Kultur

Kabarett-Abende im Kleingarten in Essen-Haarzopf geplant

Wolfgang Krämer, Kalle Henrich und Felix Brockerhoff (v.l.) freuen sich auf lehrreich-lustige Abende Ende September in der Kleingartenanlage Kirschbaumsweg in Essen-Haarzopf.

Wolfgang Krämer, Kalle Henrich und Felix Brockerhoff (v.l.) freuen sich auf lehrreich-lustige Abende Ende September in der Kleingartenanlage Kirschbaumsweg in Essen-Haarzopf.

Foto: Julia Tillmann / FUNKE Foto Services

Essen-Haarzopf.  Ende September will der Haarzopfer Kabarettist Kalle Henrich das Publikum im Kleingarten zum Lachen bringen. Weitere Veranstaltungen geplant.

Nach der erfolgreichen Tanzperformance im August in der Kleingartenanlage Kirschbaumsweg in Essen-Haarzopf geht es dort bald kulturell weiter. Für den 25. und 26. September sind Kabarett-Auftritte mit Kalle Henrich (68) geplant. Der pensionierte Lehrer wird lehrreiche und witzige Anekdoten sowie Spannendes zum Thema Ruhrdeutsch zum Besten geben.

Nachdem die Tanzauftritte von Choreografin Jelena Ivanovic mit dem Stück „Heimat“ vor einigen Wochen sehr gut angenommen worden seien, soll es im Herbst weitere Kulturveranstaltungen in der Haarzopfer Kleingartenanlage geben.

Die Organisatoren in Essen-Haarzopf hoffen auf etwa 40 Besucher beim Kabarett

Das jedenfalls wünscht sich auch Felix Brockerhoff, Vorsitzender des traditionsreichen Haarzopfer Vereins. Für solche Auftritte werde gerade der Garten hinter dem Vereinsheim entsprechend vorbereitet, so dass dort etwa 30 bis 40 Gäste mit dem entsprechenden Abstand Platz finden könnten. „Die meisten kommen ja zu zweit und können dann näher zusammensitzen“, so Organisator Wolfgang Krämer. Gegen den vielleicht schon kühlen Abendwind sollen Zelte aufgestellt werden. Bis zum Sitzplatz gelte Maskenpflicht.

„Ich finde es wichtig, Künstlern in der Corona-Krise Auftrittsmöglichkeiten zu geben“, sagt Wolfgang Krämer, der denn gleich einmal seinen Nachbarn, den Kabarettisten und Buchautor Kalle Henrich, ansprach, der gern zusagte. „Ich bin im letzten Jahr pensioniert worden und wollte in diesem Jahr eigentlich in Sachen Kabarett richtig durchstarten. Doch von den 18 geplanten Auftritten sind die meisten coronabedingt abgesagt worden“, sagte der Haarzopfer.

Wolfgang Krämer steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit der Stadt, um alle zum Veranstaltungszeitpunkt gültigen Corona-Auflagen zu erfüllen. „Für mich als Künstler hat es auch Vorteile, vor wenigen Leute aufzutreten, das ist dann ja viel persönlicher“, kann Kalle Henrich den Beschränkungen auch etwas Positives abgewinnen. Er freue sich auf die Auftritte in der Kleingartenanlage: „Kleingarten passt einfach perfekt zum Thema Ruhrgebietsdeutsch.“

Veranstalter hoffen auf gutes Wetter

Jetzt hoffen die Organisatoren auf gutes Wetter, denn im Vereinsheim selbst könne man eine solche Veranstaltung nicht durchführen. „Das wird gerade behindertengerecht umgebaut, weil wir ja künftig verstärkt mit der Lebenshilfe zusammenarbeiten wollen“, sagt der Vereinsvorsitzende Felix Brockerhoff. Bei Regen müssten die Kabarett-Abende abgesagt werden.

Wenn die Veranstaltungen mit Kalle Henrich gut ankommen, soll die Gartenkultur-Reihe fortgesetzt werden – gern mit Haarzopfer Akteuren. So können sich Wolfgang Krämer und Felix Brockerhoff Lesungen, Musikabende oder ähnliches vorstellen.

Kabarettist hat früh das Thema Ruhrgebietsdeutsch entdeckt

Kalle Henrich, der eigentlich Karl-Heinz mit Vornamen heißt, stammt aus Essen. Er hat das Burggymnasium besucht und an der Ruhr-Uni in Bochum studiert. Viele Jahre unterrichtete er Deutsch und Sport an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Schonnebeck. Schon früh faszinierte ihn die lebendige Alltagssprache des Ruhrgebiets, so dass er sogar seine zweite Staatsarbeit zu diesem Thema schrieb. 2001 erschien sein Büchlein „Ruhrdeutsch – die Sprache des Reviers“, das inzwischen die sechste Auflage erfährt. „Geschrieben hab ich das in fünf Nächten“, blickt er zurück.

Auf Lesungen erzählte Kalle Henrich dabei auch gern Geschichten aus dem Schulalltag im Essener Norden. So kam er schließlich auf die Bühne, widmete sich in seinem Programm „Mein lieber Herr Scholli“ den deutschen Dialekten auf humorvolle Art. Sein laufendes Programm „Best of Kalle Henrich“ aktualisiert er immer wieder mit neuen Alltagsgeschichten. Im November 2019 feierte er in der Rü-Bühne in Rüttenscheid seinen 200. Auftritt. Seinen bisher größten Auftritt absolvierte er im Kulturhauptstadtjahr 2010 beim Stadtfest Essen Original. Sein Programm habe er schon in 19 Städten gezeigt – und es dürften gern mehr werden.

Sprachwissenschaftliches Kabarett vereint Lernen und Spaß

„Ich mache sprachwissenschaftliches Kabarett, das Lernen und Spaß vereint“, beschreibt Kalle Henrich sein Programm. Besonders am Herzen lägen ihm ehrenamtliche Auftritte in Krankenhäusern und Altenheimen, sagt er. Auch bei Stadtrundfahrten werde er ab 4. September seine Geschichten zum Besten geben. Und dann stehe ja schon bald der Auftritt beim Haarzopfer Kleingartenverein auf dem Programm. „Wir werden uns einen lustigen Abend machen.“

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