Bundestagswahl

Kein Mandat – Guido Reil will nun in den AfD-Bundesvorstand

Der Essener AfD-Politiker Guido Reil.

Der Essener AfD-Politiker Guido Reil.

Foto: Thomas Schmidtke

Essen.  Der Essener AfD-Politiker Reil hat Ärger mit seinem Arbeitgeber, der RAG, strebt aber keinen der nun entstehenden bezahlten Partei-Jobs an, sagt er.

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Andere AfD’ler treten ihr Bundestagsmandat in Berlin an, Guido Reil muss diese Woche nach einem langen, unbezahlten Wahlkampf-Urlaub wieder nach Bottrop, um im Bergwerk Prosper-Haniel zu arbeiten.

Enttäuscht sei er nicht, sagt er. „Ich wusste ja, dass ich es nicht schaffen würde, obwohl ich stolz sein kann über meine Stimmenzahl.“ 15 Prozent der Wähler im Nord-Wahlkreis machten ihr Zweitstimmen-Kreuz bei der AfD, mit der Erststimme wählten sogar 15,8 den Kandidaten und Ex-Sozialdemokraten Reil. „Dafür, dass ich nur wenige Termine in Essen gemacht habe und zwei Monate durch ganz Deutschland getourt bin, ist das nicht schlecht.“

Irgendein Posten würde für den „Steiger“ womöglich abfallen

Mit der Bundestagswahl ist die AfD endgültig zu einer Partei geworden, die – wie andere auch – Pöstchen zu vergeben hat. Gerüchte besagen, es werde schon irgendwas für den „Steiger“ abfallen, der so massiv mitgeholfen hat, die AfD zu popularisieren. Reil weist dies allerdings zurück: „Auf keinen Fall werde ich mich von der AfD anstellen lassen, denn dann wäre ich nicht besser als die, die ich bei der SPD immer kritisiert habe.“

Stattdessen strebt der Karnaper nun einen ehrenamtlichen Sitz im AfD-Bundesvorstand an, der im Dezember neu gewählt wird. Derzeit scheint es Absprachen zu geben, ihm dies zu ermöglichen. Reil sieht seinen Platz politisch weiterhin in einem „AfD-Arbeitnehmerflügel“, von dessen Existenz öffentlich aber nicht viel zu bemerken ist. Kritik übte Reil an Frauke Petry, die erklärte, der AfD-Bundestagsfraktion nicht angehören zu wollen, und an NRW-Landeschef Marcus Pretzell. „Was die AfD am dringendsten braucht sind Team-Player statt Egomanen.“

Reil darf seine alte Abteilung nicht mehr führen - man trifft sich nun vor dem Arbeitsgericht

Gelebt habe er in der unbezahlten Wahlkampfpause von seinen Reden, für die ihn AfD-Kreisverbände in ganz Deutschland bezahlt hätten. Mit seinem eigentlichen Arbeitgeber, der RAG, hat Reil seit geraumer Zeit Ärger, der zeitlich mit Beginn seines AfD-Engagement zusammenfiel. Er sieht sich weitgehend kaltgestellt, ist zwar offiziell weiterhin Steiger, darf aber seine alte Abteilung nicht mehr führen.

Ob der Grund zumindest inoffiziell in der politischen Tätigkeit zu suchen ist, muss offenbleiben. Die RAG teilte auf Anfrage bereits vor längerer Zeit mit, man nehme grundsätzlich zu Personalangelegenheiten öffentlich keine Stellung. Weil Reil seinen alten Job zurückhaben will, soll es demnächst einen Termin beim Arbeitsgericht geben.

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