Karnap bekommt eine offene Bühne

Karnap.   Egal ob Musik, Lyrik oder darstellende Kunst – was Darbietungen angeht, die aus dem Norden Essens kommen, sind Sabine Stodiek und Bernhard Pflugradt nicht wählerisch. Die beiden sind die Gründer von „Carnap Art“, einem Kulturprojekt, das Künstler zwischen Schurenbachhalde und Emscherpark anspricht (wir berichteten). Das Ziel: Möglichst viele originelle Acts aus dem Stadtteil auf einer Bühne vereinen. „Wir achten dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Wort- und Musikbeiträgen“, so Bernhard Pflugradt.

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Egal ob Musik, Lyrik oder darstellende Kunst – was Darbietungen angeht, die aus dem Norden Essens kommen, sind Sabine Stodiek und Bernhard Pflugradt nicht wählerisch. Die beiden sind die Gründer von „Carnap Art“, einem Kulturprojekt, das Künstler zwischen Schurenbachhalde und Emscherpark anspricht (wir berichteten). Das Ziel: Möglichst viele originelle Acts aus dem Stadtteil auf einer Bühne vereinen. „Wir achten dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Wort- und Musikbeiträgen“, so Bernhard Pflugradt.

Als Bühne dient bislang das „Café Fee“ am Karnaper Markt. „Bei den Vorstellungen haben wir eigentlich immer ein volles Haus zu verbuchen.“ Viel Lob gibt es für das Publikum: „Die Menschen hören den Künstlern wirklich zu, sind gespannt auf Neues, abseits des Einheitsbreis.“ Das sei bei vielen Veranstaltungen leider anders, berichtet Bernhard Pflugradt, der selbst Musiker ist. „Die Organisatoren buchen dann lieber irgendeine Coverband, die das spielt, das alle mögen. So etwas wollen wir bei Carnap Art nicht.“

Gedichte der Bergleute berühren

Stattdessen geht es hauptsächlich um Selbstgeschriebenes, Persönliches, etwas, das man der Welt vielleicht lange schon mitteilen konnte – ohne bislang die Gelegenheit dazu bekommen zu haben: „Das sind manchmal richtige Geschichten, die die Songschreiber erzählen. Und die sollen natürlich Gehör finden.“

Dass man keinesfalls Profi sein muss, um auf der Carnap-Art-Bühne zu stehen, ist für die beiden Organisatoren selbstredend: „Sehr berührend sind zum Beispiel Gedichte, die Karnaper Bergleute in ihrer Jugend geschrieben haben. Manche der Autoren sind leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, die Gedichte selbst vorzutragen – dann übernehmen wir das gerne.“ Woraus Pflugradt jedoch auch kein Geheimnis macht: „Einen gewissen Qualitätsanspruch haben wir schon. Wir schauen uns jeden Künstler erst genau an, bevor wir ihn ins Programm aufnehmen.“

Dass Karnap kulturell aber noch viel mehr zu bieten hat, als in einem monatlich stattfindenden Programm abgebildet werden kann, hat die Organisatoren nun auf eine neue Idee gebracht: Künftig soll eine offene Bühne das Repertoire des Projektes ergänzen. Das Angebot richtet sich an Akustik-Musiker, im Vordergrund soll vor allem eines stehen: Der Spaß am Musizieren. „Auch Anfänger können hier auf einer richtigen Bühne stehen und so Erfahrungen sammeln“, erklärt Pflugradt. Stattfinden wird das bunte Spektakel in der Zeche Carl, vorerst ab Januar jeden letzten Mittwoch im Monat. „Wer Lust hat, kommt vorbei, nimmt seine Klampfe und ein paar Noten mit – und los geht’s!“ 20 Minuten Zeit räumen Pflugradt und Stodiek den Bühnen-Neulingen ein. Viel Zeit, um das Rampenlicht zu genießen.

Ein Angebot, das auch gerne von erfahrenen Musikern genutzt wird: „Wir bekommen nicht nur Anfragen von Einsteigern, sondern auch von Leuten aus dem Umkreis, die schon lange Musik machen und Bühnenerfahrung aufweisen können.“ Genau das mache die offene Bühne so interessant: „Anfänger treffen auf erfahrene Bühnenkünstler – so entsteht eine lebhafte Kommunikationsplattform.“ Möglicherweise entstünde hierdurch auch die Möglichkeit, Talente aus dem Stadtteil zu entdecken. Vielleicht kommt der nächste Musikstar aus Karnap.

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