Baustelle

Anwohner im Hummelshagen fühlen sich vom Bauamt überrumpelt

Derzeit werden im Rahmen der Sanierung Restarbeiten im Hummelshagen erledigt. Einige Flächen müssen noch asphaltiert werden. Die Anwohner sind empört darüber, dass sie über die Maßnahme nicht informiert wurden.

Derzeit werden im Rahmen der Sanierung Restarbeiten im Hummelshagen erledigt. Einige Flächen müssen noch asphaltiert werden. Die Anwohner sind empört darüber, dass sie über die Maßnahme nicht informiert wurden.

Foto: Carsten Klein

Essen-Kettwig.   Dass ihre Straße saniert wird, erfuhren Anlieger in Kettwig einen Tag bevor die Bagger kamen. Hier die Einzelheiten – und die Antwort der Stadt.

Die Straße Hummelshagen in Kettwig-Auf der Höhe schlängelt sich mit mehreren Abzweigungen den Berg hinauf, läuft teilweise parallel zur Rheinstraße. Die Zahl der Anlieger ist mit unter 100 angesichts der Länge der Nebenstraße dennoch überschaubar – viele Kettwiger kennen den Hummelshagen eher von ihren Spaziergängen im Waldtal. Die Straße wird also überwiegend von den Anliegern des Hummelshagens und des Rehfußhanges dazu genutzt, um aus dem Wohnbereich herauszufahren. Seit Wochen sorgt allerdings eine Baustelle für Ärger bei den Anwohnern.

„Keine Frage, die Straße ist sanierungsbedürftig“, sagt Uwe Meinert. Er wohnt seit 14 Jahren am Hang „und in der Zeit ist nie etwas Grundlegendes gemacht worden“. Das hatte auch das Amt für Straßen und Verkehr der Stadt Essen erkannt und den Hummelshagen in das Erneuerungsprogramm für Nebenstraßen aufgenommen.

Gesamtstädtisch 7,6 Millionen Euro im Etat

In der Sitzung der Bezirksvertretung IX Ende Januar wurde das umfängliche Sanierungskonzept für die Stadtteile Kettwig, Werden, Heidhausen und Bredeney vorgestellt. Die Bezirkspolitiker haben es positiv zur Kenntnis genommen. Denn: Die Stadt Essen nimmt Geld in die Hand und kümmert sich endlich um die in vielen Augen längst fällige Sanierung von nervigen Schlaglochpisten – und das nicht nur auf den Durchgangsstraßen. Für diese Maßnahmen stehen gesamtstädtisch jährlich 7,6 Millionen Euro im Haushalt bereit.

Dass das Programm aber von einem auf den anderen Tag umgesetzt wird, das war den Anwohnern im vorliegenden Fall dann doch etwas zu hoppla-hopp. Am 12. Februar rückten die Arbeiter der beauftragten Baufirma im Hummelshagen an. Die schriftliche Benachrichtigung darüber hatten die Anwohner aber erst am Tag zuvor im Briefkasten vorgefunden.

„Wir fühlen uns regelrecht überrumpelt“, sagt Gerd Kolbecher, der für die FDP in der Bezirksvertretung IX sitzt und seit 1976 Anwohner im Hummelshagen ist: „Keiner konnte für seine Angelegenheiten Vorsorge treffen.“

Jahrzehntelang seien in diesem Bereich keinerlei Erhaltungsmaßnahmen gemacht worden, nun agiere das Bauamt, ohne den Bürgern auch nur eine Information zu geben. „Wir hätten gern gewusst, was auf uns zukommt, welche Bereiche der Straße wann angegangen werden. Und natürlich, ob und was die Anlieger zu zahlen haben.“

Bauamt erteilte erst spät Auskunft

Doch das Amt habe keine Auskünfte erteilt. Ein Leistungsverzeichnis wurde mit dem Hinweis „Geschäft der laufenden Verwaltung“ verweigert, später dem Bezirksvertreter nach Intervention zur Verfügung gestellt. „Mit der Baufirma sind wir bestens klar gekommen, aber die Verwaltung blockt ab“, sagt Kolbecher.

Inzwischen hat sich eine Interessenvertretung (IG) Hummelshagen gegründet. Die fordert Aufklärung. Falls sich das Verhalten des Bauamtes nicht ändere, werde man sich an den Beschwerdeausschuss der Stadt wenden.

Das sagt die Stadt zu den Vorwürfen

Die Anwohnerinnen und Anwohner seien in der Tat sehr kurzfristig informiert worden, erklärt Stadtsprecherin Silke Lenz auf Nachfrage dieser Zeitung. „Das Amt für Straßen und Verkehr hatte sich dafür mehrfach bei den Anwohnern entschuldigt. Es war die erste Baumaßnahme nach der Winterpause, daher hatte die ausführende Firma erst kurzfristig den Start bekannt gegeben.“ In der Regel würden Anrainer eine Woche vor Beginn einer Maßnahme informiert.

Es habe allerdings keine Vollsperrung während der Bauzeit gegeben. Die Privatgrundstücke seien also unter Einschränkungen zu erreichen gewesen. „Vor Ort wurde um Einsicht in das Leistungsverzeichnis gebeten. Das wurde in der Situation zunächst verneint, da sich der Bauführer bei seinem Auftraggeber Stadt Essen zuvor erkundigen wollte, ob dies rechtens sei. Am 11. März hat die Interessengemeinschaft komplette Einsicht in alle Bauakten nehmen können“, betont Silke Lenz außerdem.

Ob Kosten auf die Anlieger umgelegt werden, prüfe die Stadt, so Lenz. Die Baumaßnahme soll in dieser Woche abgeschlossen sein.

>>ERNEUERUNG VON NEBENSTRASSEN

  • Zu den Straßen, die grundlegend erneuert werden müssen, zählen in Kettwig u.a. Hasselbeckweg, Rombecker Weg, Karlsbader Weg, Laupendahler Höhe, Zur Alten Fähre und Am Wildbach.
  • In Werden und Heidhausen stehen u.a. auf der Liste die Straßen Am Heissiwald, Samsbank, Pastoratsberg, Jacobsallee und Kanonenberg.

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