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Kein Santa Claus auf dem Surfboard

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Jeder weiß, was Weihnachtsmarkt, Adventskalender und Adventskranz sind. Für einige Austauschschüler am Werdener Gymnasium ist diese Erfahrung jedoch neu. „Wir hatten in den vergangenen Jahren zum Beispiel Austauschschüler aus Litauen, Mexico oder Australien”, erklärt Karsten Brill, Englischlehrer am Werdener Gymnasium. In ihren Gastfamilien erleben sie, wie Weihnachten in Deutschland gefeiert wird, was sich durchaus von ihren Heimatländern unterscheidet.

In Neuseeland wird zu Weihnachten gern am Strand gegrillt

In Mexiko beginnen die Weihnachtsfeiern am 15. Dezember mit der neuntägigen Posadas. Diese Zeit symbolisiert die Suche Marias und Josefs nach einer Herberge. In Bondi Beach in Australien kommt Santa Claus auf dem Surfboard, und die Menschen down under grillen am Strand.

Auch Lisa Perrett, Fremdsprachenassistentin aus England, kennt einige deutliche Unterschiede zum deutschen Weihnachtsfest. „In England stellen wir den Weihnachtsbaum früher auf”, so die Britin. Claire Badiou, muttersprachliche Französischlehrerin am Werdener Gymnasium, nickt zustimmend und sagt, „Wir auch!”

Kinder schicken in England außerdem einen Brief an den Weihnachtsmann am Nordpol, in dem sie schreiben, welche Weihnachtsgeschenke sie sich wünschen. An Heiligabend stellen sie eine Mince Pie, süßes Weihnachtsgebäck und ein Glas Sherry für den Weihnachtsmann sowie Wasser und Karotten für seine Rentiere heraus, hängen einen Strumpf für ihre Weihnachtsgeschenke auf und gehen ins Bett - denn die Geschenke gibt es erst morgens am 25. Dezember. Danach gibt es ein großes Weihnachtsessen, das oftmals aus Truthahn mit Preiselbeersoße, Gemüse wie Rosenkohl und Bratpastinaken, Bratkartoffeln, Füllung und Bratensoße besteht.

„Der 26. Dezember heißt in England ‚Boxing Day‘, und alle haben an diesem Tag frei”, so die junge Engländerin. „Manche besuchen Familienmitglieder oder Freunde, manche gehen einkaufen - es gibt viele Ausverkäufe nach Weihnachten - und manche gehen Spazieren oder schauen etwas Sportliches wie Fußball, Pferderennen oder eine Fuchsjagd.”

„In Frankreich isst man an Heiligabend und am Weihnachtstag als Nachtisch die ‚bûche de Noel’, ein Weihnachtsgebäck, meistens gefroren, das aussieht wie ein Stück Holz, daher der Name”, erklärt Pädagogin Badiou. Zum Essen gebe es Gans oder Truthahn, aber auch oft Austern, geräucherten Lachs, Jakobsmuscheln oder Foie gras, Leberpastete von Gans oder Ente, als Vorspeise. „Natürlich trinkt man Champagner”, sagt die Französin und lacht.

Aber auch einige Werdener Gymnasiasten erleben in diesem Jahr eine ganz andere Weihnachtszeit. „Zur Zeit befinden sich noch über 20 Schüler der Jahrgangsstufe 10 im Auslandsjahr”, sagt Lehrer Karsten Brill, der diese Stufe leitet. Von Honduras über Neuseeland bis Kanada sei alles dabei. „Das werden bestimmt spannende neue Erfahrungen für die Jugendlichen”, sagt Brill lachend.

Christmas Crackers

Und er macht sich mit einer Kiste amerikanischer Zuckerstangen und britischen Christmas Crackers sowie einer CD mit Weihnachtsliedern auf in seine Englisch plus-Klasse. Schließlich kann man den Geist internationaler Weihnachten auch in Werden verbreiten.

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