Alter Bahnhof

35.000 Euro von NRW-Stiftung für den Alten Bahnhof Kettwig

Am Donnerstag wurde der Förderbescheid der NRW-Stiftung übergeben: (v.l.) Lutz Erbslöh (IG Bahnhof), Franz-Josef Lersch-Mense (Vorstand NRW-Stiftung), Hartmut Ketteler (IG Bahnhof), Wolfgang Lettow (Vorsitzender IG Bahnhof) und   Ulrich Reuter (Regionalbotschafter der NRW-Stiftung).

Am Donnerstag wurde der Förderbescheid der NRW-Stiftung übergeben: (v.l.) Lutz Erbslöh (IG Bahnhof), Franz-Josef Lersch-Mense (Vorstand NRW-Stiftung), Hartmut Ketteler (IG Bahnhof), Wolfgang Lettow (Vorsitzender IG Bahnhof) und Ulrich Reuter (Regionalbotschafter der NRW-Stiftung).

Foto: Ramona Richter

essen-kETTWIG.   Mit der Sanierung des Kettwiger Bürgerzentrums kann begonnen werden – aber es fehlt noch Geld für die dringend notwendigen Klimaanlagen.

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Der Gast kam nicht mit leeren Händen: Der frühere NRW-Europaminister und Staatskanzleichef Franz-Josef Lersch-Mense überbrachte am Donnerstag bei einem Besuch in Kettwig die schriftliche Förderzusage der NRW-Stiftung über 35.000 Euro für die IG Bahnhof.

Mit diesem Zuschuss und mit weiteren Finanzierungszusagen kann der Verein nun dringend notwendige Sanierungsarbeiten durchführen lassen, um das spätklassizistische Bahnhofsgebäude in Kettwig weiterhin als Bürger-, Sport- und Kulturzentrum nutzen zu können.

Ein Paradebeispiel für ein förderwürdiges Objekt

Vereinsvorsitzender Wolfgang Lettow erläuterte zusammen mit den Vorstandsmitgliedern Ludwig Erbslöh und Hartmut Ketteler bei dem Besuch auch, wie sich die inzwischen mehr als 200 Vereinsmitglieder seit vielen Jahren schon für den Erhalt des denkmalgeschützten Bahnhofs und seit 2003 für seine öffentliche Nutzung als Bürgerzentrum einsetzen.

Dieses Engagement, so Lersch-Mense, hätte auch den Vorstand der NRW-Stiftung überzeugt. Außerdem sei es dem Verein beispielhaft gelungen, über die örtliche Sparkassenstiftung, die Kulturstiftung Essen sowie die Bezirksvertretung IX in etwa die gleiche Summe zusätzlich einzuwerben. „Als wird am 9. Februar über ihren Antrag entscheiden sollten, waren wir uns schnell einig. Der Alte Bahnhof ist ein Paradebeispiel für ein förderwürdiges Objekt“, sagt Lersch-Mense. „Hier kommt vieles zusammen. Das Haus ist ein schützenswertes Denkmal, und hier wird vieles ehrenamtlich gestemmt.“

Räume unter dem Dach waren nicht nutzbar

Damit können nun notwendige Instandsetzungsarbeiten wie die Reparatur der Lüftungstechnik, der Austausch von undichten Dachfenstern, die Dachsanierung sowie brandschutztechnische Auflagen durchgeführt werden. Für die Sanierung des Parkplatzes und die Klimatisierung von vier Kreativ- und Kursräumen, so Wolfgang Lettow, brauche die Interessengemeinschaft aber noch weitere Unterstützer.

Gerade im vergangenen Jahrhundertsommer stieß man an die Grenzen. „Die Räume unter dem Dach waren nicht mehr nutzbar. Draußen 35 Grad und drinnen waren es 45. Da ging nichts mehr.“ 25.000 Euro fehlen für diese Maßnahme – „insgesamt brauchen wir 48.000 Euro. Wir machen mit Crowdfunding weiter, suchen nach Förderhilfen.“

IG Bahnhof ist für „Dach und Fach“ verantwortlich

Die IG Bahnhof ist nach wie vor komplett für „Dach und Fach“ der städtischen Immobilie selbst verantwortlich. Als Folge des Erbaurechtsvertrages, der 2001 zwischen der IG und der Stadt geschlossen wurden, noch bis 2026 gültig und „fast sittenwidrig ist“, sagt Wolfgang Lettow. „Wir haben versucht, diesen Vertrag in einen Pachtvertrag umzuwandeln, aber das ist wegen der Fördergelder, die wir bekommen haben, nicht möglich.“ Als einzige von 30 Einrichtungen in Essen kommt der Alte Bahnhof Kettwig ohne regelmäßige Subventionen aus. Und kaum zu glauben: „Wir schreiben im siebten Jahr in Folge schwarze Zahlen“, sagt Wolfgang Lettow nicht ohne Stolz.

Den Investitions- und Erneuerungsbedarf für Technik und Gebäude in Höhe von rund 123.000 Euro kann der Verein trotzdem nicht stemmen. Da kam die Unterstützung der NRW-Stiftung gerade recht.

>>NRW-STIFTUNG HILFT VEREINEN SEIT 1986

  • Die NRW-Stiftung hilft seit 1986 ehrenamtlichen Vereinen und gemeinnützigen Vereinen bei ihrem Einsatz für den Naturschutz und die Kulturarbeit. In Essen profitierten davon auch schon der Förderverein des Filmstudios „Glückauf“, die Stiftung Alte Synagoge oder die Bürgerschaft Rellinghausen, die mithilfe der NRW-Stiftung den dortigen Gerichtsturm restaurieren konnte.
  • Das Geld für ihre Aufgaben erhält die NRW-Stiftung über das Land NRW aus Lotterieerträgen von Westlotto, zunehmend aber auch aus Beiträgen und Spenden ihres eigenen Fördervereins.

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