Imagefilm

Jugendliche zeigen die Schönheit Altenessens per Video

Film ab: Zakaria Salhiu, Kevin Bossek, Dominik Sukic, Exil-Leiter Carsten Forstreuter und Medientrainer Achim Böcking (von links) auf der Hövelstraße in Altenessen.

Film ab: Zakaria Salhiu, Kevin Bossek, Dominik Sukic, Exil-Leiter Carsten Forstreuter und Medientrainer Achim Böcking (von links) auf der Hövelstraße in Altenessen.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Altenessen.   Junge Leute aus dem Jugendhaus Exil an der Hövelstraße drehen einen Imagefilm über ihren Stadtteil. Medientrainer bringen ihnen das Handwerk bei.

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Ihr Stadtteil soll eine No-Go-Area sein? Das sehen die Jugendlichen aus dem Jugendhaus „Exil“ aber ganz anders. Mit Unterstützung zweier Medientrainer der Landesanstalt für Medien (lfm) haben sie einen Film über Altenessen gedreht, der vor allem eines zeigt: Dort lässt es sich leben. Mit einem zwinkernden Auge gehen die Jugendlichen den Gerüchten nach und zeigen ihre Sicht der Dinge.

Der Filmschnupperkurs der lfm dauerte zwei Tage. Am ersten Tag überlegten sich die Jugendlichen mit den Medientrainern Achim Böcking und Roland Schinkel zunächst, was sie machen wollen.

Eindrücke widersprechen Gerüchten einer No-Go-Area

Schnell sei dabei die Idee entstanden, den Gerüchten um die No-Go-Area nachzugehen. „Wir wollten zeigen, dass wir uns hier wohl fühlen und das für Unsinn halten“, sagt Zakaria Salhiu. Altenessen sei zwar nicht Werden oder Bredeney, aber sicherlich auch kein Kriegsgebiet. Der 19-Jährige wohnt direkt an der Grenze zu Altenessen und hat gerade sein Abi gemacht. Mit Mesud Delilovic (17), der jetzt eine Lehrstelle als Informationselektroniker antritt, war er als Reporter unterwegs.

Der rund zehnminütige Film zeigt zunächst einige Eindrücke aus dem Stadtteil und bringt dann das Thema No-Go-Area zur Sprache, dem die Reporter nachgehen. Sie zeigen Spielplätze, Parks, viel Grün und Eigentumshäuser. „Also ich kenn’ gar kein Ghetto mit Eigenheimen“, stellen sie fest und kommentieren lapidar: „Hier ist es so ordentlich, hier tragen sogar die Büsche Nummernschilder.“ Als nächstes sagen Altenessener ihre Meinung zu ihrer Heimat – und finden viel Positives, aber auch etwas Negatives wie den Müll. Zum Schluss stellen die Jugendlichen das Café „Treff“ vor, dessen Frühstücksbuffet bei vielen beliebt ist.

Meinungsfreudig, aber kamerascheu

„Anfangs war es gar nicht so leicht, den Text fehlerfrei rüberzubringen“, sagt Zakaria. Auch hätten sie oft überlegt, welche Worte sie wählen. Das Timing musste stimmen.

Dominik Sukic (17) und Marvin Michaelis (18) hatten mit anderen Problemen zu kämpfen. „Wir haben für die Umfrage so viele Menschen gefragt, aber die meisten wollten nicht vor der Kamera sprechen.“ Auch für die Moderation waren sie zuständig. Kevin Bossek (16) drehte die Bilder für den Vorspann.

Insgesamt vier Teams waren unterwegs

Insgesamt vier Teams waren unterwegs. „Bevor es losging, haben wir über die Technik und die journalistischen Darstellungsformen gesprochen“, erklärt Medientrainer Achim Böcking. Am zweiten Tag ging es dann an den Schnitt und die Moderation.“

„Wir möchten einen eigenen Youtube-Kanal aufziehen“, sagt Carsten Forstreuter, Leiter der Jugendhauses Exil. Er zapfte einst Fördertöpfe vom Land an, um die Kamera und den Schnittplatz zu organisieren. „Es ist wichtig, dass die Kids ihre Meinung sagen können. Richtig eingesetzt, ist die Kamera ein gutes Medium dafür.“

Junge Leute brauchen positive Orte

Altenessen sei bekanntlich ein Stadtteil mit Zuwanderung. Im „Exil“ kämen viele Nationen zusammen. Junge Leute bräuchten positive Orte, um sich auszuprobieren. Dazu bedürfe es aber der entsprechenden Unterstützung auf allen Ebenen. „Unsere Aufgabe ist es, die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeit zu fördern und zu begleiten“, betont Carsten Forstreuter. „Es macht einfach Mordsspaß zu sehen, wie die Jugendlichen sich entwickeln.“

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