstützung. Der Geisterzug, der immer im Rahmen des Kettin-Festes stattfindet, fand nicht wie erwartet den Weg durch ihre Straße. „Und wir hatten uns extra eine Nebelmaschine besorgt“, sagt Jana Iwan.

Rundgang mit Fachämtern und Feuerwehr

Ideen haben die Mitglieder des Ruhrstraßen-Stammtisches viele – und im Fokus steht der Tuchmacherplatz, denn „wenn man diesen Platz mehr nutzt, profitiert die gesamte Straße davon“, sagt Jan Iwan. Gerade in den Sommermonaten, wenn die Schiffe der Weißen Flotte am Leinpfad anlegen, „kommen die Besucher zwar durch die Ruhrstraße, aber dann geht es meist direkt die Kirchtreppe hoch zur Hauptstraße“, weiß Daniel Behmenburg. „Wenn hier unten etwas los wäre, würden sie auch länger in der Ruhrstraße bleiben.“

Was an Veranstaltungen überhaupt möglich ist, wollen die Stammtisch-Mitglieder durch einen Rundgang mit Vertretern der zuständigen Fachämter und der Feuerwehr klären. Jana Iwan: „Ich kann mir vieles vorstellen. Von klassischer Musik bis zur Kleinkunst. Die Straße hat es allemal verdient.“

Die Kettwiger Ruhrstraße gehört mit ihrem Mix aus mittelalterlichen und industriegeschichtlichen Bauten zu den wohl spannendsten der Stadt.

Der Ruhrstraßen-Stammtisch, zu dem jeder eingeladen ist, trifft sich am dritten Mittwoch im Monat im „Parlament“ (Ruhrstraße 69) um 18.30 Uhr. Nächster Termin: 21. Februar.

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