Goldschmied Axel Kudoweh

30 Jahre Geschäftsmann: „Wer durchhält, muss zäh sein“

Vor 30 Jahren hat der Goldschmied Axel Kudoweh sein Geschäft in der Kettwiger Altstadt eröffnet.

Vor 30 Jahren hat der Goldschmied Axel Kudoweh sein Geschäft in der Kettwiger Altstadt eröffnet.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen- Kettwig.   Am 17. Oktober 1987 hat Axel Kudoweh sein Geschäft in der Kettwiger Altstadt eröffnet. Der Goldschmied ist „immer auf dem Teppich geblieben“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Als Axel Kudoweh die Türen seines Geschäftes in der Ruhrstraße zum ersten Mal für die Kunden öffnete, war alles noch ganz anders. Autos durften durch die enge Altstadtgasse fahren, es gab Bürgersteige, und da, wo heute der Weberbrunnen plätschert, war ein Parkplatz. 30 Jahre ist das her. Es war der 17. Oktober 1987.

Der Goldschmiedemeister hat seinen kleinen Laden immer noch. Hat durchgehalten. „Damals gab es hier auch noch einen Metzger, oben an der Kirche das ‘Podium’, einen Schuster, einen Schneider. Doch im Laufe der Jahre ist es ruhiger geworden.“ Für ihn zu ruhig. Die Fluktuation ist hoch, „viele bleiben nur zwei, drei Jahre. Aber das liegt auch an den oftmals hohen Mieten. Und daran, dass wir hier nicht mehr vieles für den täglichen Bedarf haben.“ Und die Touristen, die mit dem Rad oder mit den Schiffen der Weißen Flotte ankommen, bewundern zwar die sorgfältig restaurierten Altstadthäuser, landen dann aber meist oben auf der Hauptstraße im Zentrum. Axel Kudoweh: „Wenn man durchhalten will, muss man zäh sein, auf dem Teppich bleiben. Und nicht unbedingt Millionär werden wollen.“

Handwerk auf der Meisterschule in Essen gelernt

Auf der Meisterschule in Essen-Ost hat der 63-Jährige sein Handwerk gelernt und sich 1984 in Dormagen selbstständig gemacht. Der Liebe wegen zog er nach Kettwig, eröffnete sein Geschäft in einem der historischen Fachwerkhäuser.

Am liebsten arbeitet er mit ausgefallenen Steinen. Und derzeit auch mit Holz. „Mit einem weißen Brillanten kam man mich nicht locken, das ist nicht mein Ding. Zu langweilig.“ Er will individuell gestalten, kreativ sein. „Aber ich mache auch Reparaturen für andere Kollegen und biete Workshops an.“ Man muss halt sehen, wo man bleibt, muss sich breit aufstellen.

Ruhrstraße ist im Herbst und Winter Märchenstraße

Und er engagiert sich für die Ruhrstraße. Hat mit dem Maler Heinz Kroniger die Märchenstraße initiiert. Jahr für Jahr werden im Herbst Märchenmotive an den Fachwerkfassaden angebracht, finden Märchenerzählungen statt. Und aktuell möchte er „aus der Ruhrstraße eine Künstlerstraße machen“. Einen Aktionstag veranstalten, Künstler bei der Arbeit zeigen, im Freien, die Straße rauf und runter. Eine kleine Premiere gab’s zum Brunnenfest im September, „aber da war das Wetter nicht gut.“

Was treibt ihn an? „Die Kunden sollen sich hier wohlfühlen, wissen, dass es sich lohnt, nach Kettwig zu kommen. Und vielleicht kaufen sie dann auch hier ein.“

Das Mittelmeer lockt den Segler

Axel Kudoweh wohnt in Lintorf – „gern mit ein bisschen Abstand zum Arbeitsplatz, damit man auch mal zur Ruhe kommt.“ Und er hat einen Traum, eine große Sehnsucht. „Ich bin begeisterter Segler, und in zwei, drei Jahren würde ich gern mal einige Monate am Stück segeln. Ich bin absoluter Griechenlandfan, das Mittelmeer lockt.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben