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Kakerlaken in Essener Wohnhaus: Kammerjäger war im Einsatz

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In einem Essener Mietshaus fühlten sich die Kakerlaken bei Julia Nolte in der Wohnung auch unter der Spülmaschine wohl.

In einem Essener Mietshaus fühlten sich die Kakerlaken bei Julia Nolte in der Wohnung auch unter der Spülmaschine wohl.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen-Altenessen.  Vor zwei Monaten schlug eine Essenerin öffentlich Alarm: Das Haus, in dem sie wohnt, sei von Kakerlaken belagert. So sieht es dort jetzt aus.

In einem Mietshaus an der Hövelstraße in Altenessen haben bis vor einigen Wochen 16 Kinder und acht Erwachsene gelebt – zusammen mit unzählig vielen Kakerlaken. Schädlinge krabbelten im Treppenhaus, im Keller und auch in den Wohnungen selbst. Der Stadt ist der Fall nach eigenen Angaben seit August 2021 bekannt. Zuletzt wurde der Druck erhöht und es hat sich auch etwas getan.

Kakerlaken: Professionelle Schädlingsbekämpfung in Essener Wohnhaus erfolgt

Der Vermieter sei nach Angaben der Stadt verpflichtet worden, im gesamten Haus erneut eine professionelle Schädlingsbekämpfung durchzuführen. Die Kammerjäger waren in der Vergangenheit schon öfter in dem Mehrfamilienhaus. Nach Angaben von Stadtsprecherin Jasmin Trilling sei das „verursachende Verhalten jedoch nicht abgestellt worden“. Der Vermieter hatte eine Familie, die in einer Wohnung im ersten Obergeschoss wohnte, als Verursacher in Verdacht und kündigte ihnen.

Nach deren Auszug blieben einige Möbel, Müll und eben Kakerlaken zurück. Die Schädlinge fühlten sich nicht nur in den Wohnungen wohl, sondern auch im Keller und in einem dunklen Abstellraum im Treppenhaus. Öffnete man diesen, flitzten gleich mehrere Kakerlaken aufgeschreckt hinaus und suchten das Weite. Die Stadt verpflichtete den Vermieter, alles aufzuräumen und erneut eine professionelle Schädlingsbekämpfung durchzuführen. Das ist laut Stadtpressestelle jetzt passiert.

Kammerjäger erklärt, wie man Kakerlaken bekämpft

Kammerjäger Volker Skor war selbst nicht in dem Haus, weiß aber, wie wie in einem solchen Fall vorgegangen wird: „Es ist gut, wenn man den Ausgangsherd findet.“ Das sei in diesem Haus nur deshalb möglich, weil die Schädlingsbekämpfung behördlich angeordnet ist und tatsächlich überall stattfinden soll und darf. Oft dürften seine Kollegen nur in eine einzige Wohnung, weil sich eben jene Mieter beschwert hätten. Diese Wohnung sei aber oft nicht ursächlich für den Schädlingsbefall.

Im nächsten Schritt legen die Profis kleinste Gelpunkte als Fraßköder aus und setzen dann auf den Kaskadeneffekt. Kakerlaken, auch Schaben genannt, seien nämlich Kannibalen und das nutzen die Kammerjäger aus: „Die erste Schabe frisst den Köder und stirbt, die zweite Schabe frisst die erste Schabe und stirbt ebenfalls, weil das Gift noch wirkt und so geht es weiter bis zu Schabe fünf“, weiß Volker Skor. Dann lasse die Wirkung des Fraßköders nach.

Eier der Kakerlaken in den Küchenschränken in Essener Wohnhaus

Problematisch: In der Zwischenzeit legen die Kakerlaken noch ihre Eier ab. Im Haus an der Hövelstraße hat die 29-jährige Mieterin Julia Nolte im Erdgeschoss die Eier überall gefunden: unter der Spülmaschine, in den Küchenschränken, im Kinderzimmer, hinter Tapeten und Fußleisten. „Schaben mögen eine feuchte Umgebung“, weiß Skor.

Die Schädlingsbekämpfer würden nach vier bis sechs Wochen erneut vorstellig und wieder Gelpunkte auslegen, bis der Befall abschließend bekämpft ist. Eine Entkernung der kompletten Immobilie, wie Nolte befürchtet hatte, sei nur sehr selten nötig. Die 29-Jährige wollte eigentlich mit ihren Kindern längst ausziehen, hatte aber keine adäquate Wohnung gefunden.

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