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Kein Neustart: Leiter der Gesamtschule Süd findet’s richtig

Sollte 2018 neu starten, doch der Plan ist abgesagt worden, bislang ohne Begründung: die Gesamtschule Süd.

Foto: Kerstin Kokoska

Sollte 2018 neu starten, doch der Plan ist abgesagt worden, bislang ohne Begründung: die Gesamtschule Süd. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Die Gesamtschule Süd in Essen-Stadtwald startet trotz aller Pläne 2018 nicht neu. Die Diskussion geht weiter – erstmals gibt es Zustimmung.

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Die Diskussion um den Rückzieher der Verwaltung, an der Gesamtschule Süd gegen alle Pläne doch keinen Neustart zu versuchen, löst weiter Verwunderung und Empörung aus – aber auch Verständnis.

Nachdem sich die Ratsfraktionen von SPD und CDU eindeutig positioniert hatten und ein schnelles Alternativ-Konzept von der Schulverwaltung fordern, ist man bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ziemlich wütend: „Mich befremdet, dass man schon seit längerem ein Team an einem Konzept für einen Neustart arbeitet, und dass es nun plötzlich in aller Heimlichkeit heißt: Arbeit umsonst, Schule kommt doch nicht“, berichtet Jörg Kuhlmann vom Leitungsteam des Essener Stadtverbandes der GEW. „Aufschieben, vertrösten, aussitzen heißt das Motto zu sein“, entrüstet sich Kuhlmann. Seine Versuche, angesichts der überraschenden Nachricht aus Stadtwald, eine Podiumsdiskussion mit Schuldezernent Peter Renzel zu organisieren, der Rede und Antwort zum Zickzack-Kurs der Verwaltung stehen soll, schlugen offenbar bislang fehl. „Die Verantwortlichen haben offenbar kein Konzept, wie mit einem Mangel, der seit vielen Jahren existiert, umzugehen ist.“

Ein Erfolg, hieß es immer, steht und fällt mit dem richtigen Konzept

Tatsächlich fehlen in Essen stadtweit Plätze an Gesamtschulen, auch wenn die Nachfrage sehr ungleich verteilt ist. Die Gesamtschule Süd, deren jahrgangsweises Auslaufen man 2012 beschloss, war viele Jahre eine Schule mit chronisch niedrigen Anmeldezahlen. Trotzdem war im Dezember 2016 beschlossen worden, einen Neustart zu planen – denn das Gebäude in Stadtwald gilt als ausgesprochen geeignet, und man unterstellt auch im Essener Süden vielen Eltern ein gewisses Interesse an der Schulform Gesamtschule – wenn denn, so hieß es stets, das Konzept der Schule stimmt. Daran hatte für den Neustart bereits eine Gruppe gearbeitet.

Verständnis für die Entscheidung, die Neustart-Pläne aufzugeben, hat hingegen Ludwig Menke, Leiter der zu schließenden Gesamtschule Süd: „Ich halte das für richtig, auch wenn es angesichts der fortgeschrittenen Pläne sicher keine leichte Entscheidung war“, sagt Menke. Schülerströme und das Wahlverhalten von Eltern ließen sich nicht einer „planwirtschaftlichen Steuerung“ unterwerfen. Neue, zusätzliche Gesamtschulplätze müssten dort angeboten werden, wo bereits jetzt die Nachfrage das Angebot übersteigt.

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