Kaufleute verlegen Gesundheitstag auf langen Samstag

Werden.   Das vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen verhängte Aus für die verkaufsoffenen Sonntage in Essen schlug auch in Werden hohe Wellen. Beim Stoff- und Tuchmarkt hatten kürzlich zahlreiche Einzelhändler aus Protest ihre Fenster verklebt. Der Gesundheitstag wird anstelle des Sonntags, 28. Mai, nun am „langen“ Samstag, 24. Juni, stattfinden. Wir sprachen mit den Vorstandsmitgliedern des Werdener Werberings, Kirstin Drichel und Rolf Sachtleben.

Das vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen verhängte Aus für die verkaufsoffenen Sonntage in Essen schlug auch in Werden hohe Wellen. Beim Stoff- und Tuchmarkt hatten kürzlich zahlreiche Einzelhändler aus Protest ihre Fenster verklebt. Der Gesundheitstag wird anstelle des Sonntags, 28. Mai, nun am „langen“ Samstag, 24. Juni, stattfinden. Wir sprachen mit den Vorstandsmitgliedern des Werdener Werberings, Kirstin Drichel und Rolf Sachtleben.

Frau Drichel, Herr Sachtleben, Sie haben bewegte Tage hinter sich. Wie fühlen Sie sich?

Kirstin Drichel: Arg überrumpelt. Das Aus der verkaufsoffenen Sonntage hatte uns kurz vor dem Stoff- und Tuchmarkt erwischt. Absagen ging nicht mehr, also mussten wir uns schnell etwas überlegen. So sind wir auf die Idee gekommen, die Schaufenster zu verhängen. 80 Prozent der Kaufleute haben mitgemacht.

Rolf Sachtleben: Der Stoff- und Tuchmarkt funktioniert auch ohne den verkaufsoffenen Sonntag, das wussten wir vorher. Unterm Strich war es sowohl für die Stoff- und Tuchhändler als auch für uns selbst ein erfolgreicher Tag. Das bestätigen auch die fünf Modegeschäfte, die am Sonntag ins Zelt ausgewichen sind. Die sind zufrieden.

Welche Bedeutung haben die verkaufsoffenen Sonntage für den Stadtteil?

Drichel: In der Geschäftswelt ist dies differenziert zu betrachten. Wir hatten ja vorher vier Sonntage, in jeder Jahreszeit einen. Davon abhängig haben die Geschäftsleute je nach Warensortiment in unterschiedlicher Weise profitiert.

Sachtleben: Darüber hinaus sind die Feste mit den Sonntagen auch Marketinginstrumente für den Stadtteil, durch die auch Auswärtige Werden kennenlernen.

Wie geht es nun mit dem Gesundheitstag weiter?

Drichel: Wir mussten ihn schweren Herzens verlegen, und zwar auf einen „langen“ Samstag, bei dem wir von 13 bis 18 Uhr die Geschäfte öffnen dürfen. Das hat auch praktische Gründe. Für den Gesundheitstag brauchen wir die Ladenlokale für Aktionen.

Sachtleben: Genau. Es geht weniger darum, etwas zu verkaufen. Durch die Verlegung stecken wir gerade mitten in der Planung. Da wir noch sieben Wochen vor dem eigentlichen Termin sind, entwickeln sich noch viele Inhalte von Apotheken, Zahnärzten, zum Thema Podologie oder Heilpraktik. Alle Details werden aber in einem speziellen Flyer rechtzeitig zum Gesundheitstag zur Verfügung stehen. Es sieht aber so aus, dass wir eine ähnliche Anzahl von Teilnehmern zusammenbekommen werden wie schon im vergangenen Jahr. Wir werden einen großen Querschnitt an Anbietern präsentieren, die im Stadtteil oder darüber hinaus beim Thema Gesundheit aktiv sind.

Können Sie schon Konkretes sagen?

Sachtleben: Beide Krankenhäuser werden ihr Spektrum wieder in voller Breite zeigen. Es wird Vorträge geben, beim Urologen kann man einen Test zur Früherkennung machen lassen. Die Ausdauer oder die Koordinationsmöglichkeiten zu testen, wird an mehreren Stellen möglich sein. In Werden haben wir seit letztem Jahr eone Salzgrotte. Diese zu erleben, bietet sich an. Auch die Augen oder das Gehör können von Fachleuten begutachtet werden. Die Pflegedienste von Caritas und des Deutschen Roten Kreuzes nehmen zu den vielfältigen Fragen Stellung.

Drichel: Letztlich soll natürlich nicht der Sport zu kurz kommen: Am Ludgerusbrunnen steht ein Ruder-Ergometer. Jumping Fitness und Step Aerobic laden zum Mitmachen ein. Im Rathaus-Innenhof zeigen die Handballer ihre Fähigkeiten. Und an den Schachbrettern kann man seine Strategie trainieren.

Wechseln wir das Thema. An der Velberter Straße wird ein Edeka-Markt im großen Stil entstehen, mit wohl rund 2500 Quadratmetern Fläche. Bereitet das der Geschäftswelt in der Werdener City Bauchschmerzen?

Drichel: Im Gegenteil, die Leute freuen sich darauf.

Sachtleben: Der alte Edeka-Markt wurde ja schon sehr gut angenommen und hat der City überhaupt nicht geschadet. Mit der Familie Diekmann wird ja auch derselbe Betreiber wie früher vor Ort sein, nur mit mehr Platz. Es wird also so wie früher, nur besser. Außerdem stehen an Sonntagen die Parkplätze bei Festen zur Verfügung. Auch davon profitiert der Stadtteil.

Hört sich ja fast so an, als hätten Sie den Markt gefordert.

Drichel: Nach dem Abriss des alten Edeka dort hat in der Tat so ein Markt gefehlt.

Was fehlt denn noch in Werden, und was wünschen Sie sich?

Drichel: Wenn wir schon beim Thema Lebensmittel sind, dann würden wir uns einen Discounter wünschen, der das Angebot von Edeka ergänzt. Außerdem gibt es mittlerweile im Stadtteil fast nichts mehr, wo junge Leute hingehen können. Vorher hatten wir das Löwental, wo man abends tanzen konnte. Im Moment geht die Jugend gezielt nach Rüttenscheid.

Sachtleben: Werden hat wie viele schöne Altstadtbereiche ein chronisches Parkplatzproblem. An schönen Tagen kommen auch viele auswärtige Besucherinnen und Besucher zu uns, und dann geht es noch enger zu. Daneben fehlen einfach attraktive Übernachtungsmöglichkeiten in Ruhrnähe. Wünschenswert wäre ein Hotel oder eine Pension, um gerade auch dem Ruhr-Radtourismus gerecht zu werden und den Menschen einen attraktiven Aufenthalt in Werden zu ermöglichen. Auch das schon in vielen Orten vorhandene freie WLAN-Netz würde eine gute Ergänzung für Werden bedeuten.

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